Die Verhütung mit dem Vaginalring ist eine bequeme Alternative zur Pille.
Neue Verhütungsmethoden


Verhütung mit dem Nuvaring: Hormonelle Alternative zur Pille

Wer eine Alternative zur Pille sucht, kann mit dem Verhütungsring, auch Vaginalring genannt, einer Schwangerschaft vorbeugen. Der hormonhaltige Ring muss nur einmal im Monat eingesetzt werden und eignet sich damit für Frauen, die nicht jeden Tag eine Pille nehmen möchten. Die Wirkungsweise der beiden Verhütungsmittel ist ähnlich. Bislang sind zwei Modelle in Deutschland zugelassen: Der Nuvaring von MSD und der Circlet von Pfizer.

Eine runde Verhütung: So wirkt der Vaginalring

Der Verhütungsring wird aus einem biegsamen medizinischen Kunststoff hergestellt und in der Scheide getragen. Er misst gut fünf Zentimeter im Durchmesser und hat zwei Kammern, aus denen er kontinuierlich kleine Mengen der Hormone Östrogen und Gestagen freisetzt. Diese werden direkt über die Vaginalschleimhäute aufgenommen und verhindern sowohl den Eisprung als auch den Aufbau einer dicken Gebärmutterschleimhaut, in der sich eine Eizelle einnisten könnte. Das Gestagen verdickt darüber hinaus den Schleim am Gebärmutterhals, sodass kaum Spermien in die Gebärmutter gelangen können.

Verhütungsring oder Pille – was ist sicherer?

Die dreifache Form von Schutz sorgt beim Ring dafür, dass der Verhütungsring einen Pearl-Index von 0,25 bis 1,18 hat. Dieser Wert bedeutet, dass nur maximal eine von hundert Frauen, die den Ring als ausschließliche Verhütungsmethode benutzt, innerhalb eines Jahres schwanger wird. Damit entspricht die Wirksamkeit der Verhütung ungefähr der der Pille. Vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt der Verhütungsring allerdings ebenso wenig wie die Pille.

Mögliche Nebenwirkungen des Verhütungsrings

Da es sich bei Pille und Vaginalring um hormonelle Formen der Verhütung handelt, ähneln sich auch die Nebenwirkungen. Allerdings fallen diese beim Ring meist schwächer aus, da die in ihm enthaltene Hormondosis geringer ist. Es kann zu Stimmungsschwankungen, Kopf- oder Bauchschmerzen, Übelkeit, Gewichtszunahme oder Akne kommen. Außerdem führt die Verwendung des Verhütungsrings bei manchen Frauen auch zu Scheidenentzündungen, Ausfluss oder Juckreiz.

Hormonelle Verhütungsmittel eignen sich nicht für alle Frauen: Leiden Sie an Bluthochdruck, an Diabetes oder einem erhöhten Thromboserisiko, sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen, ob nicht andere Mittel für Sie geeigneter sind. Gab es in Ihrer Familie Herzinfarkte oder Schlaganfälle, sollten Sie das auch erwähnen. Weitere Faktoren, die bei der Nutzung hormoneller Verhütungsmittel das Risiko für Thrombose erhöhen können, sind Rauchen und Übergewicht.

Vorteile des Verhütungsrings gegenüber der Pille

Während Sie bei der hormonellen Verhütung mit der Antibabypille jeden Tag eine Pille einnehmen müssen, setzen Sie den Vaginalring ein und müssen sich in den nächsten drei Wochen keine Gedanken um Verhütung machen. Wer sich die Termine zum Einsetzen und Ablegen des Rings im Kalender notiert, hat im Normalfall keine Schwierigkeiten.

Schrecken Sie vor den relativ hohen Hormondosierungen bei der Pille zurück, möchten aber auf den sehr guten Schutz vor Schwangerschaft nicht verzichten, bietet sich der Verhütungsring ebenfalls an: Da er in der Scheide getragen wird, wirkt er lokal. Die Hormone werden direkt über die Schleimhäute aufgenommen. Sie müssen nicht wie bei der Pille über Magen und Darm absorbiert werden, daher sind sie im Ring deutlich niedriger dosiert. Es kommt seltener zu Zwischenblutungen, und die empfängnisverhütende Wirkung kann nicht durch Magenprobleme, Durchfall oder Erbrechen beeinträchtigt werden.

