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SARS-CoV-2: Alles, was Sie jetzt über das neue Coronavirus wissen müssen
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SARS-CoV-2: Alles, was Sie jetzt über das neue Coronavirus wissen müssen

Aufgrund der weiterhin hohen Covid-19-Fallzahlen werden die Corona-Beschränkungen vorerst bis zum 31. Januar 2021 verlängert - mit verschärften Maßnahmen. Was Sie jetzt über die aktuellen Corona-Regeln wissen müssen.
Inhaltsübersicht

Covid-19: Lockdown in Deutschland geht in die Verlängerung

Die Infektionszahlen steigen weiter, die Sterbefälle erreichen immer neue Höchstwerte. Um die Verbreitung des Virus weiter einzudämmen, wird der Lockdown vorerst bis zum bis 31. Januar verlängert. Ab dem 11. Januar treten zudem verschärfte Maßnahmen in Kraft:

Private Zusammenkünfte sind nur im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet. Ob Kinder von der maximalen Personenzahl ausgenommen sind oder ob bestimmte Altersregeln gelten, entscheiden die einzelnen Bundesländer verschieden.

Ob Menschen in Landkreisen mit einer 7-Tages-Inzidenz von über 200 sich nur noch in einem 15-Kilometer-Radius um den Wohnort bewegen dürfen, sofern kein triftiger Grund vorliegt wie beispielsweise Arbeiten, Arztbesuche und Einkaufen, entscheiden ebenfalls die einzelnen Bundesländer für sich. Auch wie genau "triftiger Grund" definiert ist, entscheiden die einzelnen Bundesländer.

Wichtig: Informieren Sie sich regelmäßig über die Regelungen an Ihrem Wohnort sowie in Ihrem Bundesland. Die Beschlüsse können kurzfristig an das aktuelle Infektionsgeschehen angepasst werden.

Des Weiteren gilt nach wie vor: 

  • Der Einzelhandel ist in großen Teilen geschlossen.
  • Geöffnet bleiben Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Apotheken, Poststellen und Zeitungsverkauf, Tierbedarf- und Futtermittelmärkte sowie Weihnachtsbaumverkauf.
  • Friseursalons, Kosmetikstudios und Massagepraxen bleiben geschlossen (medizinisch notwendige Behandlungen sind möglich).
  • Schulen und Kindertagesstätten bleiben geschlossen. Eine Notfallbetreuung sowie Distanzlernen sollen möglich sein. 
  • Arbeitgeber sollen prüfen, ob Betriebstätten durch Betriebsferien oder großzügige Home-Office-Lösungen geschlossen werden können.
  • Alkoholverzehr im öffentlichen Raum ist weiterhin untersagt.
  • Personen mit Atemwegserkrankungen sollen sich telefonisch krankschreiben lassen und zuhause bleiben, bis akute Symptome abklingen.
  • Ab Dezember können Risikopatientinnen und -patienten einmalig 15 FFP2-Masken gegen eine geringe Eigenbeteiligung erhalten.
  •  Nicht notwendige Kontakte und nicht zwingend erforderliche Reisen sollen vermieden werden. 
  • Gastronomie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen bleiben weiterhin geschlossen.
  • Abholung und Lieferung von Speisen zum Verzehr zuhause bleibt erlaubt.
  • Die Maskenpflicht gilt auch vor Geschäften und auf Parkplätzen sowie draußen, wo sich Personen auf engem Raum befinden.
  • Weiterhin gilt die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen, die öffentlich oder mit Besuchs- und Kundenverkehr zugänglich sind, etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Corona weltweit

Am 11. März 2020 erklärte die Weltgesundheitsorganisation WHO die Ausbreitung des SARS-CoV-2-Erregers zur Pandemie. Inzwischen sind weltweit über 91 Millionen Menschen an Covid-19 erkrankt. Mehr als 1,9 Million Menschen starben bereits an den Folgen der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus.

Wichtige Links für Sie:

Lockdown-Regeln der einzelnen Bundesländer

Täglicher Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI)

Risikobewertung des RKI

Seiten der Bundesregierung

Steckbrief zum Corona-Virus SARS-CoV-2

Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Covid-19

Internationale Risikogebiete, ausgewiesen durch das Auswärtige Amt

Mutierte Coronaviren: ein Problem?

Was Virologen befürchtet haben, ist nun eingetreten: Es sind Mutation des Coronavirus in England (B.1.1.7) und Südafrika (501.V2) in Umlauf. Die neuen Virusvarianten sind bis zu 70 Prozent ansteckender als das ursprüngliche Virus - und haben nun auch Deutschland erreicht.

Aufgrund der zunehmend auftretenden Mutationen will die Bundesregierung die Einreisevorschriften verschärfen. Künftig soll es eine Einreise-Testpflicht nicht nur für Länder mit hohen Infektionszahlen geben, sondern auch für Staaten, in denen die Mutationen vermehrt auftreten. Mobilfunknetzbetreiber sollen dazu verpflichtet werden, Personen, die erstmals in Deutschland ankommen, die geltenden Corona-Auflagen per SMS zuzuschicken.

Informationen zu den aktuell geltenden Einreisebestimmungen finden Sie auf den Seiten des Auswärtigen Amtes.

Neues Coronavirus: Wie gefährlich sind die Mutationen des Coronavirus?

