Eileiterschwangerschaften waren noch vor hundert Jahren die häufigste Ursache für den Tod junger Frauen. Nistet sich das befruchtete Ei statt in der Gebärmutter im Eileiter ein, kann das zu lebensbedrohlichen Konsequenzen führen: Stirbt der Embryo ab, verursachen die resultierenden Blutungen in die Bauchhöhle unbehandelt Schock und Tod durch Kreislaufversagen.
Eileiterschwangerschaft •

Eileiterschwangerschaft: Was genau ist eine Eileiterschwangerschaft?

Eileiterschwangerschaften waren noch vor hundert Jahren die häufigste Ursache für den Tod junger Frauen. Nistet sich das befruchtete Ei statt in der Gebärmutter im Eileiter ein, kann das zu lebensbedrohlichen Konsequenzen führen: Stirbt der Embryo ab, verursachen die resultierenden Blutungen in die Bauchhöhle unbehandelt Schock und Tod durch Kreislaufversagen.

Die Wanderung des Eis bei einer normalen Schwangerschaft

Die beiden Eierstöcke (Ovarien) sitzen im "kleinen Becken" in einer Auffaltung des Bauchfells (Peritoneum). Bei einer erwachsenen Frau sind sie etwa drei Zentimeter groß und ähnlich geformt wie Mandeln mit Schale. Mit Beginn der Pubertät beginnt die Reifung der bereits im Embryonalstadium angelegten Eier, die die Ovarien allmonatlich beim Eisprung freisetzen. Was den meisten Frauen nicht bewusst ist: Die Eierstöcke haben keine geschlossene Verbindung zur Gebärmutter (Uterus), sondern liegen frei in der Bauchhöhle. Daher müssen die abgegebenen Eier erst den Weg in die nahen Eileiter (Ovidukt, Tube, Tuba uterina) finden. An deren freiem Ende sitzen Trichter (Infundibulum), die mit zahlreichen Fransen locker mit den Eierstöcken verbunden sind. Feine Flimmerhärchen (Fimbrien) und peristaltische Muskelbewegungen sorgen für einen kontinuierlichen Flüssigkeitsstrom, der die Eizelle ansaugt und in den Eileiter befördert.In der Ampulle, dem mit rund sieben Zentimetern längsten Abschnitt des Ovidukts, wandert die Eizelle langsam Richtung Uterus. Unterwegs findet die Befruchtung mit einem Spermium statt - die Eizelle ist maximal zwölf Stunden befruchtungsfähig, wohingegen der Transport bis ins Innere der Gebärmutter bis zu fünf Tage in Anspruch nimmt. Am Übergang in den Uterus hat der Eileiter eine zwei bis drei Zentimeter lange Engstelle (Isthmus), bevor sein Schlauch in den Hohlraum der Gebärmutter einmündet (intramuraler Teil). Ist die befruchtete Eizelle (Zygote) dort angelangt, hat sie bereits einige Zellteilungen hinter sich und besteht meist aus 16 Zellen. Sie nistet sich in die verdickte Schleimhaut ein (Nidation) und bildet den Embryo mitsamt zugehörigem Mutterkuchen (Plazenta), der aus embryonalen und mütterlichen Zellen besteht und beide Blutkreisläufe miteinander verbindet.

Wie kommt es zu einer extrauterinen Schwangerschaft?

Im Verlauf dieser Wanderung kann einiges schieflaufen, sodass sich das befruchtete Ei nicht in der Gebärmutterschleimhaut, sondern an anderer Stelle festsetzt. Bei einer solchen ektopischen Schwangerschaft oder Extrauteringravidität (EUG) ist die Nährstoffversorgung des Embryos imitiert, sodass er frühzeitig abstirbt.Extrem seltene Formen der ektopischen Schwangerschaft sind die Ovarialschwangerschaft (Ovarialgravidität) der Eierstöcke, die Zervikalschwangerschaft (Zervixgravidität) des Gebärmutterhalses und die intramurale Schwangerschaft (Intramuralgravidität), bei der sich das Ei nicht in die Schleimhaut, sondern in die Muskulatur der Gebärmutter einnistet.Mit rund einem Prozent aller extrauterinen Schwangerschaft ist die Bauchhöhlenschwangerschaft ebenfalls selten aber gefährlich, da der Embryo wegen der guten Blutversorgung über das Bauchfell weit heranwächst - mit erheblichem Blutungsrisiko und keinerlei Aussicht auf eine erfolgreiche Geburt.

Was ist eine Eileiterschwangerschaft?

Die mit rund 96 Prozent häufigste Form extrauteriner Gravidität ist die Eileiterschwangerschaft (Tubargravidität), bei der sich das befruchtete Ei statt in der Gebärmutter im Eileiter festsetzt. Ursachen sind anatomische oder funktionelle Störungen des Transportes. Abhängig von der Lokalisierung im Schlauchsystem unterscheidet man ampulläre, isthmische oder intramurale Eileiterschwangerschaft.Wo auch immer sich die Eizelle einnistet, die Schleimhaut des Eileiters ist für die Versorgung eines Embryos nicht ausgelegt. Gleiches gilt für die räumlichen Verhältnisse, denn die Eileiter sind nicht so dehnungs- und wachstumsfähig wie die Gebärmutter.

Eileiterschwangerschaft: Schmierblutungen und Bauchschmerzen 

Anfangs gedeiht der Embryo problemlos, sodass kein Unterschied zu einer normalen Schwangerschaft feststellbar ist. Ein Schwangerschaftstest verläuft positiv und bis zur Nachweisbarkeit durch eine Ultraschalluntersuchung dauert es eine Weile. Ungewöhnlich sind Schmierblutungen und Bauchschmerzen, die in diesem Stadium nicht auftreten sollten.

Fruchtkapselaufbruch bei Eileiterschwangerschaft

Reicht die Blutversorgung der Frucht nicht mehr aus, stirbt sie ab. In der relativ geräumigen Ampulle des Eileiters kommt es meistens zu einem inneren Fruchtkapselaufbruch (Tubarabort), bei dem der abgestoßenen Embryo zusammen mit schwachen Blutungen in die Bauchhöhle gelangt. Im wesentlich engeren Isthmus und intramuralem Teil führt ein äußerer Fruchtkapselaufbruch (Tubarruptur) zum Aufreissen der Eileiterwand und Einblutungen in die Bauchhöhle. Die Folge sind erhebliche Bauchschmerzen, Schock und Kreislaufversagen.

Eileiterschwangerschaft frühzeitig erkennen und behandeln 

Wegen der Möglichkeit solcher tödlichen Komplikationen muss man Eileiterschwangerschaften frühzeitig erkennen und behandeln. In Anbetracht der guten Therapiebedingungen liegt die Sterblichkeitsrate heutzutage nur noch bei 0,1 Prozent.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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