Vor der 22. Schwangerschaftswoche Geborene sind nicht allein lebensfähig.
Fehlgeburt

Was ist eine Fehlgeburt

Albtraum Fehlgeburt: Für alle Paare, die sich auf Familiennachwuchs gefreut haben, ein schwerer Schicksalsschlag. Vor der 22. Schwangerschaftswoche Geborene sind nicht alleine lebensfähig und sterben. Die meisten Fehlgeburten ereignen sich früh in der Schwangerschaft und bleiben unentdeckt - und das wesentlich häufiger als man denkt.

Was ist eine Fehlgeburt?

Eine normale Schwangerschaft dauert rund 40 Wochen, gerechnet ab dem ersten Tag der letzten Menstruation. Kommt es bis zur 24. Schwangerschaftswoche (SSW) zu einer Unterbrechung, spricht man von Fehlgeburt oder Abort. Zeitlich unterscheidet man Frühaborte (vor der 13. SSW) und Spätaborte (zwischen der 14. und 24. SSW). In diesen frühen Entwicklungsstadien ist der Fötus nicht alleine lebensfähig, sodass nach der Trennung vom mütterlichen Kreislauf der Herzschlag aussetzt. In dieser Phase der Schwangerschaft liegt das Gewicht des Kindes unter 500 Gramm. Zu unterscheiden ist die Fehlgeburt von der Totgeburt, bei der das Kind im Mutterleib stirbt, und der Frühgeburt, bei der es nach der 24. Schwangerschaftswoche vorzeitig aber lebensfähig auf die Welt kommt. Dank intensivmedizinischer Behandlung und spezieller Medikamente zur Lungenreifung lassen sich viele dieser Frühchen retten.

Wie häufig kommt es zu einer Fehlgeburt?

Klinisch lässt die Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut ab der fünften Schwangerschaftswoche dank des Schwangerschaftshormons Choriogonadotropin (hCG) nachweisen. Trotz erfolgreicher Platzierung sind weiterhin Fehlgeburten möglich: Wurde eine Schwangerschaft mittels Schwangerschaftstest und Frauenarzt bestätigt, liegt das Risiko zwischen 10 und 20 Prozent. Man schätzt, dass rund ein Drittel aller Frauen im Laufe ihres Lebens eine oder mehrere Fehlgeburten erleiden. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter der Mutter. Noch nicht völlig geklärt ist, warum jede Fehlgeburt das Risiko weiterer Fehlgeburten erhöht: Nach drei Aborten liegt es bei etwa 45 Prozent.

In welchem Stadium treten Fehlgeburten am häufigsten auf?

Fehlgeburten sind wesentlich häufiger als man denkt: Schätzungen zufolge sterben zwei Drittel aller befruchteten Eizellen ab, bevor sie sich in der Gebärmutter einnisten. Die Frau bemerkt davon in der Regel nichts und registriert lediglich eine verstärkte oder verspätet einsetzende Regelblutung. Die meisten Frühgeburten ereignen sich relativ früh - 80 Prozent vor der zwölften Schwangerschaftswoche. Daher warten die meisten Paare bis zu diesem Zeitpunkt, bevor sie die glücklichen Umstände in Familie und Freundeskreis bekannt geben. Nach der 16. SSW kommt es nur noch selten zu Fehlgeburten.Trotzdem bleibt die Gefahr, dass der Fötus spontan abstirbt. Vor allem in fortgeschrittenen Entwicklungsstadien geht die tote Leibesfrucht häufig nicht mit Blutungen und Schmerzen von selbst ab, wie das in der frühen Schwangerschaft meistens der Fall ist. Einen solchen verhaltenen Abort muss der Gynäkologe rechtzeitig diagnostizieren und entfernen, um Gesundheitsschäden zu vermeiden.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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