Töne von Darm und Knochen: Verstecktes Tier in Musikinstrumenten - Tipps zu veganen Alternativen
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Töne von Darm und Knochen: Verstecktes Tier in Musikinstrumenten - Tipps zu veganen Alternativen

Musizieren ohne Tierleid: Mehr als zehn Millionen Menschen in Deutschland spielen in ihrer Freizeit oder professionell ein Instrument – beliebt sind dabei auch Gitarre, Violine und Klavier. Häufig wissen Tierfreunde nicht, dass sich in vielen Instrumenten tierische Bestandteile verstecken. PETA-Experte und Fachreferent Frank Schmidt verrät klassische Stolperfallen und gibt Tipps, worauf Verbraucher beim Kauf von neuen und gebrauchten Instrumenten achten sollten.

„Gerade in klassischen Musikinstrumenten wie Violine, Schlagtrommeln oder einem Flügel verstecken sich teils tierische Bestandteile von Darm über Zahn bis hin zu Haar und Knochen“, erklärt Frank Schmidt. „Durch neue Materialentwicklungen können jedoch viele tierische Materialien am Instrument durch synthetische Stoffe ersetzt werden – das verringert zudem die Anschaffungskosten des Musikinstruments.“

Hier können sich tierische Materialien verstecken:

  • Violine: Gerade bei Barockinstrumenten werden die Saiten häufig aus zerschnittenem und getrocknetem Darm von Schafen oder Rindern hergestellt und bei neueren Modellen auch mit Metallen umwickelt. Alternativ können Violinen auch mit synthetischen Saiten – diese haben einen Kunststoffkern, meist Nylon, Perlon oder Polyester – oder mit Stahlsaiten bespannt werden. Sehr oft werden Streichbögen zudem aus Rosshaar gefertigt, welches vom Schweif der Tiere abgeschnitten oder ausgekämmt wird. Insbesondere das Kupieren kann jedoch zu einer starken Beeinträchtigung der Schutz- und Sozialfunktionen bei Pferden führen. Mittlerweile gibt es ebenfalls sehr leichte Kunststoffbögen.
  • Gitarre: Bei akustischen Gitarren besteht der Sattel, auf dem die Saiten aufliegen, häufig aus Knochen von getöteten Rindern. Als tierfreie Alternativen bieten sich Graphit, Kunststoff oder Ebenholz an.
  • Flügel: Gerade ältere Flügel besitzen häufig noch eine Klaviatur aus Elfenbein von Elefanten. Aufgrund von Artenschutzbestimmungen ist der Handel solcher Instrumente stark eingeschränkt. Alternativ gibt es heutzutage auch Tasten aus Keramik oder Kunststoff. Die Hämmer des Spielwerks sind zudem meist mit Wollfilz von Schafen bezogen.
  • Trommel: Häufig sind typische Schlaginstrumente mit Tierhäuten bezogen. Die Trommelhaut von Djembén und Tablas stammt meist von gehäuteten Ziegen, für Congas wird die Haut von getöteten Büffeln verwendet. Tierfreundlich sind hingegen Bespannungen aus Kunststoff, wie sie bei vielen Schlagzeugen bereits gang und gäbe sind.
  • Flöten: Die Dichtungen bei Flöten sind häufig mit Leder oder Wollfilz ausgestattet. Zudem werden die Polster bei Querflöten mit sogenannter Fischhaut überzogen, wobei es sich um den dünngeschlagenen Vormagen von Kälbchen handelt. Eine Alternative stellen Dichtungen aus Teflon und anderen extrem feinen Kunststoffen dar.

Bei Musikinstrumenten hat jedes Material besondere Klangeigenschaften und je nach Stilrichtung gewisse Vor- und Nachteile. Kunststoffsaiten bei Violinen nutzen beispielsweise selbst Profis gerne – sie halten die Stimmung sehr gut und sind unempfindlich gegenüber Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen. Ein Ausprobieren tierfreier Instrumentenmaterialien lohnt sich für neugierige Musiker auf jeden Fall.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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