Besorgniserregend ist Experten zufolge die hohe Infektiosität der neuen Coronavirus-Mutationen. Was den Krankheitsverlauf nach einer Ansteckung angeht, geben Experten vorerst Entwarnung. "Derzeit gibt es keine Hinweise auf eine erhöhte Infektionsschwere im Zusammenhang mit der neuen Variante", heißt es in einer Mitteilung des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Wie sich die afrikanische Variante des Virus verhält, muss beobachtet werden.

Angesichts der aktuellen Kontaktbeschränkungen in Deutschland hoffen Experten, dass die Mutation nicht zu einem größeren Problem wird und die Corona-Testsysteme die neue Mutation erkennen können. Was die Mutation für die Impfung bedeutet, ist aktuell nicht geklärt. Bislang sind Experten optimistisch, dass die Corona-Impfung auch die Mutation aus England abdeckt. So geht unter anderem die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA davon aus, dass der Impfstoff der Firmen Pfizer und Biontech auch gegen die neu aufgetretene Coronavirus-Variante wirksam ist.

„Deutschland steht vor acht bis zehn sehr harten Wochen“

— Bundeskanzlerin Angela Merkel zu den Coronavirus-Mutationen

Corona-Impfungen in Deutschland

Am 27. Dezember sind die Impfungen gegen das Corona-Virus deutschlandweit angelaufen. Die deutsche Firma Biontech hat gemeinsam mit dem amerikanischen Pharmaunternehmen Pfizer einen Impfstoff gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 entwickelt. Nach Angaben von Biontech soll die Impfung das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, um mehr als 90 Prozent gegenüber nicht geimpften Personen reduzieren. Schwere Nebenwirkungen seien bislang nicht beobachtet worden. Der Impfstoff gehört zu den mRNA-Impfstoffen.

Neben der Mainzer Firma Biontech und dem Pharmaunternehmen Pfizer hat auch die US-Firma Moderna einen mRNA-Impfstoff entwickelt, der in Deutschland zugelassen ist.

Unklar ist bislang, ob die Impfung nicht nur die Geimpften vor einem schweren Krankheitsverlauf schützt, sondern auch andere, indem der Geimpfte nicht mehr ansteckend ist. Hier sind weitere Untersuchungen notwendig. Bislang gehen Experten aber davon aus, dass Geimpfte ansteckend sein können.

Corona-Impfstoff: Astra Zeneca beantragt Zulassung

Das schwedische Pharmaunternehmen Astra Zeneca hingegen hat zusammen mit der Universität Oxford einen Impfstoff mit dem Wirkstoff AZD1222 entwickelt. Er fußt auf einer abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen und enthält genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Das Vakzin sei zu 70 Prozent wirksam, so das Pharmaunternehmen. 

Das Pharmaunternehmen hat nun die Zulassung ihres Corona-Impfstoffs in der Europäischen Union beantragt. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) sagte, sie wolle voraussichtlich am 29. Januar darüber entscheiden.

Weitere Fakten und Antworten auf Fragen zur Impfstoffentwicklung finden Sie auf den Seiten des Paul-Ehrlich-Instituts.  

Wie funktioniert ein mRNA-Impfstoff?

mRNA-Corona-Impfstoffe enthalten genetische Informationen des Corona-Erregers. Die Körperzellen nutzen die genetische Information zum Bau des Erregerbestandteils. Genau auf diesen Erregerbestandteil reagiert das Immunsystem und baut eine schützende Immunantwort auf. Experten zufolge können mRNA-Impfstoffe das Erbgut von Menschen weder verändern noch falsche Immunantworten auslösen.

Impfung gegen Corona: Wer kann sich impfen lassen?

Die nationale Impfstrategie regelt, wer sich zuerst impfen lassen kann. Priorisiert werden:

  • Personen, die aufgrund ihres Alters oder Gesundheitszustandes ein signifikant erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf haben.
  • Personen, die andere Menschen pflegen, behandeln oder betreuen.
  • Personen, die in zentralen Bereichen der Daseinsvorsorge und für die Aufrechterhaltung zentraler stattlicher Funktionen eine Schlüsselstellung haben.

Die Priorisierung ist notwendig, da zunächst nicht ausreichend Impfstoff für alle Menschen zur Verfügung steht. Um einen Anspruch auf die Corona-Impfung nachzuweisen, ist der Personalausweis oder ein anderer Lichtbildausweis erforderlich. Bei Vorerkrankungen, die mit einem erhöhten Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf einhergehen, ist ein ärztliches Zeugnis oder ein Arztbrief erforderlich. Eine Impfpflicht soll es nicht geben.

Tipp: Sind Sie unsicher, ob Sie zu der Gruppe gehören, die geimpft werden kann, fragen Sie bei Ihrem Hausarzt nach. 

Wichtige Links für Sie:

Informationen der Bundesregierung zur Impfung

Informationen zur Corona-Impfung des Paul-Ehrlich-Instituts

Informationen zur Impfung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 

Gibt es in Deutschland genug Intensivbetten?

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv-und Notfallmedizin (DIVI) führt gemeinsam mit dem RKI das DIVI-Intensivregister, das intensivmedizinisch behandelte COVID-19-Patienten sowie die Bettenkapazitäten auf Intensivstationen von allen Krankenhäusern in Deutschland erfasst. Mit Stand 12. Januar 2021 sind 27.014 Intensivbetten registriert, wovon 22.433 belegt und 4.581 frei sind. Seit dem 16. April 2020 ist die Meldung der Bettenkapazität für alle intensivbettenführenden Krankenhäuser verpflichtend.

