Wer seine Haut regelmäßig untersucht, erkennt veränderte Leberflecken frühzeitig.
So schädlich ist Sonne für die Haut •

Expertenrat: Hautkrebs erkennen mit der ABCDE-Regel

Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft erkranken jedes Jahr etwa 170.000 Menschen an weißem Hautkrebs und 21.000 an schwarzem Hautkrebs. Schwarzer Hautkrebs ist für etwa ein Prozent aller Krebstodesfälle verantwortlich. Im Rahmen der Hautkrebsvorsorge übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre die Kosten für ein Hautkrebsscreening. Doch auch man selbst kann seine Haut untersuchen. Worauf man dabei achten muss, weiß Dermatologin Dr. Uta Schlossberger aus Köln.

Gelbe Seiten:Wie sinnvoll ist es, die eigene Haut regelmäßig nach Veränderungen abzusuchen?

Dr. Uta Schlossberger: Das können Sie natürlich machen. Doch aus Erfahrung weiß ich, dass viele Patienten sehr nervös werden, wenn Sie Veränderungen feststellen. Doch nicht jede Hautveränderung ist automatisch bösartig. Ich rate daher dazu, die Haut jährlich von einem Hautarzt untersuchen zu lassen. Der Patient muss die Kosten der zusätzlichen Untersuchung zwar selbst tragen, doch dafür weiß er, ob alles in Ordnung ist oder ob eine verdächtige Hautstelle entfernt werden muss.

Gelbe Seiten: Wer seine Haut selbst untersuchen möchte – auf welche Hautveränderungen muss er besonders achten?

Dr. Uta Schlossberger: Für die Selbstuntersuchung bietet die ABCDE-Regel eine gute Orientierung. Wenn mindestens eines der Merkmale der ABCDE-Regel zutrifft, sollte man zum Arzt gehen. A steht für Asymmetrie, B für Begrenzung, C für Colour, D für Durchmesser und E für Evolution. Das heißt, man sollte aufmerksam werden, wenn der Leberfleck nicht gleichmäßig rund, oval oder länglich geformt ist, sondern verwaschene, gezackte, unebene oder raue Ränder zeigt. Unterschiedliche Färbungen gehören genau wie Krustenbildung oder Blutungen ebenfalls zu den Warnzeichen. Auch wenn der Leberfleck an der breitesten Stelle größer als fünf Millimeter ist oder sich innerhalb der letzten drei Monate verändert hat, sollte man ihn untersuchen lassen.

Gelbe Seiten: Weißer Hautkrebs ist unauffälliger als schwarzer Hautkrebs. Welche Hautveränderungen gehören zu den Warnsignalen für weißen Hautkrebs?

Dr. Uta Schlossberger: Weißen Hautkrebs zu erkennen ist nicht so einfach. Er sieht oft wie ein Ekzem aus, das nicht heilt. Beobachten Sie vor allem die sogenannten „Sonnenterassen“, also Kopfhaut, Ohren, Stirn, Nase, Wangen und Lippen. Bei kleinen Wunden, die immer wieder bluten und nässen, sollten Sie aufmerksam werden. So mancher denkt sogar zuerst an einen Pickel.

Gelbe Seiten: Welcher Krebs ist gefährlicher: der weiße oder der schwarze Hautkrebs?

Dr. Uta Schlossberger: Der schwarze Hautkrebs ist gefährlicher als der weiße, denn er streut ab einer bestimmten Größe. Das heißt, er bildet Metastasen, also Tochtergeschwüre. Der weiße Hautkrebs hingegen wächst zwar tief in die Haut hinein, streut aber so gut wie nie.

Gelbe Seiten: Kann aus einem harmlosen Leberfleck plötzlich Hautkrebs werden?

Dr. Uta Schlossberger: Leberflecken an sich sind harmlos. Manche bestehen von Geburt an, andere kommen im Laufe des Lebens hinzu. Allerdings kann sich aus ihnen Hautkrebs entwickeln. Das gilt für solche Leberflecken, die ein sogenanntes Pigmentnetz aufweisen. Das sieht der Hautarzt. Diese Leberflecken sollten engmaschig untersucht werden. 

Gelbe Seiten: Wie wichtig ist Sonnencreme, um Hautkrebs vorzubeugen?

Dr. Uta Schlossberger: Jeder Sonnenbrand erhöht das Risiko an Hautkrebs zu erkranken. Die Verwendung von Sonnencreme gehört daher zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen, um Hautkrebs vorzubeugen. Je höher der Lichtschutzfaktor der Sonnencreme ist, desto besser schützt sie vor Sonnenbrand. Achten Sie darauf, ausreichend Creme aufzutragen und denken Sie daran, die Sonnencreme zwischendurch immer wieder aufzufrischen. Bedenken Sie aber, dass das den Schutz zwar erneuert, ihn aber nicht verlängert.    

 

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Dr. Uta Schlossberger
Experte
Ann-Kathrin Landzettel
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