Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden: Was ist das?
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Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden: Was ist das?

Rheumatische Beschwerden können nicht nur bei einer "klassischen" Rheuma-Erkrankung auftreten. Auch zahlreiche Stoffwechselerkrankungen können sich mit rheumatischen Erkrankungen äußern, weil sie auf die natürlichen Abläufe des Organismus einwirken. Die wohl bekannteste Erkrankung in diesem Bereich ist die Gicht neben weiteren Krankheiten, bei denen sich Kristalle im Gelenk ablagern. Doch auch hormonelle, endokrine Erkrankungen wie Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes mellitus und Hämochromatose können zu rheumatischen Gelenkbeschwerden führen.

Was sind aus medizinischer Sicht Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden?

In der Medizin werden mehrere Formen der Stoffwechselerkrankungen unterteilt, die mit rheumatischen Beschwerden einhergehen. Sie werden über ihren Ursprung einerseits in Gruppen unterschieden (metabolische und hormonell-endokrine Gelenkerkrankungen) sowie als separate Erkrankungsformen aufgelistet (z.B. Hämochromatose, je nach Einteilung auch Osteoporose). 

Metabolische Gelenkerkrankungen

Wenn sich durch Störungen im Stoffwechsel Kristalle im Gelenk ablagern, entstehen die sogenannten metabolischen Gelenkerkrankungen. Bei Gicht bildet die im Blut befindliche Harnsäure Kristalle als Ablagerung im Gelenk, die zu Entzündungen und Mobilitätseinschränkungen führen, bei Pseudogicht beziehungsweise Chondrokalzinose sind es Kristalle aus Kalziumoxalat. Bei der sehr seltenen Alkaptonurie stauen sich die Abbauprodukte des Tyrosinstoffwechsels an, lagern sich in den Gelenken ab und sorgen hier neben einer Schwarzfärbung auch für gichtähnliche Entzündungen. Rund 1,4 % bzw. rund 950.000 Menschen sind in Deutschland von Gicht betroffen, rund 8 % der über 60jährigen Menschen leben mit einer Chondrokalzinose. 

Hormonelle, endokrine Gelenkerkrankungen 

Endokrine, hormonbildende Organe (Drüsen) geben Stoffe in den Blutkreislauf ab. Bei einer Überfunktion kann die Stoffausschüttung derart erhöht werden, dass sich die überproduzierten Stoffe im Körper ablagern. So kann es bei Überfunktion der Nebenschilddrüsen zu Hyperparathyreoidismus kommen, bei der Schilddrüse zu einer Hyperthyreose sowie bei einer Überfunktion der Bauchspeicheldrüse zu Diabetes mellitus.

Die überschüssigen Stoffe können sich dabei in verschiedenen Bereichen des Körpers ansammeln und ablagern, wodurch sie zu Problemen wie Schmerzen und Entzündungen führen. In den Gelenken zeigen sich die Symptome meist mit rheumaähnlichen Beschwerden. Jedoch sind nicht alle Erkrankten solcher Überfunktionskrankheiten auch von Gelenkbeschwerden betroffen, da sich die Erkrankungen mit unterschiedlichen Symptomkomplexen zeigen.

Hämochromatose - Eisenstoffwechselstörung

Bei einer Hämochromatose ist die Eisenaufnahme im Körper erhöht, wodurch beim Fortschreiten der Erkrankung zahlreiche Organschäden zu befürchten sind, aber auch entzündliche Schwellungen der Gelenke. Die Hämochromatose ist meist über einen Gendefekt vererbt, kann jedoch auch durch biochemische Schädigungen entstehen. Die Erkrankung ist jedoch vergleichsweise selten: Ungefähr 200.000 Menschen leben in Deutschland mit der Eisenstoffwechselstörung.

Osteoporose

Wenngleich die Osteoporose meist zu den degenerativ-rheumatischen Erkrankungen gezählt wird, kann sie aufgrund ihrer Sonderstellung in deren Besonderheiten auch als Stoffwechselerkrankung angesehen werden. Bei Osteoporose nimmt die Knochendichte durch eine Demineralisierung des Knochengewebes ab, wodurch die Knochensubstanz brüchig und instabil wird. Rund ein Viertel aller Fragen ab den Wechseljahren entwickeln eine Osteoporose, bei Männern über 50 sind es ca. 6 % (gesamt ca. 6,3 Millionen Betroffene in Deutschland).

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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