"Man sieht die vielen freien Betten im Intensivregister, aber die sind nicht alle bepflegbar. Und das ist im Moment unser Hauptproblem. Wir müssen die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung für die Pflegekräfte verbessern, sonst werden wir weiter Probleme bekommen. Wenn jetzt die Patientenzahlen von Covid-19 in den Krankenhäusern steigen, dann muss es zu einer Umverteilung von Pflegekräften auf die Intensivstation kommen. Und das führt zu einer Leistungseinschränkung der übrigen Bereiche. Das muss uns ganz klar sein. Deswegen würde ich immer darauf achten: Wir dürfen nicht immer auf diese freien Betten verweisen. Die sind in der Tat frei, also DIVI, aber wir haben momentan gar nicht das Personal, um die zu bepflegen."

— Professor Stefan Kluge, Leiter der Intensivmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg gegenüber NDR Info am 21. Oktober

Coronavirus: Wie aussagekräftig sind Antikörpertests?

Antikörpertests gegen das neuartige Coronavirus sollen helfen, herauszufinden, ob die untersuchte Person die Infektion – möglicherweise symptomlos – bereits durchgemacht und Antikörper gegen das Virus gebildet hat. Die derzeit verfügbaren Antikörper-Schnelltests sind in ihrer Aussagekraft sehr unterschiedlich. Von Corona-Selbsttests für zu Hause raten Experten aufgrund der hohen Fehleranfälligkeit ab und warnen zugleich vor einer großen Anzahl an Fälschungen ohne Aussagekraft.

Antikörpertests müssen vom Arzt durchgeführt und die entnommene Blutprobe anschließend im Labor ausgewertet werden. Eine 100-prozentige Sicherheit ist bei Antikörpertests nicht zu erreichen, da immer das Risiko besteht, dass verschiedene Einflussfaktoren die Aussagekraft verfälschen. Dazu gehört unter anderem ein ungünstiger Testzeitpunkt. Antikörper sind erst zwei bis drei Wochen nach Symptombeginn im Blut nachweisbar.

Bundesweite Antikörper-Studie gestartet

Die Entwicklung von Antikörpertests auf SARS-CoV-2 ist noch am Anfang und es gibt nach wie vor eine Menge Fragen und Unsicherheiten rund um diese Tests. Weitere Forschungen zu Antikörpern, Immunität und Reinfektionsrisiken sind notwendig. Ab Oktober 2020 ist die bundesweite Antikörper-Studie "Leben in Deutschland - Corona-Monitoring" gestartet. Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und das Robert Koch-Institut (RKI) untersuchen im Rahmen der Studie Fragen wie:

  • Wie viele Menschen haben bereits eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durchgemacht? 
  • Wie hoch ist die Dunkelziffer, also die Zahl der unentdeckt gebliebenen Infektionen? 
  • Welche Menschen sind häufiger von einer Infektion betroffen?

An der Studie nehmen 34.000 Erwachsene teil. Die Untersuchung dauert voraussichtlich bis Ende Dezember. Ziel der Studie ist, erstmals aussagekräftige Ergebnisse zum Antikörperstatus für ganz Deutschland zu erlangen.

Immunität nach Covid-19-Infektion?

Bislang ist unklar, ob die Immunität nach überstandener Infektion mit SARS-CoV-2 bei allen Menschen ähnlich robust ist und wie lange sie anhält. Experten gehen davon aus, dass von der Krankheit Covid-19 Genesene ein geringes Risiko haben, sich kurzfristig erneut zu infizieren - auszuschließen ist das aber nicht. Es gibt Menschen, die zweimal am Corona-Virus erkrankt sind. 

Auch gibt es genesene Corona-Patienten, bei denen der Immunschutz bereits kurze Zeit nach der Erkrankung nachlässt. Blutproben der ersten Corona-Patienten in Deutschland haben gezeigt, dass bei vier von neun der ehemaligen Patienten die Anzahl der Antikörper im Blut bereits deutlich abgesunken ist. Das bedeutet, dass nach einer durchgemachten Infektion mit SARS-CoV-2 eine Neuansteckung durchaus möglich ist. Inwieweit die absinkende Antikörperzahl Auswirkungen auf die Langzeitimmunität und die Wirksamkeit eines Impfstoffes hat, ist Experten zufolge derzeit noch spekulativ, müsse aber weiter kritisch beobachtet werden. Klar ist: Einen sicheren Immunschutz nach durchgestandener SARS-CoV-2-Infektion gibt es nicht.

Gibt es Medikamente gegen Covid-19?

Es kursieren viele Falschmeldungen über angeblich wirksame Arzneimittel gegen das neuartige Coronavirus. Fakt ist: Eine Therapie zur Behandlung einer Infektion mit SARS-CoV-2 gibt es bislang nicht. Die Behandlung von Covid-19 setzt sich aus Maßnahmen zusammen, die den Fokus auf die Symptomlinderung legen und zugleich das Ziel haben, den Körper im Kampf gegen das Virus bestmöglich zu unterstützen. Dazu gehören:

  • Sauerstoffgabe
  • Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes
  • kreislaufunterstützende Arzneimittel
  • Antibiotika zur Behandlung von bakteriellen Begleitinfektionen
  • intensivmedizinische Betreuung bei schweren Verläufen
  • Beatmung in medizinischen Notfällen

Erforscht wird derzeit, ob bereits existierende Medikamente gegen Covid-19 helfen könnten. Eine mögliche Wirkung wird derzeit in kontrollierten klinischen Prüfungen untersuch.  Zwei Arzneimittel erwiesen sich jeweils in einer bestimmten Gruppe von Patienten mit COVID-19 als wirksam:

  • Als direkt antiviral wirksames Arzneimittel erhielt Remdesivir (Veklury®) am 03. Juli 2020 eine bedingte Zulassung zur Anwendung bei schwer erkrankten Patienten durch die Europäische Kommission.
  • Als immunmodulatorisch wirksames Arzneimittel erhielt Dexamethason eine positive Bewertung durch die Europäische Komission für die Anwendung bei bestimmten Patientengruppen mit einer Infektion durch SARS-CoV-2.

