TCM Ernährung: Den Speiseplan nach Yin und Yang einteilen
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TCM Ernährung: Den Speiseplan nach Yin und Yang einteilen

Die Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) lassen sich auch auf die täglichen Mahlzeiten anwenden. Hier lesen Sie, wie Sie mit den Lebensmittelkategorien der TCM-Ernährung für Balance in Ihrem Essverhalten sorgen.


Mit TCM zu Balance im Körper


Die Traditionelle Chinesische Medizin bietet nicht nur alternative Heilmethoden für körperliche Beschwerden, zur TCM gehört auch ein Ernährungskonzept. Ziel der TCM-Ernährung ist es, für Balance im Körper zu sorgen und die Lebensenergie des Qi in Fluss zu bringen – so soll der Körper gesund gehalten werden. Um dies zu erreichen, teilt die Traditionelle Chinesische Medizin Lebensmittel in drei Gruppen ein, die den Prinzipien des Yin und Yang und einer neutralen Kategorie zugeordnet werden.


Harmonie von Yin und Yang


Das weiße Yang steht in der Philosophie des Daoismus für die Konzepte hell, hart und heiß sowie für Männlichkeit und Aktivität, Willenskraft und Lebensfreude. Das schwarze Yin verkörpert dagegen die Ideen weich, dunkel, kalt, Weiblichkeit und Ruhe, aber auch gesunden Schlaf und Gelassenheit. Beiden Prinzipien sind bestimmte Lebensmittelgruppen zugeordnet. Menschen, die leicht frieren, schnell ermüden oder unter niedrigem Blutdruck leiden, gelten der Traditionellen Chinesischen Medizin nach als von der Kraft des Yin-Prinzips dominiert. Um für Balance in ihrem Körper zu sorgen, sollen sie Lebensmittel aus der Yang-Kategorie essen. Umgekehrt empfiehlt die TCM für Yang-dominierte Menschen mit erhöhtem Blutdruck, Schlafstörungen und hohen Stressleveln eine Kost mit vielen Yin-Lebensmitteln.


Viele frische Obstsorten zählen zur Kategorie des Yin, so zum Beispiel Zitrusfrüchte, Äpfel, Birnen oder Bananen. Ebenso wasserreiches Gemüse wie Gurken oder Tomaten, Milchprodukte, grüner und schwarzer Tee oder Nahrungsmittel, die nur kurz und in viel Wasser gekocht wurden.


Warme, würzige, fett- oder eiweißreiche Lebensmittel wie Ingwer, Zimt, Pfeffer Fleisch und Fisch gehören dagegen in die Yang-Kategorie. Ebenso verhält es sich mit Bohnen, Nüssen und Trockenobst. Auch lange gekochte oder geröstete Speisen sind dem Yang zugeordnet.


Als neutral gelten dagegen Getreideprodukte, Kartoffeln und verschiedene Hülsenfrüchte. Gemüsesorten wie Möhren und Kohl sowie Kürbisse, Datteln, Feigen oder Eier werden ebenfalls in die neutrale Gruppe gerechnet und sind dadurch sowohl mit Yin- als auch mit Yang-Lebensmitteln kombinierbar.


Die fünf Elemente


Zusätzlich zum Yin und Yang teilt die TCM-Ernährung Lebensmittel nach den fünf Elementen ein. Der chinesischen Tradition zufolge sind das Holz, Feuer, Erde, Wasser und Metall. Sie werden sowohl Lebensmittelgruppen zugeordnet als auch mit einer bestimmten Wirkung auf den Körper verknüpft.


Das Element Holz steht in der TCM-Ernährung für die Geschmacksrichtung sauer und die Farbe grün. Ihm sind Lebensmittel wie Äpfel oder Essig zugeordnet. Holz soll sich auf Organe wie Leber und Gallenblase auswirken.


Feuer steht für den bitteren Geschmack und die Farbe Rot. Entsprechende Lebensmittel sind Kaffee oder Rotwein, die Herz oder Dünndarm beeinflussen sollen.


Wasser ist mit salzigen Aromen und der Farbe Schwarz verbunden. Das Element wird mit den Nieren und der Blase assoziiert. Zum Beispiel gelten Fisch und Algen als Wasser-Lebensmittel.


Erde ist der Farbe Gelb und süßen Geschmacksnuancen aber auch sättigenden Speisen wie Kartoffeln und Wurzelgemüse zugeordnet. Dazu sollen Erd-Lebensmittel den Magen und die Milz beeinflussen.


Metall steht für sauren Geschmack und die Farbe Weiß. Ihm sind Gewürze und Knoblauch zugeordnet sowie die Organe Lunge und Dickdarm.


So wird der Speiseplan zusammengestellt


Für eine ausgewogene TCM-Ernährung sollen jeweils so viele mit Yin oder Yang assoziierte Lebensmittel gegessen werden, dass beide Kräfte im Körper im Gleichgewicht stehen. Zudem empfehlen TCM-Experten, dass jede Mahlzeit alle fünf Geschmackselemente vereinen sollte. Als Basis dienen dafür Getreide, Hülsenfrüchte und Gemüse. Diese neutrale Grundlage wird dann entsprechend mit Lebensmitteln aus der Yin oder Yang-Gruppe ergänzt. Die Speisen werden in der Regel gekocht und niemals heiß oder eiskalt serviert. Rohkost, frisch gepresste Säfte und Mineralwasser sind kein Teil der TCM-Ernährung. Der Speiseplan ist dabei jedoch nicht einheitlich, sondern soll die jeweiligen individuellen Bedürfnisse und den körperlichen Zustand eines Menschen berücksichtigen.


Wissenschaftlich ist nicht erwiesen, dass eine Ernährung nach Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin Krankheiten vorbeugen oder heilen kann. Ob die Einteilung von Lebensmitteln in Yin und Yang sowie in Elementkategorien einen gesundheitlichen Vorteil bringt, ist noch nicht erforscht. Die TCM-Prinzipien, Mahlzeiten aus einer Vielzahl von Lebensmitteln zu kombinieren, in Maßen und nur bei Hungergefühl zu essen und auf saisonale und regionale Lebensmittel zu setzen, können jedoch durchaus zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung beitragen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Autor/-in
Christopher Kiel
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