Bei Hashimoto-Thyreoiditis bekämpft das eigene Immunsystem die Schilddrüse.
Hashimoto-Thyreoiditis

Schilddrüsenerkrankung: Was ist Hashimoto-Thyreoiditis?

Hashimoto-Thyreoiditis, kurz Hashimoto, bezeichnet eine chronische Entzündung der Schilddrüse. Die Entzündung entsteht, weil das körpereigene Immunsystem das Schilddrüsengewebe angreift. Was Sie über die Autoimmunerkrankung Hashimoto wissen sollten.

Die Schilddrüse produziert lebenswichtige Hormone, die unter anderem den Stoffwechsel, das Wachstum, die Psyche und den Kreislauf beeinflussen. Erkrankungen der Schilddrüse beeinflussen das empfindliche Hormongleichgewicht und führen zu einer Vielzahl verschiedener Beschwerden. So auch die anhaltende Schilddrüsenentzündung Hashimoto-Thyreoiditis.

Hashimoto: Immunsystem greift Schilddrüsengewebe an

Bei Hashimoto begreift das körpereigene Abwehrsystem die Schilddrüse fälschlicherweise als Feind, attackiert und schädigt sie. Warum das Abwehrsystem so reagiert, ist nicht bekannt. Mediziner vermuten, dass möglicherweise virale oder bakterielle Infektionen die Abwehrreaktion in Gang setzen. Eine gewisse Neigung zu Hashimoto-Thyreoiditis ist in den Genen verankert.

Entzündete Schilddrüse: Was sind die Folgen von Hashimoto-Thyreoiditis?

In Folge dieses Angriffs des Immunsystems entzündet sich die Schilddrüse. Die Hashimoto-Thyreoiditis ist mit rund 80 Prozent die häufigste Form der Schilddrüsenentzündung. Es kommt im Laufe der Erkrankung mit zunehmender Schädigung des Organs zuerst zu einer Schilddrüsenüberfunktion und im weiteren Verlauf zu einer Schilddrüsenunterfunktion.

Das Erkrankungsalter liegt meist zwischen 30 und 50 Jahren. Frauen sind etwa neun Mal häufiger von Hashimoto betroffen als Männer. Oft zeigt sich die Erkrankung im Zuge der Wechseljahre. Hier gilt es, besonders aufmerksam zu sein. Die Symptome einer Hashimoto-Thyreoiditis, darunter Schwitzen, Müdigkeit und Antriebslosigkeit, ähneln den typischen Wechseljahrsbeschwerden. Dadurch kann es passieren, dass die kranke Schilddrüse nicht erkannt wird.

Hashimoto oder Wechseljahrsbeschwerden? Bei diesen Symptomen sollten Sie aufmerksam werden

Zu Beginn gibt die entzündete Schilddrüse oft zu viele Hormone in das Blut ab. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn sich ein Kropf bildet, sich die Schilddrüse also krankhaft vergrößert. Zu den Symptomen einer Hashimoto-Thyreoiditis gehören im Anfangsstadium daher unter anderen:

  • Schwitzen
  • Zittern
  • Unruhe und Nervosität
  • Verdauungsprobleme wie Durchfall
  • Muskelschwäche
  • Schlafstörungen
  • Herzklopfen
  • Haarausfall
  • Gewichtsverlust
  • Zyklusstörungen bei Frauen

Mit der fortschreitenden Schädigung der Schilddrüse kann das Organ die Hormonbildung nicht länger in ausreichendem Maße aufrechterhalten. Es zeigen sich die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion. Die Hashimoto-Thyreoiditis gehört zu den häufigsten Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion. Zu den Symptomen gehören:

  • Gewichtszunahme
  • Haarausfall
  • trockenes Haar
  • trockene Haut
  • Schwellungen
  • Verstopfung
  • Frieren
  • niedriger Puls
  • Müdigkeit
  • Antriebsarmut
  • Gedächtnisprobleme
  • Muskelschwäche
  • Heiserkeit

Hashimoto-Thyreoiditis: Was sind die Ursachen?

Wie bereits angedeutet, liegt eine gewisse Neigung zu Hashimoto in den Genen. So sind Verwandte von Hashimoto-Betroffenen häufiger von der Schilddrüsenerkrankung betroffen als andere. Ein Zuviel an Jod tut der Schilddrüse ebenfalls nicht gut und kann den Ausbruch von Hashimoto begünstigen beziehungsweise die Erkrankung verschlechtern – wenn bereits eine Veranlagung besteht. Häufig wird Hashimoto zudem zusammen mit anderen Autoimmunerkrankungen beobachtet. Dazu gehören:

  • Diabetes mellitus Typ 1 (Zuckerkrankheit)
  • Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)
  • Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)

Wer bereits unter einer Autoimmunerkrankung leidet, sollte bei den oben genannten Symptomen aufmerksam werden und eine Untersuchung der Schilddrüse durchführen lassen.

Diagnose von Hashimoto-Thyreoiditis

Da die Symptome von Hashimoto recht unspezifisch sind und sich die Beschwerden schleichend entwickeln, wird die Erkrankung oft lange Zeit nicht erkannt. Meist wird die kranke Schilddrüse durch Zufall im Zuge einer Diagnosestellung einer anderen Erkrankung entdeckt. Neben den Symptomen von Hashimoto gibt eine Blutuntersuchung wertvolle Hinweise auf die Schilddrüsenerkrankung. So finden sich bei dem Großteil der Betroffenen Antikörper gegen ein Schilddrüsenenzym, das für die Hormonbildung mit zuständig ist.

Auch der TSH-Wert gibt Aufschluss über eine mögliche Erkrankung. TSH (Thyreoidea-Stimulierendes Hormon) ist ein Hormon der Hirnanhangdrüse, welches die Schilddrüse zur Hormonbildung anregt. Die TSH-Werte steigen, wenn die Funktion der Schilddrüse nachlässt. Meist liegen auch die Schilddrüsenwerte selbst unter dem Normalwert. Oftmals sind zudem die Cholesterinwerte erhöht. Die Ultraschalluntersuchung sowie die Szintigrafie der Schilddrüse geben ebenfalls wichtige Hinweise.

Hashimoto behandeln: Wie die Therapie der kranken Schilddrüse abläuft 

Heilbar ist Hashimoto-Thyreoiditis nicht. Die betroffenen Patienten müssen nach der Diagnose ein Leben lang Medikamente einnehmen. Diese Medikamente enthalten die Hormone, die die Schilddrüse selbst nicht mehr bilden kann. In der Regel verschreibt der Arzt Levothyroxin, kurz L-Thyroxin. L-Thyroxin entspricht dem Schilddrüsenhormon Thyroxin, auch T4. Dadurch können die Symptome gelindert werden. Die Autoimmunerkrankung selbst bleibt aber bestehen. Sie wird durch die Medikamente nicht behandelt.

Ann-Kathrin Landzettel
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