Zudem gehen die Forschungen in Richtung antikörperhaltiger Medikamente. Diese könnten aus dem Blut genesener Covid-19-Patienten gewonnen und dem Erkrankten zugeführt werden. Die Hoffnung der Forscher ist, so die Heilung zu unterstützen. Die Forschungen stehen noch am Anfang.

Medikamente gegen Covid-19 aus dem Internet?

Die Verbraucherzentrale warnt vor Online-Versendern und unregistrierten Internetapotheken, welche Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel gegen das Corona-Virus anbieten: "Solche Medikamente gibt es derzeit schlicht noch nicht." Zudem raten die Verbraucherschützer dringend, bei der Bestellung von Medikamenten im Internet darauf zu achten, dass es sich um eine legale Onlineapotheke handelt. "Seriöse Internetapotheken erkennt man an dem in Europa einheitlichen Sicherheitslogo, einem weißen Kreuz auf weiß-grünem Hintergrund", so die Verbraucherzentrale.

SARS-CoV-2: Ansteckung und Inkubationszeit

Das neuartige Coronavirus trägt den offiziellen Namen "SARS-CoV-2". Die Atemwegserkrankung, die das Virus auslöst, wird als “COVID-19“ bezeichnet. SARS-CoV-2 ist hochansteckend. Es wird vor allem über Tröpfcheninfektion (Atmen, Sprechen, Husten, Niesen) übertragen, kann aber auch über die Hände in den Mund gelangen (Schmierinfektion).

Die ersten Symptome von Covid-19 (COrona VIrus Disease 2019) treten meist nach einer Inkubationszeit von vier bis fünf Tagen auf - können sich aber auch erst nach 14 Tagen zeigen. Ansteckend sind die Betroffenen schon früher: „Basierend auf realen Daten wurde geschätzt, dass Patienten bereits 2,5 Tage vor Symptombeginn infektiös waren“, so das RKI.

Covid-19: Wie lange bin ich ansteckend?

Laut dem RKI zeigen Untersuchungen von Infizierten nach Symptombeginn Infektionszeiträume von durchschnittlich fünf bis sieben Tagen mit im Verlauf abnehmender Infektiosität. Weitere Untersuchungen sind notwendig.

Ansteckungsrisiko: Tröpfchen und Aerosole

Virologen unterscheiden zwischen Tröpfchen und den sehr viel kleineren Aerosolen, die beim Atmen, Sprechen, Husten und Niesen in die Umgebungsluft gelangen. Während sich Tröpfchen recht schnell absetzen, können die leichteren Aerosole mehrere Stunden in der Luft schweben: In einer Studie mit experimentell hergestellten, mit SARS-CoV-2-Viren angereicherten Aerosolen waren vermehrungsfähige Viren bis zu drei Stunden in Aerosol nachweisbar. 

"Wenn ich das alles zusammenfasse, dann ist mein Bauchgefühl: Fast die Hälfte der Übertragung ist Aerosol, fast die andere Hälfte der Übertragung ist Tröpfchen und vielleicht zehn Prozent der Übertragung ist Schmierinfektion oder Kontaktinfektion. Wenn man sagt, irgendetwas klebt an den Händen. Und demgegenüber muss man Alltagsempfehlungen stellen“, sagte Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin gegenüber NDR Info.

Der Virologe stuft es vor allem als gefährlich ein, wenn Menschen dicht an dicht in einem Raum sitzen. Für den Aufenthalt im Innenbereich rät Drosten, die Fenster möglichst aufzulassen und die Abstandsregeln zu beachten. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts steigt die Aerosolausscheidung besonders bei lautem Sprechen, Singen oder Lachen stark an. In Innenräumen steige hierdurch das Risiko einer Übertragung deutlich und bestehe auch, wenn ein Abstand von mehr als 1,5 Metern eingehalten werde.

Auch im Außenbereich ist laut RKI kein sicherer Schutz zu erreichen. Werde der Mindestabstand von 1,5 Meter ohne Mund-Nasen-Bedeckung unterschritten, beispielsweise wenn Gruppen von Personen an einem Tisch sitzen oder bei größeren Menschenansammlungen, bestehe auch im Freien ein erhöhtes Übertragungsrisiko.  

