Sonnenbrand-Gefahr im Auto? Die Windschutzscheibe schützt vor UV-Strahlung.
Sonnenbrand vorbeugen •

Schützt Glas vor UV-Strahlung?

Kann man im Auto Sonnenbrand bekommen? Welchen Lichtschutzfaktor braucht Sonnencreme? Und was ist der Unterschied zwischen chemischen und mineralischen UV-Filtern? Antworten auf fünf spannende Sonnenbrand-Fragen.

Sonnenbrand-Gefahr im Auto: Schützt Glas vor UV-Strahlung?

Sonnenbrand-Gefahr im Auto besteht in der Regel nicht – sofern die Fenster geschlossen sind. Die heute üblichen Wind­schutz­scheiben aus Verbund­glas filtern die meisten ultravioletten Strahlung der Sonne (UV-Strahlen) heraus. Die Seiten­scheiben allerdings bieten oft weniger Schutz. Über die Seitenfenster können UV-Strahlen auf die Haut treffen. UV-B-Strahlen werden von Glas zum Großteil absorbiert. Vor allem UV-A-Strahlen durchdringen Glas. Doch auch diese können die Haut verbrennen, beschleunigen die Hautalterung und erhöhen das Hautkrebsrisiko. Das heißt: Das Sonnenbrandrisiko und die UV-Licht-Belastung im Auto ist zwar gering, aber dennoch vorhanden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, verwendet auch für die Autofahrt eine Sonnencreme mit UV-A- und UV-B-Schutz.

Welchen Lichtschutzfaktor braucht Sonnencreme?

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BFS) unterteilt Sonnenschutzmittel in vier verschiedene Schutzgrade:

  • Leichter Schutz: LSF 6 bis 10
  • Mittlerer Schutz: LSF 15 bis 25
  • Hoher Schutz: LSF 30 bis 50
  • Sehr hoher Schutz: LSF mehr als 50

Für Erwachsene empfiehlt das BFS mindestens LSF 20. Für Kinder gilt mindestens LSF 30. Ebenfalls wichtig ist, dass die verwendete Sonnencreme gegen UV-B- und gegen UV-A-Strahlen wirksam ist. Im Zweifel wählt man immer einen höheren LSF. Die UV-Belastung ist beispielsweise am Wasser, am Strand, in den Bergen oder in Äquatornähe besonders hoch.

Neben der Sonnencreme sind eine Kopfbedeckung, sonnendichte Kleidung sowie eine Sonnenbrille mit geeignetem UV-Filter wichtige Schutzfaktoren gegen die Strahlung. Da zwischen 11 und 15 Uhr die Sonne am höchsten steht, sollte man die Mittagssonne meiden.

Sonnencreme: Was ist der Unterschied zwischen chemischen und mineralischen UV-Filtern?

Die Wirkweise von chemischen und mineralischen Sonnencremes unterscheidet sich. Während chemische UV-Filter die UV-Strahlen absorbieren und die energiereiche Strahlung in andere Energieformen wie etwa Wärme umwandeln, wirken mineralische UV-Filter wie ein Spiegel. Die kleinen Partikel, etwa aus Titanoxid, streuen und reflektieren die UV-Strahlung, sodass sie von der Haut abgeführt wird. Mineralische UV-Filter wirken sofort. Chemische UV-Filter benötigen etwas Zeit, bis sie ihre Wirkung entfalten und sollten 20 bis 30 Minuten vor dem Sonnenbad aufgetragen werden.

Ein Vorbärunen im Solarium hilft nicht gegen Sonnenbrand.

Ein Vorbärunen im Solarium hilft nicht gegen Sonnenbrand.

Sonnenbrand vorbeugen: Nützt Vorbräunen im Solarium?

Vorbräunen im Solarium ist nicht zu empfehlen, wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BFS) mitteilt. Damit setze man sich unnötigerweise den gesundheitsschädigenden Wirkungen der UV-Strahlung aus, ohne dass ein ausreichender UV-Eigenschutz der Haut bestehe. Außerdem betonen die Experten, dass auch gebräunte Haut keinen Schutz vor Erbgutschäden bietet. Das Risiko an Hautkrebs zu erkranken, besteht trotzdem. Und: Auch ohne Sonnenbrand erhöht Sonnenstrahlung das Risiko für Hautkrebs.

Bin ich unter dem Sonnenschirm sicher?

Ein Sonnenschirm schützt zwar vor UV-Strahlung, ganz abwehren kann er sie aber nicht. Bis zu 50 Prozent der UV-Strahlen können trotz Sonnenschirm auf die Haut gelangen. Abhängig ist das zum einen von dem Stoff, aus dem der Sonnenschirm ist und zum anderen davon, wie stark der Boden reflektiert. Man kann also auch unter einem Sonnenschirm Sonnenbrand bekommen. Auch wer im Schatten unter einem Baum sitzt, kann sich einen Sonnenbrand zuziehen. Ist der Himmel bewölkt, gelangen ebenfalls noch ausreichend UV-Strahlen auf die Haut, sodass ein Sonnenbrand entstehen kann. Sonnencreme ist daher auch im Schatten ein wichtiger Schutz.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ann-Kathrin Landzettel
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