Tiefkühlkost besaß lange einen schlechten Ruf. Warum das aber ein Irrtum ist, erfahren Sie hier.
Ernährungs-Mythen •

Tiefkühlkost versus frische Kost: Auf was Sie lieber zurückgreifen sollten

Tiefkühlware findet sich in jedem Supermarkt und heute auch in Bioläden. Trotzdem scheiden sich an den gefrosteten Lebensmittel oft die Geister. Sind die Produkte aus der Tiefkühltruhe ebenso gesund wie frische Lebensmittel oder gehen Vitamine und andere Nährstoffe durch den Gefrierprozess verloren? Sollten sie für eine gesunde Ernährung überhaupt verwendet werden? Hier finden Sie Antworten auf diese Fragen.

Frische Lebensmittel - für eine gesunde Ernährung wirklich optimal?

Für eine gesunde Ernährung gelten frisches Obst und frisches Gemüse als unverzichtbar. Sie liefern dem Körper lebenswichtige Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Optimal ist, wenn sie Bio-Qualität besitzen. Tiefkühlprodukte galten daher lange als Notlösung für Singles oder eine schnelle Mahlzeit. Sie vereinfachen den Alltag, haben - so das Vorurteil - jedoch mit einer gesunden Lebensweise nichts zu tun. 

Ernährungsexperten sind hierüber inzwischen völlig anderer Ansicht. Frisches Obst und frisches Gemüse suggerieren zwar Gesundheit, besitzen jedoch oft weniger Nährstoffe als tiefgekühlte Ware. Der Grund liegt darin, dass viele Vitamine bei ungekühlter Ware durch Licht und Wärme schnell verloren gehen. Nach zwei Tagen Lagerung bei 20 Grad Celsius büßt Spinat 80 Prozent seiner Vitamine ein, bei frischen Erbsen ist der Vitamingehalt auf rund 80 Prozent gesunken.

Frisches Obst und Gemüse im Supermarkt hat in der Regel eine längere Reise hinter sich: Nach der Ernte kommt es zum Großhändler und von dort in die Supermarktregale. Dort wartet es oft ebenfalls für längere Zeit auf Käufer. Sein Vitamingehalt kann in dieser Zeit auf ein Minimum gesunken sein. Importiertes Obst und Gemüse wird häufig in unreifem Zustand geerntet und später künstlich nachgereift. Im Vergleich zu natürlich gereiften Produkten verfügen diese Lebensmittel über einen deutlich geringeren Gehalt an Vitaminen. 

Anders sieht es aus, wenn Sie Ihr Obst und Gemüse in Ihrem eigenen Garten ziehen oder bei einem regionalen Anbieter kaufen. In diesem Fall ist frische Ware tatsächlich erste Wahl. Um ihre Nährstoffe zu erhalten, ist es wichtig, dass sie so schnell wie möglich in den Kühlschrank kommt, bald verbraucht - oder eingefroren - wird. 

Wie viele Nährstoffe enthält Tiefkühlkost?

Gegenüber konventioneller Frischware punkten Tiefkühlgemüse oder Tiefkühlobst mit einem höheren Gehalt an Vitaminen und anderen Nährstoffen, da Verluste durch lange Transportwege und Lagerung hier so gut wie ausgeschlossen sind. Die meisten Tiefkühlprodukte werden unmittelbar nach der Ernte blanchiert und bei Temperaturen von -30 bis -50 Grad Celsius schockgefroren. Für eine sachgemäße Lagerung ohne Vitaminverluste reichen später -18 Grad.

Durch den Gefrierschock wird der Abbau von Vitaminen und anderen Inhaltsstoffen in Obst und Gemüse unterbrochen. Die Zellstrukturen bleiben intakt, auch die Aromen der Produkte werden durch das Einfrieren nicht angegriffen. Zudem lässt sich Tiefkühlware lange lagern, ohne dass ihre Qualität darunter leidet. Erbsen oder Spinat besitzen nach einem Jahr noch über 80 Prozent ihres ursprünglichen Vitamingehalts. Bei anderem Gemüse und Früchten sieht es ähnlich aus. Auch Fleisch und Fisch aus der Tiefkühltruhe können Sie bedenkenlos verwenden. Solange die Kühlkette nicht unterbrochen wird, haben Keime bei Tiefkühlware keine Chance. 

Wie taue ich Tiefkühlware richtig auf?

Wichtig ist außerdem das richtige Auftauen von Tiefkühlprodukten. Tiefgekühltes Gemüse wird ohne vorheriges Auftauen gekocht. Besonders schonend bereiten Sie es durch Dünsten zu - hierdurch werden seine Nährstoffe am wenigsten angegriffen. Alle anderen Lebensmittel aus der Tiefkühltruhe tauen Sie am besten im Kühlschrank auf - ohne Verpackung und auf einem Sieb, damit sie nicht in ihrem Tauwasser liegen. Einmal aufgetaute Lebensmittel sollten unmittelbar verwendet und nicht wieder eingefroren werden. 

Wann ist von Tiefkühlware abzuraten?

Bei unbehandelten und nicht verarbeiteten Lebensmitteln gibt es keine Argumente gegen Tiefkühlkost - sie ist mindestens so gesund wie frische Ware. Tiefkühlobst und Tiefkühlgemüse sind durch ihren höheren Gehalt an Vitaminen und Nährstoffen frischen Produkten sogar häufig überlegen. Anders sieht es bei verarbeiteten Produkten und Fertiggerichten aus. Neben größeren Mengen Fett und Zucker enthalten sie meist zahlreiche synthetische Zusätze: Künstliche Aromen sowie Farb- und Konservierungsstoffe. Bei einer gesunden Ernährung sollten diese Lebensmittel, wenn überhaupt, nur eine sehr geringe Rolle spielen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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