Coronavirus SARS-CoV-2: Symptome von Covid-19

Es lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen zum „typischen“ Krankheitsverlauf von Covid-19 machen. Die Krankheitsverläufe variieren stark, von symptomlosen Verläufen bis zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Zu den häufig beobachteten Covid-19-Symptomen gehören aktuellen Auswertungen zufolge Husten (45 Prozent der Erkrankten), Fieber über 38 Grad (38 Prozent der Erkrankten), Schnupfen (20 Prozent der Erkrankten), Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns (15 Prozent der Erkrankten), Pneumonie (3 Prozent der Erkrankten). Weitere Corona-Symptome, die bislang bei Betroffenen beobachtet wurden, sind:

  • Abgeschlagenheit
  • Halsschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Gliederschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Atemprobleme wie Kurzatmigkeit und Atemnot
  • Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen
  • Durchfall
  • Hautausschlag
  • Bindehautentzündung

Bindehautentzündung: Covid-19 kann Augen infizieren

Neben den „klassischen“ Symptomen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 kann auch eine Bindehautentzündung am Auge auf eine Infektion hindeuten. Laut der Deutschen Lungenstiftung e.V. können wie bei fast allen Viruserkrankungen bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 die Augen mit betroffen sein. Betroffene würden parallel zu den typischeren Symptomen von Covid-19 wie Fieber, Husten, Schnupfen, Abgeschlagenheit mitunter eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) entwickeln – ähnlich der, die im Rahmen einer Grippe (Influenza) auftreten kann. Gelegentlich komme es anfangs zu einer Schwellung der Binde- und/oder der Nickhaut sowie einer Vergrößerung der hinter dem Ohr liegenden Lymphknoten, erklärt der Ulmer Augenarzt Dr. Hans-Walter Roth. Da die Tränenflüssigkeit Virusträger sei, solle man auch bei der Augenuntersuchung potenzieller Covid-19-Patienten die empfohlenen Schutzmaßnahmen ergreifen, betont Roth. Dazu gehöre das Tragen einer Schutzbrille.

Verlust von Geruch und Geschmack frühes Covid-19-Symptom

Mehrere Studien zeigten bei Covid-19-Betroffenen eine meist plötzlich auftretende Beeinträchtigung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns. In einer europäischen Multicenterstudie aus Belgien beispielsweise waren 88 Prozent der 417 untersuchten Patienten von einer Geschmacksstörung betroffen und 86 Prozent von einer Geruchsstörung. Bei 12 Prozent der Patienten trat dieses Symptom vor den anderen Symptomen auf. Frauen waren häufiger betroffen als Männer. Experten vermuten, dass das Virus die Riechzellen in der Nase schädigt – ohne dass dabei die Nasenschleimhäute anschwellen müssen.

Geruchs- und Geschmacksverlust: Laut dem Robert Koch-Institut zeigen in Deutschland etwa 15 Prozent der an Covid-19 Erkrankten mindestens eines dieser beiden Symptome. Das RKI empfiehlt eine niederschwellige Testung aller Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung sowie beim Auftreten akuter respiratorische Symptome jeder Schwere und/oder Verlust von Geruchs-/Geschmackssinn.

Was macht Covid-19 gefährlich? Verlauf der Lungenkrankheit

Je nachdem wie das Immunsystem auf den Erreger reagiert, sind verschiedene Krankheitsverläufe möglich:

  • Viele Betroffene merken nichts von der Infektion.
  • Rund 80 Prozent der Infizierten zeigen Erkältungssymptome, die nach wenigen Tagen wieder abklingen.
  • Bei einem Teil der Infizierten kommt es zu schweren Krankheitsverläufen. Es treten starke Atembeschwerden bis hin zu einer schweren Lungenentzündung auf. Ein Teil der Betroffenen muss intensivmedizinisch betreut und künstlich beatmet werden. Die Behandlung im Krankenhaus dauert je nach Schwere der Corona-Infektion bis zu sechs Wochen.

„Die Krankheitsverläufe sind unspezifisch, vielfältig und variieren stark, von symptomlosen Verläufen bis zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Daher lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen zum ‚typischen‘ Krankheitsverlauf machen", so das Robert Koch-Institut auf seiner Webseite. Rund 80 Prozent der Erkrankungen seien mild bis moderat. Als „mild“ werden Krankheitsverläufe ohne Zeichen einer Pneumonie (Lungenentzündung) bezeichnet.

SARS-CoV-2: Was macht die Lungenkrankheit mit der Lunge?

Immer wieder sterben Patientinnen und Patienten auf den Intensivstationen an Covid-19. Das Coronavirus ist aus folgendem Grund so gefährlich: Bei manchen Betroffenen wandert das Virus vom Rachen weiter in die Lunge und breitet sich in den Lungenzellen aus. Die Lunge kann sich entzünden. Die Lungenentzündung entwickelt sich meist recht spät im Verlauf der Erkrankung - meist um den zehnten Tag herum. Es kommt zu einem Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut - was der Erkrankte durch eine erschwerte Atmung spürt. Der Mechanismus dahinter: Während bei einem gesunden Menschen der Sauerstoff aus den Lungenbläschen über eine dünne Membran in die Blutbahn gegeben wird, ist dieser Ablauf bei schweren Covid-19-Verläufen aufgrund von virusbedingten Entzündungsreaktionen gestört. Der Abstand zwischen Lungenbläschen und Blutgefäßen wird immer größer und es gelangt immer weniger Blut in die Blutbahn. Atemnot tritt auf. 

Hat die Lungenentzündung die Lunge so stark beschädigt, dass es zu Wasseransammlungen in den Lungenbläschen kommt, kann es passieren, dass der Körper trotz künstlicher Beatmung keinen Sauerstoff mehr aufnehmen kann. Dann muss eine externe Maschine (ECMO), durch die das Blut geleitet und mit Sauerstoff angereichert wird, die Sauerstoffversorgung übernehmen.

