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Was hilft gegen Sodbrennen? Mittel gegen Sodbrennen
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Was hilft gegen Sodbrennen? Mittel gegen Sodbrennen

„Was hilft gegen Sodbrennen?“ – eine häufige Frage in der Apotheke. Fast jeder dritte Erwachsene kennt Sodbrennen. Vor allem nach reichhaltigen und fettigen Mahlzeiten tritt das Symptom auf – oft mit saurem Aufstoßen verbunden. Ursache für immer wiederkehrendes Sodbrennen kann die Refluxkrankheit sein. Mittel gegen Sodbrennen, die Ihnen helfen.

Was hilft gegen Sodbrennen?

Sodbrennen ist in vielen Fällen durch zu große, zu fettige oder zu zuckerhaltige Mahlzeiten verursacht. Auch hastiges Essen unter Stress, schlechtes Kauen, säurehaltige Getränke sowie scharfe Speisen gehören zu den häufigen Sodbrennen-Auslösern. Im Akutfall hilft oftmals ein kleines Glas Milch gegen Sodbrennen. Die Flüssigkeit spült die Speiseröhre. Der Fett- und Eiweißanteil in der Milch schützt die Schleimhäute und hilft, die Wirkung der Magensäure zu reduzieren.

Natron, Mandeln und Haferflocken gegen Sodbrennen

Eine Handvoll Mandeln oder ein Esslöffel Haferflocken – gut gekaut – kann Sodbrennen und saures Aufstoßen ebenfalls lindern. Bei gelegentlichem Sodbrennen können Sie es auch mit Natron versuchen. Natron gegen Sodbennen gehört zu den altbewährten Hausmitteln. Allerdings sollten Sie Natron bei Sodbrennen vorsichtig dosieren. Natron neutralisiert die Magensäure. Zu viel Natron stört das den Verdauungsvorgang – was wiederum andere Beschwerden auslösen kann.

Die Dosierempfehlung: Rühren Sie gegen akutes Sodbrennen einen kleinen, gestrichenen Teelöffel in ein großes Glas warmes, stilles Wasser. Trinken Sie zuerst nur ein paar Schlucke und schauen Sie, ob das Sodbrennen nachlässt. Wenn nicht, trinken Sie noch einige weitere Schlucke der Natron-Lösung.

Mittel gegen Sodbrennen

Freiverkäufliche Mittel gegen Sodbrennen bekommen Sie in der Apotheke. Lassen Sie sich im Bedarfsfall beraten. Sogenannte Antazida neutralisieren die Magensäure und lindern so das Sodbrennen. Prokinetika sollen die Entleerung des Mageninhalts fördern und ebenfalls den Rückfluss in die Speiseröhre hemmen. Alginathaltige Mittel sollen durch die Bildung einer gelartigen Substanz den Rückfluss von Mageninhalt bremsen.

Helfen frei verkäufliche Mittel gegen Sodbrennen nicht, kann ein Arzt Sodbrennen-Medikamente verschreiben. Zu den Mitteln gegen Sodbrennen gehören unter anderem:

  • Protonenpumpenhemmer (Protonenpumpeninhibitoren,PPI): Sie blockieren das Pumpensystem im Magen. Die Belegzellen im Magen pumpen Protonen in den Magen. Zusammen mit Chlorid verbinden sich die Protonen zu Salzsäure (Magensäure). PPI blockieren die Aktivität der protonenbildenden Zellen in der Magenschleimhaut. Die Säuremenge wird reduziert. Sie werden daher auch als Magensäureblocker bezeichnet. PPI gehören zu den am meisten verordneten Medikamenten bei Magenbeschwerden.  
  • H2-Rezeptorblocker: Sie hemmen die Produktion von Magensäure, indem sie die Bindung des Hormons Histamin im Magen blockieren. Weitere Bezeichnungen für diese Mittel gegen Sodbrennen sind H2-Blocker, H2-Rezeptorantagonisten und H2-Antihistaminika. Zu den H2-Rezeptorenblockern gehören Famotidin, Ranitidin, Nizatidin und Cimetidin. Die beiden erstgenannten sind in niedriger Dosierung rezeptfrei erhältlich.

Sodbrennen – was tun?

Leiden Sie nur ab und an unter Sodbrennen, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Dies ist meist auf ungesunde Essgewohnheiten zurückzuführen und die Beschwerden lassen mit Hilfe von Hausmitteln meist rasch wieder nach. Aufmerksam werden sollten Sie, wenn Sodbrennen häufiger auftritt und die Beschwerden ausgeprägter sind. Dann kann es sein, dass die Refluxkrankheit (gastroösophageale Refluxerkrankung, kurz GERD) oder eine andere Krankheit die Ursache ist. Dann ist es empfehlenswert, wenn ein Gastroenterologe sich ein Bild von Ihren Beschwerden macht und Speiseröhre und Magen untersucht.

Endoskopie bei Sodbrennen

Mit Hilfe einer Endoskopie der Speiseröhre (Spiegelung der Speiseröhre) kann der Gastroenterologe Veränderungen an der Innenwand der Speiseröhre sichtbar machen. Hierfür schiebt er einen dünnen, flexiblen Schlauch, an dessen Ende sich eine Kamera und eine Lichtquelle befinden, über Mund oder Nase in die Speiseröhre vor. Die Aufnahmen werden auf einen Bildschirm übertragen. So kann der Arzt Entzündungen, Verengungen der Speiseröhre oder einen Barrett-Ösophagus erkennen. Findet der Arzt auffällige Schleimhautbereiche, kann er mit Hilfe einer Zange Gewebeproben entnehmen.

Eine Operation gegen Sodbrennen kommt dann in Frage, wenn Medikamente und Änderungen im Lebensstil das Sodbrennen nicht in gewünschtem Maße lindern. Bei der Anti-Reflux-Operation, Fundoplikatio genannt, legt der Operateur den oberen Teil des Magens um das untere Ende der Speiseröhre und näht dieses an Zwerchfell, Magen oder Speiseröhre an. So soll verhindert werden, dass Säure vom Magen in die Speiseröhre zurückfließt.  
Angaben der Deutschen Gastro-Liga e. V. zufolge ist der Eingriff in den Händen eines erfahrenen Chirurgen ähnlich wirksam wie eine korrekt durchgeführte PPI-Therapie. Können die Beschwerden durch die Operation gelindert werden, bleibt dem Betroffenen die jahrelange Einnahme von Medikamenten erspart – und damit auch eine Reihe Nebenwirkungen.
Nach der Anti-Reflux-Operation haben relativ viele Patienten mit Blähungen und Aufstoßen zu kämpfen. Auch Schluckbeschwerden können auftreten oder verstärkt werden. Da einige dieser Beschwerden auch typisch für die Refluxkrankheit sind, ist nicht immer klar abzugrenzen, ob die Symptome zum Krankheitsbild gehören oder Folge der Operation sind.

Quellen:

Broschüre Sodbrennen und Refluxkrankheit des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

 Broschüre „Sodbrennen“ der Deutschen Gastro-Liga e. V.

Berufsverband Deutscher Internisten e. V.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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