Viele Paare, die hormonfrei verhüten möchten, setzen auf natürliche Methoden.

Natürliche Verhütung: Fruchtbare und unfruchtbare Tage berechnen

Als natürliche Verhütung bezeichnet man Methoden der Empfängnisverhütung, bei denen keine hormonellen, chemischen oder mechanischen Mittel zum Einsatz kommen. Stattdessen bestimmt die Frau durch verschiedene Techniken ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage. Da eine Frau nur an etwa sechs Tagen während ihres Zyklus schwanger werden kann, muss sie nur in diesem Zeitraum zusätzlich mechanisch verhüten, zum Beispiel mit einem Kondom.

Die Untersuchungen, die die Frau zur natürlichen Verhütung durchführt, eignen sich auch, wenn sie schwanger werden möchte und dazu ihren Eisprung bestimmen will.

 Natürliche Verhütung: Drei Methoden

Eine natürliche Verhütung bedeutet in erster Linie, dass die Frau die fruchtbaren Tage innerhalb des Monatszyklus bestimmt und an diesen zusätzlich mechanische Verhütungsmittel verwendet oder auf Geschlechtsverkehr verzichtet. Bei einem regelmäßigen Zyklus lassen sich die fruchtbaren Tage auf diese Weise eingrenzen, als zuverlässiges Verhütungsmittel gelten die Methoden jedoch nicht. In jedem Fall sollten Sie sich bei dieser Vorgehensweise ärztlich beraten lassen.

1. Menstruationskalender führen

Mithilfe eines Menstruationskalenders können Sie den Zeitpunkt Ihres Eisprungs und damit Ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage ermitteln. Tragen Sie hierzu mehrere Monate lang jeweils den ersten Tag Ihrer Menstruation ein und stellen Sie fest, wie lang ihr Zyklus dauert. Bei einem Zyklus von genau 28 Tagen findet der Eisprung jeweils vierzehn Tage vor dem Einsetzen der nächsten Menstruation statt. Beachten Sie aber, dass diese sogenannte Knaus-Ogino-Methode als Verhütungsmittel nur sehr eingeschränkt geeignet ist, da die Zykluslänge und damit auch der Zeitpunkt des Eisprungs variieren können.

2. Basaltemperaturmethode als natürliche Verhütung

Im Verlauf des Zyklus verändert sich Ihre Körpertemperatur – während der fruchtbaren Tage ist sie etwas höher. Messen Sie über einen längeren Zeitraum hinweg täglich morgens zur gleichen Zeit Ihre Temperatur. Ist diese an drei aufeinander folgenden Tagen höher als die letzten sechs Tage zuvor, hat Ihr Eisprung vermutlich stattgefunden. Ab dem dritten Tag nach Anstieg der Temperatur beziehungsweise nach dem Eisprung, wird angenommen, dass keine Befruchtung mehr stattfinden kann. Doch Vorsicht: Diese Methode ist unsicher, weil die fruchtbaren Tage nur rückwirkend ermittelt werden können und Schwankungen in der Körpertemperatur auch andere Gründe haben können. Verlassen Sie sich deshalb nicht allein auf diese Verhütungsmethode.

3. Die symptothermale Methode als Verhütungsmittel

Diese natürliche Verhütung kombiniert die Basaltemperaturmethode mit der Untersuchung des Gebärmutterschleims sowie mit dem Abtasten des Gebärmutterhalses. Mit etwas Erfahrung lassen sich mithilfe dieser Methode bei einem regelmäßigen Zyklus die fruchtbaren Tage auf etwa zwölf bis vierzehn Tage eingrenzen. Für Frauen, die sich sehr gut mit ihrem Körper auskennen, gilt diese Methode als relativ sicher, sollte aber dennoch mit dem Arzt abgesprochen oder in einer gründlichen Schulung erlernt werden. Fragen Sie am besten einen Gynäkologen in Ihrer Nähe.

Verhütung per Computer: Wie sicher ist die Methode?

Wenn Sie auf eine natürliche Verhütung setzen möchten, stehen Ihnen dafür auch sogenannte Verhütungscomputer zur Verfügung. Die Geräte funktionieren unterschiedlich. Je nach Modell messen sie Temperatur, Hormonstatus oder Gebärmutterschleim. Teilweise werden die Werte auch miteinander kombiniert. Basierend auf diesen Werten zeigen die Geräte dann an, an welchen Tagen die Gefahr einer Schwangerschaft gering ist und wann Sie zur Sicherheit zusätzliche Verhütungsmittel wie Kondome verwenden sollten.

Wer einen Verhütungscomputer benutzt, sollte einen regelmäßigen Zyklus von 23 bis 35 Tage Länge haben.

Die Sicherheit einer Verhütungsmethode wird mithilfe des sogenannten Pearl-Index ermittelt. Er gibt an, wie viele Frauen trotz Verwendung des Verhütungsmittels innerhalb eines Jahres schwanger werden. Je niedriger der Index, desto sicherer ist das Mittel. Bei Verhütungscomputern hängt der Pearl-Index von der Messmethode ab und liegt nach Herstellerangaben etwa zwischen 2 und 6. Das bedeutet, 20 bis 60 von 1.000 Frauen werden jährlich schwanger, obwohl sie einen Verhütungscomputer nutzten. Es handelt sich somit um eine vergleichsweise unsichere Methode. Zum Vergleich: Der Pearl-Index der Pille liegt zwischen 0,1 und 3. Es werden trotz der Einnahme der Pille jährlich also 1 bis 30 von 1.000 Frauen schwanger. Die Kupferspirale hat einen Wert von 0,3 bis 0,8. Das bedeutet, dass nur 3 bis 8 von 1.000 Frauen, die mit der Spirale verhüten, innerhalb eines Jahres schwanger werden.

Somit empfiehlt sich ein Verhütungscomputer vor allem für Frauen, die Wert auf eine natürliche Form der Empfängnisverhütung legen und gleichzeitig eine mögliche Schwangerschaft nicht vollständig ausschließen. Wer dagegen auf keinen Fall schwanger werden möchte, sollte auf eine Methode mit niedrigerem Pearl-Index zurückgreifen.

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