Beziehung zu Psychopathen? So verhalten sich Erkrankten in einer Beziehung
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Beziehung zu Psychopathen? So verhalten sich Erkrankten in einer Beziehung

Komplimente, charmante Gesten und ungewöhnlich intensive Aufmerksamkeit sind Aspekte, die viele Menschen zu Beginn einer Partnerschaft genießen. Doch hinter diesen positiven Elementen des Kennenlernens kann nicht nur der Traumprinz, sondern ebenso der Psychopath stecken. Auf den ersten Blick wirken Psychopathen vertrauenswürdig und liebevoll, während sie hinter der Fassade vergleichsweise emotionslos und manipulativ die Bedürfnisse und Wünsche ihres Gegenübers erkunden, um sie oder ihn von sich abhängig zu machen.

Wie bekommt man heraus, dass der Partner ein Psychopath ist?

Psychopathen wickeln die potenzielle Partner um den Finger. Mit der Zeit jedoch kann der Psychopath die Fassade nicht aufrecht halten. Der anfängliche Charme wandelt sich zu Selbstgefälligkeit, Aufmerksamkeit wird zu Kontrolle. Zudem wird das meist auf Lügen aufgebaute Gerüst der Selbstdarstellung brüchig, da es der Psychopath mit der Wahrheit selten genau nimmt - es sei denn, er sieht darin einen Nutzen, beispielsweise dem Gegenüber Schuldgefühle zu vermitteln. 

Psychopathen fühlen sich nicht verantwortlich 

Sie selbst fühlen sich jedoch wenig schuldig oder verantwortlich, kennen weder Reue noch Schuldgefühle. Empathie wird von ihnen nur vorgespielt, um Ziele zu erreichen. Die Geschichte von der schlimmen Kindheit wird intensiv ausgeschmückt. Launen, Wutanfälle und Aggressionen werden am vertrauten Partner ausgelassen - nicht selten in einer Form, die Außenstehende nicht glauben können. Zu vertrauenswürdig, charmant und gefasst wirkt der Psychopath auf das gesellschaftliche Umfeld. 

Psychopathen brauchen intensive Gefühle

Der Psychopath braucht intensive Gefühle, um diese überhaupt spüren zu können. Verursacht wird die dissoziale Persönlichkeitsstörung durch Fehl- und Unterfunktionen von Gehirnarealen, die mit Emotionen in Verbindung stehen. Der Frust über die fehlenden Emotionen wird unbewusst durch unverhältnismäßige Verhaltensweisen zum Ausdruck gebracht. Der Betroffene zeigt sich im Alltag und dem weiteren Umfeld gesellschaftlich funktional, lässt jedoch bei näherstehenden Personen immer seltener Chancen aus, sich selbst durch launische bis aggressive Verhaltensweisen selbst zu spüren. 

Beziehungen mit Psychopathen wandeln sich zum Alptraum

Somit wandeln sich die traumhaften Beziehungsstarts mit einem Psychopathen mehr oder weniger schnell in einen Alptraum für gesunde und empathische Menschen. Das Gegenüber wird manipuliert, kontrolliert oder verbal abgewertet. Das mangelnde Reuegefühl kann beim Auftreten von Aggressionen auch zu körperlichen Angriffen umschwenken. Emotionale Erpressung und verbale Misshandlungen gehen immer häufiger in den Alltagsumgang über. 

Lediglich ein anderer Psychopath kann den Betroffenen auf rein sachlicher Ebene verstehen, was jedoch je nach Ausprägung auf beiden Seiten dazu führt, dass sich die Problematik im Miteinander hochschaukelt. Entsprechend ist es für (leidende) Partner von psychopathischen Menschen wichtig, zu verstehen, dass Sie den Psychopathen nicht ändern können. Die Empathielosigkeit verhindert die Krankheitserkenntnis, wodurch der chronische Lügner im Betroffenen vielleicht eine Änderung verspricht, diese jedoch nicht erfüllen kann. Der einzig mögliche Schutz vor den Verhaltensweisen des Psychopathen ist die Trennung.

Wie trennt man sich von einem Psychopathen?

Die Entscheidung für die Trennung von einem Psychopathen fällt meist erst nach vielfältigen Erniedrigungen sowie verbalen oder sogar körperlichen Verletzungen. Doch die Entscheidung alleine ist selten ausreichend. Wenngleich der Psychopath meist selbst zuvor oft mit Trennung drohte, sieht der das Gegenüber als sein Eigentum, über das er verfügen können und kontrollieren will. Zurückweisung verkraftet der Psychopath nicht, hängen doch seine Verhaltensweisen oft nicht allein mit der genetischen Fehlfunktion im Gehirn, sondern auch mit gravierenden Verletzungen in der Kindheit zusammen. Die Trennung wird somit zu einer Egoverletzung, die sich der Psychopath nicht gefallen lassen kann. 

Je nach Typ beginnt ein Psychopath entsprechend, den Expartner wie am Anfang charmant zu umgarnen oder er / sie versucht mit Druck, Drohungen und Schuldgefühlen den Partner zurückzugewinnen. Kehrt der Partner nicht zurück, versucht der Psychopath häufig, ihn bzw. sie fertig zu machen. Das fehlende Schuldbewusstsein kann dabei zur gefühllosen Umsetzung der angekündigten Drohungen führen, weshalb Sie sich bei der Trennung von einem psychopathischen Partner nicht scheuen sollten, professionelle Hilfe gegen die unberechenbaren Ausbrüche des Psychopathen in Anspruch zu nehmen. Eine vergleichsweise einfache Trennung kann mit einem Psychopathen nur erfolgen, wenn für den Betroffene das Empfinden entsteht, dass er oder sie slebst die Trennung durchführt. Die Aufgabe eines "allzeit verfügbaren Opfers" kommt jedoch nur äußerst selten vor.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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