Starker Sonnenbrand - wann zum Arzt?
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Starker Sonnenbrand - wann zum Arzt?

Im Schwimmbad die Sonnencreme vergessen, am Strand eingeschlafen oder im schulterfreien Shirt in den Bergen wandern gewesen: Jetzt ist die Haut dunkelrot und schmerzt. Sonnenbrand kann starke Hautschäden mit sich bringen. Wann Sie mit Sonnenbrand zum Arzt müssen.

Sonnenbrand-Ursache: Zu viel UV-Strahlung verbrennt die Haut

Von Sonnenbrand betroffen sind vor allem die sogenannten „Sonnenterassen“, also Schultern, Nase und Füße. Nach einem ausgiebigen Sonnenbad zeigen auch Rücken, Po, Brust, Bauch und Beine häufig starke Rötungen. Etwa zwei bis acht Stunden nach dem ungeschützten Aufenthalt in der Sonne zeigt die Haut die ersten Sonnenbrand-Symptome.

Sonnenbrand-Symptome: So zeigt sich der Sonnenbrand auf der Haut

Die Haut rötet sich und schwillt an. Sie spannt, ist druckempfindlich und brennt. Oftmals kommt Juckreiz hinzu. Starke Rötungen, Schmerzen und Blasenbildung können den Sonnenbrand begleiten. Je intensiver die UV-Strahlung ist und je länger die Haut der Sonne ausgesetzt war, desto stärker ist der Sonnenbrand. Sonnenbrand wird in drei Schweregrade unterteilt:

  • Grad 1:schmerzhafte Rötung, Schwellung und Juckreiz
  • Grad 2:Blasenbildung
  • Grad 3:weitgehende Zerstörung und Ablösung der Oberhaut

Nach etwa 24 bis 36 Stunden erreichen die Symptome des Sonnenbrands ihren Höhepunkt. Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Fieber sind Hinweise auf einen Sonnenstich.

Sonnenbrand-Behandlung: Wann Sie mit Sonnenbrand zum Arzt müssen

Bei Verbrennungen größerer Hautareale, offenen Stellen oder starken Schmerzen sollten Sie mit einem Sonnenbrand immer zum Arzt gehen. Die verletzte Haut braucht dann eine besondere medizinische Pflege, um ohne Infektion und Narben abheilen zu können. Der Arzt wird höchstwahrscheinlich eine Hautpflege verschreiben, die kühlend, entzündungshemmend und desinfizierend ist. Wirkstoffe, welche die Wundheilung fördern sind unter anderem Panthenol, Allantoin und Bisabolol.

Die Cremes enthalten mehr Wasser als Fett (Öl-in-Wasser-Emulsion), da zu viel Fett die Haut abdeckt und den Heilungsprozess behindert. Kortisonhaltige Cremes und Antihistaminika lindern die Entzündung. Bei starken Schmerzen können Schmerzmittel helfen, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Paracetamol. Die neu gebildete Haut ist sehr empfindlich und sollte erst nach vier bis sechs Wochen der Sonne ausgesetzt werden. Sonnenschutzcreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor (LSF) beugt einem erneuten Sonnenbrand vor.

Sonnenbrand und Übelkeit? Mit Sonnenstich zum Arzt

Beschwerden wie starke Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Übelkeit, Schwindel, Erbrechen und Fieber deuten auf einen Sonnenstich hin. Dieser sollte ebenfalls von einem Arzt behandelt werden. Bei einem Sonnenstich kommt es zu einer entzündlichen Reizung und Schwellung der Hirnhäute durch die Sonneneinstrahlung.

Zeigt die Haut Symptome einer Sonnenallergie, kann ein Arztbesuch ebenfalls angebracht sein. Vor allem, wenn Sie stark unter dem Juckreiz leiden. Eine Sonnenallergie erkennen Sie an folgenden Symptomen:

  • rote Flecken
  • Quaddeln
  • Knötchen
  • kleine Bläschen/ Pickelchen
  • Rötungen
  • Juckreiz

Vorsicht Sonnenbrand: Diese Medikamente machen die Haut lichtempfindlich

Um Sonnenbrand vorzubeugen, kommt es nicht nur auf einen ausreichenden Sonnenschutz an. Neben Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor, langer Kleidung, dem Aufenthalt im Schatten sowie einer Kopfbedeckung ist es außerdem ratsam, die Packungsbeilage der Medikamente zu lesen, die man einnehmen muss. Es gibt Medikamente, die die Haut sonnenempfindlich machen, sodass bereits leichte Sonneneinwirkung zu starkem Sonnenbrand führen kann. Eine solche fototoxische Reaktion ist zum Beispiel nach der Einnahme von Schmerzmitteln, Antibiotika, Neuroleptika, Johanniskrautpräparaten, Akne-Präparaten und Baldrian möglich. Auch Parfums und ätherische Öle können die Empfindlichkeit der Haut erhöhen. Fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt, wie sich Ihre Medikamente mit der Sonne vertragen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel
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