Verhütungsring-Anleitung: So geht’s

Nachdem Sie den Verhütungsring von Ihrem Frauenarzt verschrieben bekommen haben, können Sie ihn leicht selber einsetzen. Hier die Anleitung:

  1. Drücken Sie den Ring zusammen und führen Sie ihn etwa wie einen Tampon in die Scheide ein.
  2. Schieben Sie ihn nach hinten, bis Sie ihn nicht mehr spüren. Die genaue Höhe, auf der der Ring liegt, ist für die Verhütung unwichtig, da die Hormone in jeder Position über die Schleimhaut aufgenommen werden. Der Vaginalring bleibt jetzt genau 21 Tage an dieser Stelle.
  3. Nach drei Wochen entfernen Sie den Ring und machen eine siebentägige Pause, in der die Regelblutung einsetzt. Zum Entfernen haken Sie mit dem Zeigefinger unter den Ring und ziehen Sie ihn heraus. Klappt es nicht sofort, können Sie es in unterschiedlichen Positionen versuchen, etwa mit hochgestelltem Bein oder im Liegen. Sollten Sie wider Erwarten große Probleme bei der Entfernung des Rings haben, suchen Sie Ihren Frauenarzt auf.
  4. Am gleichen Wochentag, an dem Sie den Ring entfernt haben, wird eine Woche später der nächste Ring eingesetzt. Ist dann die Regelblutung noch nicht vorbei, können Sie bedenkenlos den Ring einsetzen und den Tampon davor tragen.

Fällt Ihnen der Ring zu Boden, können Sie ihn mit kaltem oder lauwarmem Wasser abspülen, keinesfalls aber mit heißem Wasser. Auch auf Seife und Desinfektionsmittel sollten Sie verzichten, da sie die Wirkung beeinträchtigen können: Eine sichere Verhütung ist dann nicht mehr gegeben.

Verhütung mit dem Nuvaring: Hormonelle Alternative zur Pille

Der Nuvaring ist ein kleiner, unscheinbarer und flexibler Ring.

Erste Anwendung des Verhütungsrings

Wann der Verhütungsring eingesetzt wird und wie schnell die Verhütung funktioniert, hängt davon ab, wie Sie zuvor verhütet haben. Haben Sie bislang noch keine hormonellen Mittel genommen, setzen Sie den Ring zwischen dem ersten und dem fünften Tag Ihrer Regelblutung ein. Innerhalb der ersten sieben Tage sollten Sie nun zusätzlich mit einem Kondom verhüten.

Haben Sie bislang eine Mikropille genommen, können Sie jederzeit mit dem Verhütungsring beginnen. Auch hier besteht der Schutz vor einer Schwangerschaft nach sieben Tagen. War Ihr bisheriges Verhütungsmittel die Pille mit den Wirkstoffen Östrogen und Gestagen, setzen Sie den Vaginalring an dem Tag ein, an dem Sie die nächste Pillenpackung angebrochen hätten. Hier besteht der Verhütungsschutz sofort.

Diese Wechselwirkungen können auftreten

Der Verhütungsring verträgt sich nicht mit bestimmten Antibiotika und Antiepileptika, mit Ritonavir, das bei HIV-Infektionen gegeben wird, sowie mit Präparaten auf der Basis von Johanniskraut. Nennen Sie vor der Verschreibung Ihrem Arzt daher alle Medikamente, die Sie einnehmen.

Fragen Sie auf jeden Fall nach, ehe Sie Zäpfchen, Cremes oder Tabletten gegen Infektionen der Scheide benutzen: Die meisten von ihnen beeinträchtigen die Wirkungsweise des Rings nicht, bei anderen sollten Sie jedoch bis zum Ende des Zyklus auf eine zusätzliche Verhütung zurückgreifen. Bewahren Sie die Ringe am besten im Kühlschrank, auf keinen Fall aber in Räumen mit über 30 Grad Celsius auf.

Svenja Hauke
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