SARS-CoV-2: Alles, was Sie jetzt über das neue Coronavirus wissen müssen
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SARS-CoV-2: Alles, was Sie jetzt über das neue Coronavirus wissen müssen

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 breitet sich weiterhin rasant aus – auch die Fallzahlen in Deutschland steigen weiter. Mittlerweile sind alle Bundesländer betroffen. Bundesminister Spahn rief dazu auf, Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen abzusagen. Nach Empfehlungen des Bundesministeriums für Gesundheit sollte, wenn die Möglichkeit besteht, auf Reisen verzichtet, öffentliche Verkehrsmittel gemieden und von zu Hause aus gearbeitet werden. Im Allgemeinen sollten jegliche Kontakte reduziert werden. Bürgern und Bürgerinnen, die älter als 60 Jahre sind, wird empfohlen, sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen. Alles was Sie jetzt über Covid-19 wissen müssen – und welche Hygienemaßnahmen vor einer Ansteckung schützen helfen.

SARS-CoV-2: Was ist das neue Coronavirus?

Das neuartige Coronavirus trägt den offiziellen Namen "SARS-CoV-2". Die Atemwegserkrankung, die das Virus auslöst, wird als “Covid-19“ bezeichnet. Covid-19 zeigte sich Ende 2019 zum ersten Mal in der chinesischen Millionenstadt Wuhan. Experten vermuten als Quelle des Virus einen Markt in Wuhan, auf dem Berichten zufolge illegal Wildtiere verkauft worden sein sollen. Der Markt ist mittlerweile geschlossen und desinfiziert. Coronaviren sind auch in unseren Breitengraden zu finden: Etwa ein Drittel der typischen Erkältungen und auch der ein oder andere Durchfall ist auf die bei uns „heimischen“ Coronaviren zurückzuführen. Diese harmlosen Infektionen heilen nach wenigen Tagen komplikationslos wieder aus. Deutlich gefährlicher zeigt sich das neue Coronavirus, das schwere Atemwegserkrankungen bis hin zur Lungenentzündung auslösen kann.

Achtung

Aufgrund aktueller Ereignisse können sich jederzeit Änderungen in Hinblick auf die im Artikel genannten Informationen und Daten ergeben. Aktuelle Informationen zu Betroffenenzahlen, Hinweise zu Aus- und Einreisen in verschiedene Länder sowie weiterführende empfohlene Hygienemaßnahmen finden Sie auf den Seiten des Robert Koch-Instituts (RKI), des Auswärtigen Amtes sowie der WHO. Links zu den entsprechenden Quellen finden Sie am Ende des Artikels. 

Coronavirus: Wie ist die Lage in Deutschland?

In einer Pressekonferenz am 11. März sprachen Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Präsident Professor Wieler gemeinsam über die Corona-Epidemie. Es ist davon auszugehen, dass sich schätzungsweise 70 Prozent der Deutschen mit SARS-CoV-2 infizieren werden. Da die Viruswelle nicht abwendbar ist, ist Experten zufolge Zeit der bedeutende Faktor: "Je langsamer sich das Coronavirus ausbreitet, desto besser kann unser Gesundheitssystem damit umgehen. Je weniger Menschen sich gleichzeitig anstecken, desto besser können Ärzte schwerkranke Patienten behandeln“, betonte Spahn. 

Coronavirus SARS-CoV-2: Symptome von Covid-19

Nach der Ansteckung bricht die Erkrankung nach derzeitigem Kenntnisstand nach bis zu 14 Tagen aus. Im Durchschnitt beträgt die Inkubationszeit laut WHO fünf bis sechs Tage. Das Wuhan-Coronavirus löst Symptome einer sehr starken Erkältung aus. Zu den Coronavirus-Symptomen, die bislang beobachtet wurden, gehören:

  • trockener Husten
  • Schnupfen
  • Halskratzen
  • Abgeschlagenheit
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Gliederschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Kurzatmigkeit
  • einige Patienten zeigen Übelkeit und Durchfall

Zu den schweren Verläufen von Covid-19 gehören starke Atemprobleme und Lungenentzündung. Viele Betroffene müssen künstlich beatmet werden. Auch tödliche Krankheitsverläufe kommen vor. Besonders bei Menschen ab 65 Jahren, bei Menschen mit vorliegenden Grunderkrankungen sowie bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem besteht das Risiko für schwere Erkrankungsverläufe. Die Mehrzahl der Infizierten allerdings zeigt leichtere Verläufe von Covid-19. Möglich ist auch, dass eine Infektion unbemerkt bleibt.

