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Mutter gefragt: Wie funktionieren Nasensauger für den Staubsauger?
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Mutter gefragt: Wie funktionieren Nasensauger für den Staubsauger?

Nasensauger helfen, verstopfte Babynasen von Sekret zu befreien und erleichtern das Durchatmen. Es gibt verschiedene Modelle. Beliebt bei vielen Eltern ist der Nasensauger, der als Aufsatz an den Staubsauger angeschlossen wird. Klingt skurril – funktioniert aber.  Julia E., 36 Jahre und Mutter von zwei Kindern spricht mit Gelbe Seiten über ihre Erfahrungen und gibt Tipps für die Anwendung.

Verstopfte Nase beim Kind birgt Risiken

Babys können noch nicht schnäuzen. Das Nasensekret bleibt in den Nasenlöchern zurück und verstopft die Nase. Trocknet das Sekret ein, wird es für das Kind noch schwieriger zu atmen. Ist die Atmung behindert, ist nicht nur das Essen erschwert. Auch steigt die Gefahr, dass sich eine Nasennebenhöhlenentzündung oder eine Entzündung der Ohren (Mittelohrentzündung) entwickelt. Diese kann durch eine Besiedelung mit Bakterien zusätzlich verkompliziert werden. Nasensauger sind Helfer, um das Sekret aus der Nase zu entfernen.

Gelbe Seiten: Nasensauger für den Staubsauger klingt erst mal ziemlich unheimlich – und fast schon grob…

Julia E.: Das stimmt. Wir hatten zuerst auch unsere Zweifel, als wir die Empfehlung von einer anderen Mutter bekommen haben. Dann war unser erstes Kind, Matilda, sehr stark verschnupft und wir waren irgendwann wirklich verzweifelt. Der Nasensauger, den wir hatten – es war ein normaler, eine Art Gummiball mit Tülle drauf – hat es nicht geschafft, die kleine Nase zu befreien. Also ist mein Mann losgefahren und hat den Nasensauger für den Staubsauger gekauft.

Wie war die erste Anwendung des Nasensaugers?

Es war erstmal ziemlich turbulent. Wir hatten Hemmungen, den Sauger anzuwenden. Unsere Tochter hat geweint, weil der Staubsauger so laut war und sie verängstigt hat. Aber wir haben dem Nasensauger eine Chance gegeben und sind mittlerweile superhappy, dass es ihn gibt. Er schafft es sehr gut, das Sekret aus der Nase zu entfernen. Mit der Zeit haben wir die Anwendung immer weiter „verfeinert“, sodass unsere zweite Tochter, Klara, nun von den Erfahrungen profitiert.

Wie wendet ihr den Nasensauger für den Staubsauger an?

Es funktioniert folgendermaßen: Es gibt Nasensauger-Stück. An dieses ist ein Schlauch angebracht mit einem Aufsatz für den Staubsauger. Dieser Aufsatz wird auf das Handstück des Staubsaugers gesteckt und der Staubsauger auf die niedrigste Stufe gestellt. Man spürt es, wenn man mit der Hand an den Sauger fasst, dass es wirklich nur ein sanfter Sog ist. Außerdem wird der Nasensauger auch nicht in die Nase eingeführt, sondern nur im äußeren Bereich und ein wenig am Naseneingang angewendet. Wir sind immer wieder überrascht, wie viel Sekret aus der Nase unserer Töchter kommt.

Worauf achtet ihr bei der Anwendung des Nasensaugers noch?

Da sich das Sekret in einem kleinen Auffangbehälter sammelt, können wir sehen, wie die Färbung des Sekrets ist. Bemerken wir Veränderungen, etwa eine grünliche Färbung, sprechen wir das immer mit dem Kinderarzt ab. So hoffen wir, eine mögliche bakterielle Infektion frühzeitig erkennen zu können.

Was ist euer wichtigster Nasensauger-Tipp?

Wir tropfen vor der Anwendung immer eine Kochsalzlösung in die Nasenlöcher und lassen sie eine Weile einwirken. Dazu nutzen wir fertige Ampullen mit Kochsalzlösung aus der Apotheke. Diese sind einzeln abgepackt und immer für eine Einmalanwendung gedacht. Unsere Kinderärztin meinte, dass man die Lösung auch selbst mischen könnte. Das haben wir bislang noch nicht gemacht. Wer das tun möchte, sollte sich von einem Kinderarzt oder einer Kinderärztin das richtige Mischungsverhältnis sagen lassen, damit die Schleimhäute nicht gereizt werden. Die Lösung verdünnt das Sekret und angetrocknete Krusten weichen auf. Danach lässt sich die Nase mit dem Nasensauger noch viel leichter reinigen.

Staubsaugergetöse und Nasentropfen – ist das für die Kinder nicht totaler Stress?

Ich denke, das kommt auf das Kind an. Unsere beiden Töchter reagieren auf den Staubsauger mit Weinen. Die Tochter von Freunden von uns ist da ganz entspannt. Ich denke, Eltern müssen ausprobieren, was geht und was nicht. Wir haben irgendwann experimentiert und festgestellt, dass es auch ohne Staubsauger geht, wenn wir mit dem Mund am Schlauchende saugen. Da das Sekret in einem Behältnis aufgefangen wird, kommen wir damit nicht in Berührung. Für unsere Kinder ist das weniger erschreckend als mit Staubsaugergetöse. Ganz ohne Tränen funktioniert es bei uns dennoch nicht. Die „Kochsalzspülung“ mögen beide nicht. Auch, weil die Flüssigkeit ja auch immer etwas den Rachen hinunterläuft. Aber lieber ein paar kurze Tränchen als Atemprobleme oder gar eine Entzündung in der Nase.   

Den Nasensauger reinigen: Wie macht ihr das?

Das Material ist hitzestabil. Direkt nach der Anwendung spülen wir den Nasensauger unter heißem Wasser gründlich ab und reinigen das Auffangbehältnis. Zudem kochen wir den Nasensauger regelmäßig aus. Dann ist er wieder für den nächsten Einsatz bereit. Wir können den Sauger empfehlen. Allerdings haben wir mit anderen Saugern – außer dem Standard-Nasensauger – bislang keine Erfahrungen gemacht. Diese sind sicherlich auch gut. Aber wir bleiben bei dem, was sich für uns und unsere Töchter bewährt hat.

Vielen Dank für das Gespräch.

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Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
Ann-Kathrin Landzettel
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