Die Risikofaktoren für eine Frühgeburt sind vielfältig.
Frühgeburt •

Frühgeburt Ursachen

Wenn in der Schwangerschaft Risiken vorhanden sind oder Unregelmäßigkeiten auftreten, besteht die Gefahr einer Frühgeburt. Die Risiken und Ursachen für Frühgeburten sind vielfältig, können Fehlentwicklungen sowie bleibende Beeinträchtigungen zur Folge haben und sollten entsprechend ärztlich begleitet werden. Die häufigsten Ursachen liegen in Infektionen, diversen Vorerkrankungen Erkrankungen, aber auch im Lebensstil oder besonderen Belastungen wie Stress.

Infektionen durch Keime und Pilze

Rund die Hälfte aller Frühgeburten gehen auf Infektionen mit Bakterien, Viren oder Pilzen zurück. Besonders riskant sind vaginale Infektionen, da einige Keime als Stoffwechselprodukte Prostaglandine ausschütten, die auch der Körper der Mutter zur Geburtseinleitung produziert werden. Das Auftreten der Stoffwechselprodukte lässt den Körper glauben, der Zeitpunkt der Geburt wäre gekommen und es können Wehen hervorgerufen werden. Zu diesen Keimen zählen unter anderem spezielle Arten der Streptokokken. Die Infektionen in der Vagina können zudem zur Gebärmutter hinauf wandern und direkt am Muttermund oder in der Gebärmutter zu Problemen führen, die nicht nur die Frühgeburt auslösen, sondern auch das Kind im Mutterleib schädigen. Neben vaginalen Infektionen stellen auch Harnwegsinfekte ein Risiko dar. Hierbei besteht die Gefahr, dass die Infektion von der Harnröhre in den Vaginaltrakt übergreift und dort wiederum die zuvor genannte Problematik auslöst. Zudem können sich diverse Infektionskrankheiten der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen, dabei das Kind schädigen und zu Früh- und Fehlgeburten führen. Zu diesen Infektionskrankheiten zählen beispielsweise Masern, Röteln und Toxoplasmose.

Vorerkrankungen belasten die Schwangerschaft

Ist die Frau schon vor der Schwangerschaft von einer chronischen Erkrankung betroffen, sollte eine enge ärztliche Betreuung erfolgen. So können die Risiken einer Früh- oder Fehlgeburt beispielsweise durch Diabetes mellitus durch die gute Einstellung des Blutzuckerspiegels weitestgehend vermieden werden. Auch bei anderen Erkrankungen mit medikamentöser Behandlung ist die regelmäßige Überwachung der Schwangeren und des Ungeborenen anzuraten. 

"Schwangerschaftsvergiftung" - EPH-Gestose und HELLP-Syndrom

Werden in der Schwangerschaft Wassereinlagerungen in den Extremitäten festgestellt, sollte eine Urinuntersuchung beim Arzt erfolgen, um eine EPH-Gestose oder ein HELLP-Syndrom auszuschließen. Diese zeigt sich durch einen hohen Eiweißgehalt im Urin und wird meist von Bluthochdruck begleitet. In schweren Fällen können sogar Krampfanfälle entstehen, die für Mutter und Kind lebensgefährlich sind. Die im Volksmund bis heute als "Schwangerschaftsvergiftung" bekannte Komplikation zählt zu den schwerwiegenden Frühgeburt-Ursachen.

Schwangerschaftsbesonderheiten: Kurze Abstände und Mehrlingsgeburten

Bestand vor der Schwangerschaft bereits eine Fehlgeburt oder ist die bestehende Schwangerschaft vergleichsweise kurz auf eine vorangegangene erfolgt, kann die Vorbelastung die Gebärmutter und explizit die Haltefunktion des Muttermundes beeinträchtigen. Mit dem Wachstum des Kindes und dem damit verbundenen Druck auf den Gebärmutterhals können sich der Muttermund öffnen und frühzeitige Wehen einsetzen. Ein ähnlicher Effekt kann bei Mehrlingsgeburten entstehen, da sich die Gebärmutter früher und weiter dehnen muss, um den Kindern genügend Platz zu bieten. Hierdurch erhält der Körper früher als üblich das Signal, eine fortgeschrittene Schwangerschaft zu erleben und beginnt entsprechend vorzeitig mit der Produktion des Wehenhormons Oxytozin. 

Gewicht und Alter der werdenden Mutter 

Sehr junge Frauen und Frauen nach dem 35. Lebensjahr gelten als besonders gefährdet für eine Frühgeburt. Ursachen wie das Alter stehen dabei oft in Kombination mit starkem Über- und Untergewicht. Die gravierenden Veränderungen während der Schwangerschaft können vom weiblichen Körper dann als zusätzliche Belastung dazu führen, dass der Körper zu Unregelmäßigkeiten oder Problemen in der Schwangerschaft neigt. Die Folge kann eine Frühgeburt sein, wenn die Schwangere nicht auf eine gute, ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung und die Vermeidung von Stress und Belastungen achtet.

Konsumverhalten und Lebensstil

Viele Risikofaktoren einer Frühgeburt sind nur sehr bedingt durch die Schwangere steuerbar. Das eigene Konsumverhalten und der Lebensstil gehören jedoch zu den Aspekten, den die Schwangere selbst beeinflussen kann. Der Konsum von Zigaretten, Drogen und Alkohol sollte während der Schwangerschaft vollständig einstellt werden, da sich hierbei nicht nur das Risiko einer Frühgeburt erhöht, sondern die damit verbundenen Schadstoffe zu schwerwiegenden Gesundheitsproblemen bei Mutter und Kind führen. Minderwuchs, Fehlbildungen und körperliche wie geistige Beeinträchtigungen sind bei Alkoholkonsum in der Schwangerschaft häufig, während das Rauchen meist eine ausgeprägte Plazenta-Insuffizienz mit sich bringt, wodurch die Nähr- und Sauerstoffversorgung des Kindes gefährdet wird. Neben den bekannten Schadelementen im Konsumverhalten sollten jedoch auch weitere Aspekte gemieden werden: Kaffee und Lakritze können in hohen Mengen ebenso eine Frühgeburt auslösen wie zahlreiche ätherische Öle, die in den entsprechenden Tees und Kräuterprodukten enthalten sind. Als wehenfördernd gelten unter anderem Zimt, Nelken und Ingwer, weshalb diese nur nach Absprache mit dem Arzt oder der Hebamme zum Einsatz kommen sollten.

Stress und psychische Belastungen

Psychosoziale Aspekte spielen auch für das Wohlbefinden in der Schwangerschaft eine tragende Rolle. Stress, Überforderungen und Überbelastungen können sich ebenso wie starke körperliche Anstrengung auf den Körper auswirken und das Immunsystem schwächen. Zahlreiche Stresshormone stehen zudem im direkten Verdacht, Frühgeburten auslösen zu können. Entsprechend sollte die schwangere Frau nicht nur körperliche Belastungen vermeiden, sondern auch Hektik und Stress während der Schwangerschaft bestmöglich minimieren bzw. auf einen regelmäßigen und guten Ausgleich mit Entspannung sorgen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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