Pertussis-Symptome: Daran erkennen Sie Keuchhusten
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Pertussis-Symptome: Daran erkennen Sie Keuchhusten

Die krampfartigen Hustenanfälle mit keuchendem und pfeifenden Phasen gelten als typisch für den Keuchhusten. Dieser Husten wird auch als Stakkato-Husten bezeichnet, ist dabei jedoch nicht das einzige Keuchhusten-Symptom, das erkrankte nach der Infektion mit dem ansteckenden Bordetella-Bakterium aufweisen. Die Erkrankung verläuft im Regelfall in drei Phasen, die jeweils andere Symptome hervorrufen.

Verlauf der Keuchhusten-Erkrankung

Ab der Infektion mit dem Bakterium folgt eine sieben bis 14 Tage dauernde, in Einzelfällen bis zu 20 Tage verlaufende Inkubationszeit, bis sich erste Keuchhusten-Symptome zeigen.

Stadium catarrhale: Die ersten Keuchhusten-Symüpome 

Wie eine Erkältung mit Schnupfen und / oder leicht erhöhter Temperatur beginnt die erste Phase der Keuchhusten-Erkrankung. Das erkrankte Kind zeigt somit klassische Infekt-Symptome, ist müde und abgeschlagen, entwickelt leichtes Fieber, hustet jedoch nur vereinzelt. Das Stadium catarrhale dauert zumeist rund ein bis zwei Wochen an.

Stadium convulsivum: Keuchhusten-Symptome lassen vermeindlich nach 

Das zweite Stadium wirkt auf Beobachter meist zunächst, als würde es dem Patienten besser gehen. Das Fieber ist hierbei in der Regel wieder abgeklungen. In der Nacht beginnen dann meist die typischen, krampfartigen Hustenattacken. Der Husten ist dabei trocken, weshalb ein Abhusten nicht möglich ist. Er erfolgt in heftigen Stößen, bei denen der Kranke fast zu ersticken scheint. Ein Atmen ist während dieser Attacken sowie danach meist nur keuchend möglich, mitunter auch mit pfeifenden Tönen. 

Der Husten kann in einzelnen Attacken, aber auch mit mehreren in Folge auftreten. Letztlich husten viele Patienten etwas zähen Schleim aus der Lunge hervor, bevor der Husten sich beruhigt und sogar längere Pausen folgen. Die Husten-Attacken können in unterschiedlicher Zahl und Heftigkeit über den Tag und in der Nacht auftreten. Bauch- und Kopfschmerzen, Einblutungen in die Bindehaut der Augen sowie Petechien (winzige, meist nur stecknadelkopfgroße Blutungen in Haut und Schleimhäuten) durch die Überanstrengung beim Husten sowie Muskelkater können die Folge sein. Das Stadium convulsivum dauert meist zwischen vier und sechs Wochen an.

Stadium decrementi: Schwächer werdende Symtpme 

Das dritte Stadium der Keuchhusten-Symptome zeigt sich mit langandauernden, jedoch immer schwächer werdenden Symptomen aus den Stadium convulsivum. Eine Ausheilungszeit von zwei bis vier oder gar sechs Wochen ist bei Keuchhusten durchaus verbreitet. Die Hustenattacken werden dabei immer seltener, die Intensität der Hustenkrämpfe immer geringer, bis die keuchenden Hustenanfälle letztlich ausbleiben. 

Atypische Verläufe bei Säuglingen und Erwachsenen

Die höchste Gefahr besteht bei einer Keuchhusten-Erkrankung im Säuglingsalter. Die noch zarten Atemwege schwellen dabei schneller zu, während die typischen Hustenattacken ausbleiben. Statt dem Keuchen und Pfeifen können Babys entsprechend nur "piepsend" Luft holen, während ihnen die Fähigkeit zum Drehen oder Aufrichten für ein besseres Abhusten fehlt. In der Folge besteht die Gefahr von Erstickung, Atemaussetzern oder Schäden im zentralen Nervensystem oder im Gehirn, weil die Sauerstoffzufuhr unterbrochen wird. Babys und Kleinkinder sollten daher auch bei leichten Erkältungssymptomen stets beim Arzt vorgestellt werden.

Bei Erwachsenen führt der Keuchhusten ebenfalls oft zu atypischen Symptomen. Der Stakkato-Husten fehlt oft völlig. Der Krankheitsverlauf ähnelt entsprechend einer langanhaltenden, schweren Bronchitis, bei welcher nur der Arzt zwischen Bronchitis- und Keuchhusten-Symptomen unterscheiden kann.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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