Im Normalfall ist die Behandlung der Krätze (Skabies) in wenigen Tagen abgeschlossen. Für die Therapie stehen verschiedene Anti-Milben-Mittel zur Verfügung. Lesen Sie hier, wie der Arzt üblicherweise vorgeht und welche ergänzenden Begleitmaßnahmen wichtig sind.
Krätze: Fälle treten wieder häufiger auf •

Krätze: So verläuft die Behandlung

Im Normalfall ist die Behandlung der Krätze (Skabies) in wenigen Tagen abgeschlossen. Für die Therapie stehen verschiedene Anti-Milben-Mittel zur Verfügung. Lesen Sie hier, wie der Arzt üblicherweise vorgeht und welche ergänzenden Begleitmaßnahmen wichtig sind.

Skabies-Therapie: Diese Wirkstoffe kommen zur Anwendung

Bei der Behandlung von Krätze kommen üblicherweise Anti-Milben-Mittel zum Einsatz. Diese werden auch Skabizide, Akarizide oder Antiskabiosa genannt und enthalten einen der folgenden Wirkstoffe:

  • Permethrin (am häufigsten)
  • Benzylbenzoat
  • Crotamiton
  • Allethrin

Sie alle sind Insektengifte (Insektizide) und einige von ihnen haben starke Nebenwirkungen, weshalb sie nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt verwendet werden dürfen – das gilt insbesondere für Kleinkinder und Schwangere.

Cremes und Salben sind bei der Bekämpfung der Parasiten beim Menschen die erste Wahl. Erst seit kurzem gibt es auch Tabletten, um die Krätze von innen heraus zu behandeln.

Krätze äußerlich behandeln: Oft reicht eine Therapie-Einheit aus  

Die Salbe wird nach Anweisung des Arztes auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Meist lautet die Anweisung: Eincremen vom Kinn bis zu den Zehen. Dann muss das Medikament acht bis zwölf Stunden einwirken – am einfachsten ist das über Nacht. Danach müssen Sie das Medikament gründlich abwaschen, frische Bettwäsche aufziehen und Ihre Kleidung wechseln.

Wenn Sie als nicht betroffene Person – etwa als Elternteil eines Kindes – das Mittel gegen Milben auftragen, sollten Sie Handschuhe verwenden. Ob auch Kontaktpersonen ohne Symptome behandelt werden sollen, muss der Arzt im Einzelfall entscheiden.

Häufig reicht eine einzige Anwendung, um Skabies zu bekämpfen. Bis die Krätzesymptome aufhören, kann es aber noch ein wenig dauern, weil die Haut noch immer durch alten Milbenkot gereizt wird, selbst wenn die Parasiten schon tot sind. Zeigen sich nach zwei Wochen immer noch Symptome, wird der Arzt im Normalfall die Behandlung wiederholen lassen. Bis zu vier Wochen nach Therapiebeginn sollten weitere ärztliche Kontrollen erfolgen, um sicherzustellen, dass die Krankheit nicht zurückkehrt und alle Milben abgetötet sind.

Innerliche Therapie der Krätze: Ivermectin-Tabletten

Mit Ivermectin steht seit Mai 2016 in Deutschland auch ein Medikament zur innerlichen Behandlung der Krätze offiziell zur Verfügung. Die Dosierung der Tabletten richtet sich nach dem Körpergewicht des Patienten. Auch bei der Therapie mit Ivermectin ist üblicherweise eine Behandlungseinheit ausreichend. Sollten 14 Tage nach der Einnahme noch Symptome der Skabies bestehen, wird die Behandlung wiederholt.

Ivermectin-Tabletten können insbesondere den Patienten helfen, bei denen eine äußerliche Behandlung der Krätze nicht gewirkt hat. Der Arzt greift auch dann auf Tabletten zurück, wenn er Salben und Cremes von vornherein als wenig erfolgsversprechend einschätzt. Zum Beispiel bei Borkenkrätze (Scabies crustosa), wenn mehrere Millionen Milben den Patienten befallen haben. Bei besonders schweren Fällen ist sogar eine Kombination aus innerlicher und äußerlicher Behandlung möglich.

Skabies-Therapie: Welche Nebenwirkungen gibt es?

Permethrin gilt laut Studien für Erwachsene als gut verträgliches Mittel gegen Krätze. Nebenwirkungen wie Hautausschläge, Durchfall oder Kopfschmerzen sind eher selten zu beobachten. Dennoch gilt: In größere Mengen ist das Insektizid für den Menschen giftig.

Die anderen genannten Mittel haben zum Teil weitere und in der Zusammensetzung unterschiedliche Nebenwirkungen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt informieren und achten Sie genau auf die Hinweise auf dem Beipackzettel.

Anti-Krätze-Cremes: Anwendungstipps

Vermeiden Sie soweit möglich einen Kontakt der Creme mit Wunden. Ist Ihre Haut als Folge der Skabies stark entzündet, kann Ihr Arzt eine entzündungshemmende, meist kortisonhaltige Salbe verordnen. Erst danach beginnt die eigentliche Behandlung der Krätze.

Baden Sie Kinder nicht zu heiß, bevor Sie die Creme zur Krätzebehandlung auftragen. Durch die Wärme wird die Durchblutung angeregt. Die Folge: Die Haut nimmt mehr von dem Wirkstoff auf. Das kann für die kleinen Patienten womöglich zu viel sein.

Ein geschwächtes Immunsystem kann die Gefahr erhöhen, dass die Skabies kompliziert verläuft. Ist dies der Fall, sollten Sie Ihren Gesundheitszustand besonders umfangreich und in kleinen Abständen durch einen Arzt überwachen lassen.

Zusätzlich zur medikamentösen Therapie sollten Sie Kleidungsstücke, die mit den Milben in Kontakt gekommen sein können, bei 60 Grad Celsius waschen.

Zusätzlich zur medikamentösen Therapie sollten Sie Kleidungsstücke, die mit den Milben in Kontakt gekommen sein können, bei 60 Grad Celsius waschen.

Hilfreiche Maßnahmen bei Krätze

Außerhalb des Wirts überleben Krätzmilben etwa zwei Tage in Kleidung, Bettwäsche oder auf dem Sofa. Die Übertragung durch gemeinsam genutzte Bettwäsche, Decken, Polster oder Kleidung ist zwar selten, bei einer sehr großen Milbenanzahl wie bei Scabies crustosa aber möglich. Um das Übertragungsrisiko von Skabiesmilben zu reduzieren, gilt:

  • Verstauen Sie Textilien, die nicht gewaschen werden dürfen, über vier Tage bei Raumtemperatur in einem Plastiksack.
  • Saugen Sie Polstermöbel gründlich ab und benutzen Sie sie vier Tage lang nicht.
  • Waschen Sie Bettwäsche, Handtücher, Unterwäsche und alles, was sonst noch intensiven Hautkontakt hatte, bei 60 Grad Celsius.

Außerdem hilfreich: Kürzen Sie sowohl als Patient als auch als behandelnde Person Ihre Fingernägel und reinigen Sie Ihre Nägel mit einer Handbürste. So vermeiden Sie aufgekratzte Haut und Infektionen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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