Covid-19: Wann droht ein Multiorganversagen?

In der Zeit der Beatmung muss es dem Immunsystem gelingen, das Virus zu bekämpfen und die Lungenentzündung zu überstehen. Da das Immunsystem in dieser Phase stark gefordert ist, kann es passieren, dass es überreagiert. Dann bildet es nicht nur in einer zu großen Menge Abwehrstoffe, sondern richtet sich auch gegen den eigenen Körper. Diese Überreaktion hat eine Schädigung der Blutgefäßwände zur Folge. Immer mehr Flüssigkeit gelangt in umliegendes Gewebe und fehlt im Kreislauf. Die Durchblutung des Körpers kann nicht mehr aufrechterhalten werden und Organe nehmen Schaden. Es droht ein Multiorganversagen. Dann muss die intensivmedizinische Behandlung mit einer Vielzahl verschiedener Maßnahmen und Medikamente zusätzlich unterstützt werden. Das Sterblichkeitsrisiko ist sehr hoch.

Covid-19: Welche Personen gehören zur Risikogruppe?

Zur Risikogruppe für schwere Covid-19-Verläufe gehören laut dem Robert Koch-Institut:

  • Ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren)
  • Raucher
  • stark übergewichtige Menschen
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (beispielsweise koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
  • Personen mit chronischen Erkrankungen der Lunge (beispielsweise COPD)
  • Personen mit chronischen Lebererkrankungen
  • Personen mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Personen mit einer Krebserkrankung
  • Personen mit geschwächtem Immunsystem (beispielsweise aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr beeinflussen und herabsetzen können, wie zum Beispiel Cortison)

Aber: „Schwere Verläufe können auch bei Personen ohne bekannte Vorerkrankung auftreten und werden auch bei jüngeren Patienten beobachtet“, so die RKI-Experten.

Risiko Co-Infektionen: Wenn es nicht bei Covid-19 bleibt

Immer wieder erkranken Covid-19-Patienten an Co-Infektionen. Laut Robert Koch-Institut kam es bei 5 bis 40 Prozent der Betroffenen zu Begleiterkrankungen. Häufig nachgewiesene Erreger bei Co-Infektionen waren Mycoplasma pneumoniae, Candida albicans und Aspergillus spp. Zudem wurden in einigen Fällen Superinfektionen mit multiresistenten Bakterien - unter anderem Klebsiella pneumoniae und Acinetobacter baumannii - festgestellt. Gesundheitsexperten zufolge standen Co-Infektionen mit schwereren Covid-19-Verläufen in Zusammenhang.

Covid-19: mögliche Langzeitfolgen nach intensivmedizinischer Behandlung

Ungewiss ist bislang, wie es für geheilte Covid-19-Betroffene nach der Entlassung aus der intensivmedizinischen Betreuung weitergeht. Es wird immer deutlicher, dass eine überwundene Covid-19-Infektion gesundheitliche Langzeitfolgen für die Betroffenen haben kann. Etwa 80 Prozent der Infizierten zeigen einen milden Krankheitsverlauf und erholen sich schnell. Bei 20 Prozent zeigt sich ein schwerer Verlauf mit Komplikationen und Folgeerkrankungen. Es gibt Genesene, die noch Monate nach der Infektion mit SARS-CoV-2 stark geschwächt sind und mit Langzeitfolgen zu kämpfen haben. Dazu gehört nicht nur beschädigtes Lungengewebe als Folge der Erkrankung und der langen künstlichen Beatmung. Auch ohne Intubation kann ein geringes Lungenvolumen bis hin zu Atemnot die Genesenen begleiten.

Neben Nierenversagen wird auch ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) bei Covid-19-Patienten als Folge der Infektion mit dem Coronavirus immer wieder beobachtet. Blutgerinnsel sind unter anderem mit einem hohen Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt verbunden.

Chronische Erschöpfung, Verwirrtheit, Konzentrations- und Bewegungsstörungen, Kopfschmerzen sowie körperliche Schwäche gehören ebenfalls zu den möglichen Langzeitfolgen nach überstandener SARS-CoV-2-Infektion. Zuvor sportlich aktiven Menschen wird der Spaziergang ums Haus plötzlich zur unüberwindbaren Hürde. Der Körper überanstrengt schnell. Covid-19 hinterlässt Spuren im Körper. Welche Langzeitfolgen für Atemwege, Lunge, Gehirn, Nieren und andere Organe drohen können, ist jetzt noch nicht abschätzbar. Klar ist: Die Gesundheit kann nach der Infektion deutlich eingeschränkt bleiben.

Schützt mich ein Mundschutz vor einer Corona-Infektion?

Viele besorgte Bürgerinnen und Bürger fragen sich, wie viel Schutz der selbstgenähte Mundschutz bietet. Bislang gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, deutlich verringert. Allerdings kann der Mund-Nasen-Schutz dabei helfen, den Virenausstoß von Erkrankten in die Umgebungsluft zu reduzieren.

Das Robert Koch-Institut schreibt zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes: "Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Leben kann dazu beitragen, die Ausbreitung von COVID-19 in der Bevölkerung zu verlangsamen und Risikogruppen vor Infektionen zu schützen. Das gilt insbesondere für Situationen, in denen mehrere Menschen in geschlossenen Räumen zusammentreffen  und der Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann." 

