Neues Coronavirus in China: So gefährlich ist SARS-CoV-2
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Neues Coronavirus in China: So gefährlich ist SARS-CoV-2

Das neue Coronavirus breitet sich weiterhin rasant aus – weltweit wurden über 73.000 Fälle gemeldet. Mehr als 1.800 Menschen starben bislang an einer Coronavirus-Infektion. Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit sind in Deutschland 16 Erkrankungsfälle bekannt. Die Betroffenen sind isoliert und in Behandlung. Alles was Sie über SARS-CoV-2 wissen sollten – und welche Hygienemaßnahmen vor einer Ansteckung schützen helfen.

Was ist das neue Coronavirus aus China?

Coronaviren sind auch in unseren Breitengraden zu finden: Etwa ein Drittel der typischen Erkältungen und auch der ein oder andere Durchfall ist auf die bei uns „heimischen“ Coronaviren zurückzuführen. Diese harmlosen Infektionen heilen nach wenigen Tagen komplikationslos wieder aus. Deutlich gefährlicher zeigt sich das neue Coronavirus. Das Coronavirus gehört zu der gleichen Gruppe Coronaviren wie das SARS- und MERS-Virus (ß-Coronaviren). Inzwischen erhielt das neuartige Coronavirus den offiziellen Namen “SARS-CoV-2“. Die Atemwegserkrankung, die das Coronavirus auslöst, bezeichnen Experten als “COVID-19”.

Woher kommt das neue Coronavirus?

SARS-CoV-2 zeigte sich Ende 2019 zum ersten Mal in der chinesischen Millionenstadt Wuhan. Derzeit gelten Wildtiere als Ursprung des neuen Coronavirus. Experten vermuten als Quelle des Virus eine Fischmarkt in Wuhan, auf dem Berichten zufolge illegal Wildtiere verkauft worden sein sollen. Der Markt ist geschlossen.

Achtung

Aufgrund aktueller Ereignisse können sich jederzeit Änderungen in Hinblick auf die im Artikel genannten Informationen und Daten ergeben. Aktuelle Informationen zu Betroffenenzahlen, Hinweise zu Aus- und Einreisen in verschiedene Länder sowie weiterführende empfohlene Hygienemaßnahmen finden Sie auf den Seiten des Robert Koch-Instituts (RKI), des Auswärtigen Amtes sowie der WHO. Links zu den entsprechenden Quellen finden Sie am Ende des Artikels. 

Coronavirus: Wie viele Menschen sind mit SARS-CoV-2 infiziert?

Bislang sind über 73.000 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert, mehr als 1.800 starben an der Infektion mit dem Virus - die Zahlen steigen weiter an. Experten erwarten für Mitte Februar den Höhepunkt der Coronavirus-Epidemie in China. Für Deutschland schätzt das Robert Koch-Institut (RKI) die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung durch die neue Atemwegserkrankung aktuell weiterhin als gering ein. 14 der bislang bekannten 16 Fälle in Deutschland stehen laut RKI im Zusammenhang mit einem einzigen Infektionsgeschehen (Infektionscluster) bei einer Firma in Bayern. Zwei Fälle betreffen deutsche Staatsbürger, die Anfang Februar 2020 aus Wuhan ausgeflogen worden waren. Die meisten Patienten sind bereits genesen aus dem Krankenhaus entlassen worden. (Stand 19.02.2020)

SARS-CoV-2: Eine Gefahr für Deutschland?

Mit einem Import von weiteren Fällen nach Deutschland muss laut RKI gerechnet werden. Auch weitere Übertragungen und Infektionsketten in Deutschland seien möglich. Gegenwärtig gebe es jedoch keinen Anhalt für eine anhaltende Viruszirkulation in Deutschland, sodass die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland weiterhin gering bleibe. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten: "Es ist offen, ob es gelingen wird, die weltweite Ausbreitung des Erregers einzugrenzen; daher kann sich diese Einschätzung kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern", so das RKI.

In welchen Ländern ist das neue Coronavirus aufgetreten?

Außerhalb Chinas hat sich das Virus in mindestens 24 andere Länder ausgebreitet, darunter China, Frankreich, Deutschland, Italien, Finnland, Nepal, Vietnam, Thailand, Taiwan, Singapur, Malaysia, Kambodscha, Südkorea, Japan, Philippinen, Sri Lanka, Indien, Vereinigte Arabische Emirate, Russland, Großbritannien, Schweden, Spanien, Australien, USA und Kanada.

Im Vergleich zur Grippe: Wie gefährlich ist das Coronavirus?

Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Vor allem für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit einem geschwächten Abwehrsystem kann eine Infektion mit dem neuen Coronavirus lebensgefährlich werden. Als Komplikation einer Coronaviren-Infektion können schwere Atemwegserkrankungen auftreten, darunter auch eine Lungenentzündung. Dennoch ist Experten zufolge das Coronavirus gegenüber anderen Krankheiten relativ harmlos. Um die Gefahr des Coronavirus einzuschätzen, ziehen Experten die Grippe als Vergleich heran. Unter der saisonalen Grippe leiden jedes Jahr drei bis fünf Millionen Menschen. Die Zahl der Grippe-Toten schwankt laut WHO zwischen 290.000 und 650.000 Fällen jährlich.

Wuhan-Coronavirus: Die Symptome von SARS-CoV-2

Nach der Ansteckung bricht die Erkrankung nach derzeitigem Kenntnisstand nach bis zu 14 Tagen aus. Das Wuhan-Coronavirus zeigt Symptome einer sehr starken Erkältung. Zu den Coronavirus-Symptomen, die bislang beobachtet wurden, gehören:

  • Husten
  • Schnupfen
  • Halskratzen
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Muskelschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Kurzatmigkeit

Zu welchem Arzt mit dem Coronavirus?

Wer den Verdacht hat, an dem neuen Coronavirus erkrankt zu sein, sollte bei seinem Hausarzt (Allgemeinmediziner/ Internist) anrufen und den Verdacht schildern. Dieser wird dann weitere Handlungsempfehlungen aussprechen. Gehen Sie auf keinen Fall zu einem Arzt oder in ein Krankenhaus, ohne vorher telefonisch den Verdacht mitzuteilen. Nur so geben Sie den Ärzten und dem Pflegepersonal die Möglichkeit, sich entsprechend vorzubereiten.

Die Möglichkeit, dass Sie erkrankt sind, ist gegeben, wenn:

  • Sie sich in einem Risikogebiet aufhalten oder aufgehalten haben.
  • Sie Kontakt mit Personen haben oder hatten, die an 2019-nCoV erkrankt sind.
  • Sie 14 Tage nach dem Kontakt oder dem Aufenthalt Fieber und Atemwegsprobleme bei sich beobachten.

Wie kann man sich vor dem neuen Coronavirus schützen?

Um eine Weiterverbreitung in Deutschland zu verhindern, ist es wichtig, SARS-CoV-2-Fälle früh zu erkennen, sie zu isolieren und Hygienemaßnahmen konsequent einzuhalten. Mundschutz, Desinfektionssprays und regelmäßiges Händewaschen bieten nach derzeitigem Kenntnisstand einen gewissen Schutz.

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) werden Coronaviren, die Atemwegserkrankungen auslösen, in der Regel über Sekrete des Atmungstrakts übertragen (Tröpfcheninfektion). Gelangen diese an die Hände, ist auch darüber eine Ansteckung möglich. Eine wichtige Händehygiene ist den BZgA-Experten zufolge daher ein wichtiger Teil zur Vorbeugung. Hingegen gebe es keine hinreichenden Belege dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, verringert.

Coronavirus behandeln: Antibiotika helfen nicht

Eine Therapie zur Behandlung einer Infektion mit dem neuen Coronavirus gibt es nicht. Lediglich die Symptome, welche 2019-nCoV mit sich bringt, sowie auftretende Begleiterkrankungen beziehungsweise vorliegende Grunderkrankungen können Ärzte therapieren. Antibiotika helfen nicht gegen das Virus. Sie kommen nur dann zum Einsatz, wenn mit einer Erkrankung eine bakterielle Infektion auftritt. 

Gibt es eine Impfung gegen das Coronavirus?

Einen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt es nicht. Nach Einschätzungen der globalen Impfallianz Gavi wird die Entwicklung eines Impfstoffes mindestens ein Jahr dauern. "Die gute Nachricht ist, dass Forscher das Genom des Virus bereits sequenziert und veröffentlicht haben. Das hat es mehreren Organisationen rund um die Welt möglich gemacht, mit der Arbeit an einem Impfstoff zu beginnen", sagte der Gavi-Geschäftsführer und Epidemiologe Seth Berkley kürzlich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Ansteckungsgefahr? Wo bekomme ich weitere Informationen zum neuen Coronavirus?

Wie sich das Virus weiterentwickelt und wie stark es sich ausbreitet, bleibt abzuwarten. Das Auswärtige Amt, die WHO sowie das RKI informieren regelmäßig über den aktuellen Stand der Coronavirus-Situation. Wichtige Links zu den weiteren Entwicklungen finden Sie unter anderem hier:

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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