Übertragungswege von SARS-CoV-2

Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist über Tröpfchen, die beim Sprechen, Husten und Niesen in die Atemluft gelangen. Das Virus kann ebenso über Hände und den Kontakt mit kontaminierten Flächen übertragen werden. Über die Hände gelangt das Virus dann zu den Mund- und Nasenschleimhäuten oder zur Augenbindehaut, die ebenfalls ein Eintrittstor für SARS-CoV-2 darstellt. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit wurden Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Infizierten angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten.

Verdacht auf Corona-Infektion: Was tun?

Personen, die persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen telefonisch mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen, einen Arzt anrufen oder die 116117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst wählen - und zu Hause bleiben.

Personen, die sich in einem vom Robert Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebiet aufgehalten haben oder in Regionen, in denen COVID-19-Fälle bekannt geworden sind, sollten unnötige Kontakte vermeiden und möglichst zu Hause bleiben. Zeigen sich innerhalb von 14 Tagen Symptome, sollte telefonisch Kontakt zum Hausarzt hergestellt werden. Auf keinen Fall sollte man bei Verdacht ohne Ankündigung eine Arztpraxis aufsuchen.

Muss ich für eine Krankschreibung zum Arzt?

Neu ist, dass Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Arzt eine Bescheinigung auf Arbeitsunfähigkeit (AU) bis maximal sieben Tage ausgestellt bekommen. Sie müssen dafür nicht die Arztpraxen aufsuchen. Diese Vereinbarung gilt seit dem 9. März 2020 und zunächst für vier Wochen.

Wie kann man sich vor dem neuen Coronavirus schützen?

Um eine Weiterverbreitung in Deutschland zu verhindern, ist es wichtig, Covid-19-Fälle früh zu erkennen, sie zu isolieren und Hygienemaßnahmen konsequent einzuhalten. Mundschutz, Desinfektionssprays und regelmäßiges Händewaschen bieten nach derzeitigem Kenntnisstand einen gewissen Schutz. Hingegen gibt es keine hinreichenden Belege dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, verringert. Eine gründliche Händehygiene, Husten- und Niesetikette sowie Abstand zu Erkrankten ist den Experten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zufolge der wichtigste Teil zur Vorbeugung.

Um das Risiko einer Ansteckung zu senken, gelten derzeit folgende Empfehlungen:

  • Waschen Sie regelmäßig und gründlich (mindestens 20 Sekunden) Ihre Hände mit Seife. Reinigen Sie neben den Handflächen auch die Zwischenräume zwischen den Fingern sowie den Handrücken bis zum Handgelenk.
  • Müssen Sie husten oder niesen, tun Sie dies immer in die Armbeuge. Wenden Sie sich von umstehenden Personen ab.
  • Benutzen Sie Taschentücher immer nur einmal.
  • Verzichten Sie auf Händeschütteln.
  • Halten Sie Abstand zu anderen Menschen - sofern möglich 1,5 bis 2 Meter.
  • Vermeiden Sie das Zusammentreffen mit Menschengruppen (Feiern, Clubs und so weiter).
  • Nehmen Sie Empfehlungen zur Heimarbeit Ihres Arbeitgebers ernst.

Coronavirus behandeln: Antibiotika helfen nicht

Eine Therapie zur Behandlung einer Infektion mit dem neuen Coronavirus gibt es nicht. Lediglich die Symptome, welche Covid-19 mit sich bringt, sowie auftretende Begleiterkrankungen beziehungsweise vorliegende Grunderkrankungen können Ärzte therapieren. Antibiotika helfen nicht gegen das Virus. Sie kommen nur dann zum Einsatz, wenn mit einer Erkrankung eine bakterielle Infektion auftritt. Einen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt es nicht. Wann ein Impfstoff zur Verfügung stehen könnte, ist derzeit nicht absehbar.

Ansteckungsgefahr? Wo bekomme ich weitere Informationen zum neuen Coronavirus?

Wie sich das Virus weiterentwickelt und wie stark es sich noch ausbreitet, bleibt abzuwarten. Das Auswärtige Amt, die WHO sowie das RKI informieren regelmäßig über den aktuellen Stand der Coronavirus-Situation. Wichtige Links zu den weiteren Entwicklungen finden Sie unter anderem hier:

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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