Um den bestmöglichen Schutz zu bieten, sollte die Mund-Nasen-Bedeckung durchgehend eng anliegen und über Mund und Nase getragen werden. Bei Durchfeuchtung der Maske, sollte sie gewechselt werden. Während des Tragens darf sie nicht (auch nicht unbewusst) zurechtgezupft und auch nicht um den Hals getragen werden.

BfR: Selbstgenähte Masken vor dem ersten Tragen waschen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät, selbstgenähte Community-Masken vor dem ersten Tragen zu waschen, da Textilien „eine Vielzahl von chemischen Substanzen enthalten“ können. Es ist möglich, dass nach der Herstellung Rückstände der Chemikalien auf den Textilien verbleiben, „die beim Tragen freigesetzt werden können“. Neue Textilien sollten vor dem ersten Tragen gewaschen werden, gerade wenn „sie als selbstgemachte Behelfsmaske mit Mund und Nase in Berührung kommen“.

Wie viel Schutz bieten Visiere vor SARS-CoV-2?

Immer öfter sieht man Menschen mit sogenannten Visieren, bei denen ein Schutz aus durchsichtigem Kunststoff das gesamte Gesicht umfasst. Laut dem Robert-Koch-Institut kann durch das Tragen eines Visiers in der Regel maximal die direkt auf die Scheibe auftretenden Tröpfchen aufgefangen werden. "Die Verwendung von Visieren kann daher nach unserem Dafürhalten nicht als gleichwertige Alternative zur MNB angesehen werden", so die Einschätzung der RKI-Experten. Durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes hingegen könnten die Geschwindigkeit des Atemstroms und der Speichel-/Schleim-Tröpfchenauswurf reduziert werden.

Neben Masken: Wie schütze ich mich vor dem neuen Coronavirus?

Laut Robert Koch-Institut erfolgt die hauptsächliche Übertragung des neuen Corona-Virus über Tröpfchen, die beim Atmen, Sprechen, Husten und Niesen ausgestoßen werden und beim Gegenüber über die Schleimhäute der Nase, des Mundes und gegebenenfalls der Augen aufgenommen werden. Wichtige Schutzmaßnahmen sind neben dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes daher:

  • Selbstisolierung bei Erkrankung
  • eine gute Händehygiene (gründliches Händewaschen mindestens 20 Sekunden lang mit Seife)
  • das Einhalten von Husten- und Niesregeln (von anderen abgewandt in die Armbeuge)
  • das Abstandhalten (mindestens 1,5 Meter)

Das betonen auch die Experten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Weitere Empfehlungen, um das Risiko einer Ansteckung zu senken, sind:

  • Benutzen Sie Taschentücher immer nur einmal.
  • Verzichten Sie auf Händeschütteln.
  • Greifen Sie sich möglichst nicht ins Gesicht.
  • Reduzieren Sie soziale Kontakte im privaten, beruflichen und öffentlichen Bereich so weit wie möglich, um Infektionen zu vermeiden.
  • Reduzieren Sie Reisetätigkeiten.

Wird das Corona-Virus über Oberflächen übertragen?

Auch wenn das Risiko einer Infektion über Oberflächen von Expertenseite als eher gering eingeschätzt wird, schließen das Robert Koch-Institut (RKI) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) einen solchen Übertragungsweg nicht aus - vor allem in der unmittelbaren Umgebung infektiöser Patienten. Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mitteilt, können Coronaviren durch direktes Niesen oder Husten einer infizierten Person auf Oberflächen gelangen und eine Zeit lang überleben. Eine Schmierinfektion einer weiteren Person erscheint dann möglich, wenn das Virus kurz danach über die Hände auf die Schleimhäute des Mund- und Rachenraumes oder die Augen übertragen wird. "Um sich vor Virusübertragungen über kontaminierte Oberflächen zu schützen, ist es wichtig, die allgemeinen Regeln der Hygiene des Alltags wie regelmäßiges Händewaschen und Fernhalten der Hände aus dem Gesicht zu beachten“, so das BfR.

Kann das Coronavirus über Lebensmittel übertragen werden?

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher sind besorgt, was Einkäufe im Supermarkt betrifft. "Kann ich mich über Lebensmittel mit Corona infizieren?", fragen sich viele. Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge gibt es bislang keine Fälle, bei denen sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Denkbar ist dieser Übertragungsweg aber.

Das BfR erklärt hierzu: "Grundsätzlich können Coronaviren durch direktes Niesen oder Husten einer infizierten Person auf Backwaren, Obst oder Gemüse gelangen. Sie können sich in oder auf Lebensmitteln allerdings nicht vermehren; sie benötigen dazu einen lebenden tierischen oder menschlichen Wirt. Eine Schmierinfektion einer weiteren Person erscheint nur dann möglich, wenn das Virus kurz nach der Kontamination über die Hände oder die Lebensmittel selbst auf die Schleimhäute der Nase der Augen oder des Mund- und Rachenraumes übertragen wird."

Hygieneexperten raten, die allgemeinen Regeln der Alltagshygiene zu beachten, um das Ansteckungsrisiko zu senken. Backwaren sind im Einzelhandel in der Regel durch einen Spritzschutz vor Niesen und Husten geschützt, wodurch die Kontaminationsgefahr gesenkt wird. Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr beziehungsweise vor der Zubereitung gründlich abgewaschen werden. Regelmäßiges Händewaschen senkt ebenfalls das Infektionsrisiko.

