Hinter depressiven Erkrankungen kann auch die Schilddrüse stecken. Experten schätzen, dass bei etwa 40 Prozent aller Depressionen ein Zusammenhang mit diesem kleinen Organ besteht. Wie Depression und Schilddrüse zusammennhängen können - und auf welche Warnzeichen Sie achten sollten.

Depression und Schilddrüse: Wenn die Schilddrüse depressiv macht

Hinter depressiven Erkrankungen kann auch die Schilddrüse stecken. Experten schätzen, dass bei etwa 40 Prozent aller Depressionen ein Zusammenhang mit diesem kleinen Organ besteht. Wie Depression und Schilddrüse zusammennhängen können - und auf welche Warnzeichen Sie achten sollten.

Schilddrüse und Depression: So beeinflusst die Schilddrüse die Psyche

Gewichtsverlust, Herzrasen, Schwitzen, Durchfälle – Fehlfunktionen der Schilddrüse können vielfältige gesundheitliche Folgen haben. Doch nicht nur bei organischen Prozessen wie Kreislauf, Verdauung und Wachstum spielt dieses kleine Organ eine zentrale Rolle. „Auch für unsere Psyche ist die Schilddrüse von größter Bedeutung“, erläutert Dr. Thorsten Bracher, Chefarzt der Schlossparkklinik Dirmstein. „Sie aktiviert den Stoffwechsel der Nervenzellen und hat dadurch auch wesentlichen Einfluss auf unser seelisches Empfinden und unsere Stimmungen.“

Kommt es zu einer Unterfunkton, kann diese eine Depression verstärken oder sogar auslösen. „Da sich die Symptome meist langsam entwickeln, werden sie vielfach erst spät erkannt und richtig diagnostiziert“, weiß der Facharzt für Psychosomatische Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie

Hashimoto kann Depression auslösen

Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg gelang erst kürzlich der Nachweis, dass auch die Autoimmunthyreoiditis (AIT) - besser bekannt unter dem Namen Hashimoto-Thyreoiditis - häufiger Auslöser von Depressionen sowie Ängsten sein kann. Veröffentlicht wurde die Studie in der Fachpublikation „Jama Psychiatry“. Von dieser Erkrankung der Schilddrüse sind hierzulande etwa zehn Prozent aller Menschen betroffen, so die Forscher – in der Mehrzahl Frauen in den Wechseljahren. Da die Beschwerden von Hashimoto oft unspezifisch sind, bleibt die Schilddrüsenerkrankung vielfach unerkannt und der Patient wird nicht adäquat behandelt. Klarheit bringen kann hier ein AIT-Screening. Weiteren Aufschluss geben Untersuchungen des Gehirns (MRT) oder eine gründliche Labordiagnostik.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, bei Symptomen, die auf eine Depression hinweisen, die Schilddrüse überprüfen zu lassen. Besteht eine Unterfunktion, so ist diese zwar nicht heilbar, kann aber durch eine medikamentöse Therapie gut behandelt werden.

Auch Diabetes schlägt aufs Gemüt

Neben einer übersehenen Schilddrüsenunterfunktion ist vielfach auch Diabetes der Auslöser von Depressionen: Rund 800.000 der 6,5 Millionen zuckerkranken Menschen hierzulande leiden laut Deutscher Diabetes Gesellschaft zusätzlich unter einer behandlungsbedürftigen Schwermut. Ernst zu nehmende psychische Symptome weisen sogar zwei Millionen von ihnen auf. „Ihr Risiko zu erkranken, liegt somit doppelt so hoch wie das von Menschen ohne Stoffwechselstörung“, betont Bracher. Der Grund dafür: Diabetiker müssen oft ihr ganzes Leben diszipliniert auf die Erkrankung beziehungsweise auf ihre Blutzuckerwerte ausrichten. Zudem drohen ernsthafte  gesundheitliche Folgen wie Netzhaut-, Nieren- und Nervenschäden.  

Um Stoffwechselstörungen oder organische Erkrankungen als Ursache einer Depression ausschließen zu können, sollte der psychotherapeutischen Behandlung stets eine gründliche neurologische und internistische Untersuchung vorausgehen. 

 

Dr. Thorsten Bracher

ist Chefarzt der Schlossparkklinik Dirmstein. Der Facharzt für Psychosomatische Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie ist unter anderem spezialisiert auf die Behandlung von Depressionen, Angsterkrankungen und psychosomatischen Störungen.

Pressemitteilung Pressebüro Brenneke

 

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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