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Hausmittel gegen Sodbrennen: Die sieben besten Sodbrennen-Hausmittel
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Hausmittel gegen Sodbrennen: Die sieben besten Sodbrennen-Hausmittel

„Ich habe schon wieder Reflux – kennst du ein Hausmittel gegen Sodbrennen?“ Sodbrennen ist weit verbreitet. Schätzungen der Deutschen Gastro-Liga e. V. zufolge kennt fast die Hälfte der Erwachsenen das Brennen hinter dem Brustbein. Medikamente müssen nicht immer sein. Sieben Sodbrennen-Hausmittel, die Sie kennen sollten.

Tee gegen Sodbrennen: Diese Teesorten lindern das Brennen

Tee ist in vielfacher Hinsicht ein gutes Hausmittel gegen Sodbrennen. Zum einen hilft Tee, die Speiseröhre zu spülen und die Säuren zu verdünnen. Zum anderen wirken Kräuter beruhigend auf die Schleimhaut. Als Tee gegen Sodbrennen sind besonders Sorten wie Kamille, Fenchel, Kümmel, Anis und Salbei geeignet. Vorsicht geboten ist bei Pfefferminztee. Die enthaltenen ätherischen Öle verstärken bei einigen Menschen Sodbrennen und reizen die Schleimhaut der Speiseröhre.

Tipp: Trinken Sie den Tee gegen Sodbrennen nicht zu heiß, um die Schleimhaut zu entlasten.

Sodbrennen: Milch ist ein bewährtes Sodbrennen-Hausmittel

Neben Tee ist auch Milch ein bewährtes Sodbrennen-Hausmittel. Milch spült genau wie Tee die Speiseröhre und verdünnt so die Wirkung der Magensäure. Zudem helfen das in der Milch enthaltene Eiweiß und Fett, die Säure etwas zu binden und einen leichten Schutzfilm auf der Speiseröhre zu bilden. Alternativ kann auch ein Esslöffel Kondensmilch das Sodbrennen linden.

Tipp: Bei einer bestehenden Laktoseintoleranz ist Milch als Sodbrennen-Hausmittel ungeeignet.

Warum Haferflocken gegen Sodbrennen helfen

Haferflocken sind ebenfalls ein altbewährtes Hausmittel gegen Sodbrennen. Die enthaltenen Schleimstoffe legen sich schützend über die gereizte Schleimhaut der Speiseröhre. Außerdem binden Haferflocken die Magensäure und lindern so Sodbrennen und saures Aufstoßen.

Tipp: Nehmen Sie einen Esslöffel trockene Haferflocken und kauen Sie diese gut zu einem Brei. Haferflocken helfen vorbeugend, aber auch im Akutfall. Da Haferflocken trocken sind, können Sie immer welche in einem kleinen Gefäß in der Handtasche mit sich führen.

Bei Sodbrennen Heilerde und Kartoffelsaft testen

Kulinarisch wahrlich kein Genuss, aber wirksam: Heilerde und Kartoffelsaft gegen Sodbrennen. Heilerde ist gegen Sodbrennen wirksam, da sie Säuren im Magen binden hilft. Bei Kartoffelsaft ist es die enthaltene Stärke, die gegen die Magensäue wirksam ist. Während Sie Heilerde in Apotheke, Drogerie und Reformhaus kaufen können, können Sie Kartoffelsaft gegen Sodbrennen leicht selbst herstellen: Schneiden Sie zwei mittelgroße Kartoffeln in grobe Stücke und kochen Sie diese für 20 Minuten in 1,5 Liter Wasser. Dann seihen Sie den Sud ab und trinken über den Tag verteilt immer einige Schlucke.

Tipp: Sie können mit den Kartoffeln auch zwei Esslöffel Leinsamen kochen. Diese enthalten Schleimstoffe, welche beruhigend auf die Speiseröhre wirken.

Kaugummi gegen Sodbrennen?

Hilft Kaugummi gegen Sodbrennen? Die Meinungen gehen auseinander. Während die einen von dem vermehrten Speichelfluss profitieren, regt das Kauen bei anderen die Produktion der Magensäure an. Probieren Sie aus, ob Kaugummikauen Ihnen hilft. Tipp: Kauen Sie Kaugummis ohne Zucker und Menthol.  

Mandeln gegen Sodbrennen

Mit den pflanzlichen Proteinen aus Mandeln und Nüssen können Sie der Magensäureproduktion etwas entgegenwirken und Ihr Sodbrennen so verbessern. Kauen Sie eine kleine Handvoll Mandeln oder Haselnüsse langsam und gründlich, bis ein Brei entsteht und schlucken Sie diesen herunter.

Hausmittel Natron gegen Sodbrennen

In manchen Fällen hilft auch ein kleiner, gestrichener Teelöffel Speisenatron in lauwarmem Wasser aufgelöst gegen Sodbrennen. Die Lösung ist alkalisch und kann dadurch die Magensäure neutralisieren.

Allerdings gilt: Wenden Sie Natron und die anderen Hausmittel gegen Sodbrennen nur bei gelegentlichen Beschwerden an. Haben Sie regelmäßig mit Reflux-Beschwerden wie Sodbrennen und saurem Aufstoßen zu kämpfen, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen und die Ursache klären lassen.

Sodbrennen: Welcher Arzt ist der richtige?

Wenden Sie sich im ersten Schritt an Ihren Hausarzt, einen Facharzt für Innere Medizin oder einen Facharzt für Allgemeinmedizin. Dieser kann Sie bei Bedarf an einen Gastroenterologen zur weiteren Abklärung der Symptome überweisen.

Angaben der Deutschen Gastro-Liga e. V. zufolge können neu aufgetretene oder gelegentliche Refluxbeschwerden ohne begleitende Alarmsymptome (Schluckstörung, ungewollter Gewichtsverlust, Blutungszeichen) zunächst selbst behandelt werden. Halten die Reflux-Beschwerden länger als vier Wochen an, sollten Sie zum Arzt gehen.
Laut Gastroenterologen verläuft die Refluxkrankheit bei den meisten Patienten chronisch. Der Verlauf kann dabei sowohl kontinuierlich als auch schubweise sein. Spontanheilungen einer Refluxkrankheit sind selten, kommen aber vor.
Das muss nicht sein. Die medizinische Literatur deutet darauf hin, dass bei etwa 25 bis 30 Prozent der Patienten die Schäden in der Speiseröhre im Laufe des Lebens zunehmen. Bei den anderen Patienten stagnieren die Beschwerden in dem Stadium der Erstdiagnose.

Quellen:

 Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Berufsverband der Deutschen Internisten e. V.

Gastro-Liga e. V.

gesundheitsinformation.de

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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