Interessant zu wissen: Coronaviren können sich in oder auf Lebensmitteln nicht vermehren. Sie benötigen für die Vermehrung einen lebenden tierischen oder menschlichen Wirt.

Verdacht auf Corona-Infektion: Was tun?

Personen, die persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen telefonisch mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen, einen Arzt anrufen oder die 116117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst wählen - und zu Hause bleiben.

Personen, die sich in einem vom Robert Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebiet aufgehalten haben oder in Regionen, in denen Covid-19-Fälle bekannt geworden sind, sollten unnötige Kontakte vermeiden und möglichst zu Hause bleiben. Zeigen sich innerhalb von 14 Tagen Covid-19-Symptome, sollte telefonisch Kontakt zum Hausarzt hergestellt werden. 

Achtung: Rufen Sie bei Verdacht auf Covid-19 immer bei Ihrem Hausarzt oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst an. Auf keinen Fall sollten Sie ohne Ankündigung eine Arztpraxis aufsuchen. Tritt starke Atemnot auf, rufen Sie den Notruf unter 112 an.

Muss ich für eine Krankschreibung zum Arzt?

Telefonische Krankschreibungen wegen Erkältungsbeschwerden sind bundesweit möglich. Die Regelung soll bis 31. März 2021 gelten. Die entsprechende Krankschreibung gilt für sieben Tage. Es kann einmalig eine Verlängerung der Krankschreibung um weitere sieben Tage telefonisch ausgestellt werden.

Weiterhin gilt: Haben Sie Atemwegsbeschwerden oder den Verdacht, an Covid-19 erkrankt zu sein, melden Sie sich immer zuerst telefonisch bei Ihrem Arzt und besprechen Sie das weitere Vorgehen. 

Wo bekomme ich weitere Informationen zum neuen Coronavirus?

Wie sich das Virus weiterentwickelt und wie stark es sich noch ausbreitet, bleibt abzuwarten. Hier finden Sie wichtige Links mit aktuellen Informationen zu den weiteren Entwicklungen:

- Ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren)
- Raucher
- stark übergewichtige Menschen
- Personen mit bestimmten Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (beispielsweise koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
- Personen mit chronischen Lebererkrankungen
- Personen mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Personen mit einer Krebserkrankung
- Personen mit geschwächtem Immunsystem (beispielsweise aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr beeinflussen und herabsetzen können, wie zum Beispiel Cortison)
Chronische Erschöpfung, Verwirrtheit, Konzentrations- und Bewegungsstörungen, Kopfschmerzen sowie körperliche Schwäche gehören zu den möglichen Langzeitfolgen nach überstandener SARS-CoV-2-Infektion. Zuvor sportlich aktiven Menschen wird der Spaziergang ums Haus plötzlich zur unüberwindbaren Hürde. Der Körper überanstrengt schnell. Covid-19 hinterlässt Spuren im Körper. Welche Langzeitfolgen für Atemwege, Lunge, Gehirn, Nieren und andere Organe drohen können, ist jetzt noch nicht abschätzbar. Klar ist: Die Gesundheit kann nach der Infektion deutlich eingeschränkt bleiben.
Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge gibt es bislang keine Fälle, bei denen sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Denkbar ist dieser Übertragungsweg aber.
 Zu den häufig beobachteten Covid-19-Symptomen gehören aktuellen Auswertungen zufolge Husten (46 Prozent der Erkrankten), Fieber über 38 Grad (38 Prozent der Erkrankten), Schnupfen (20 Prozent der Erkrankten), Halsschmerzen (19 Prozent der Erkrankten), Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns (15 Prozent der Erkrankten), Pneumonie (3 Prozent der Erkrankten).
Aktuell mehren sich Fälle, in denen der Immunschutz bereits kurze Zeit nach der Erkrankung rasch absinkt. Blutproben der ersten Corona-Patienten in Deutschland haben gezeigt, dass bei vier von neun der ehemaligen Patienten die Anzahl der Antikörper im Blut bereits deutlich abgesunken ist. Das bedeutet, dass nach einer durchgemachten Infektion mit SARS-CoV-2 eine Neuansteckung durchaus möglich ist. Inwieweit die absinkende Antikörperzahl Auswirkungen auf die Langzeitimmunität und die Wirksamkeit eines Impfstoffes hat, ist Experten zufolge derzeit noch spekulativ, müsse aber weiter kritisch beobachtet werden. Klar ist: Einen sicheren Immunschutz nach durchgestandener SARS-CoV-2-Infektion gibt es nicht.
Das Robert Koch-Institut schreibt zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes: "Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Leben kann dazu beitragen, die Ausbreitung von COVID-19 in der Bevölkerung zu verlangsamen und Risikogruppen vor Infektionen zu schützen. Das gilt insbesondere für Situationen, in denen mehrere Menschen in geschlossenen Räumen zusammentreffen  und der Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann." 

Um den bestmöglichen Schutz zu bieten, sollte die Mund-Nasen-Bedeckung durchgehend eng anliegen und über Mund und Nase getragen werden. Bei Durchfeuchtung der Maske, sollte sie gewechselt werden. Während des Tragens darf sie nicht (auch nicht unbewusst) zurechtgezupft und auch nicht um den Hals getragen werden.
Regelmäßiges Händewaschen senkt das Infektionsrisiko. Hygieneexperten raten, die allgemeinen Regeln der Alltagshygiene zu beachten, um das Ansteckungsrisiko zu senken.
Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
Ann-Kathrin Landzettel
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