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Nasen OP - wann zahlt die Kasse? Acht Fragen zur Nasenkorrektur

Bei einer Nasen-OP (Rhinoplastik) wird die Form der Nase verändert. Dies kann bei Fehlstellungen der Nase  nach einer Verletzung oder aus ästhetischen Gründen notwendig sein. Wichtig zu wissen: Die Krankenkassen zahlen nicht jede Nasenkorrektur. Nasen-OP - wann zahlt die Kasse? Acht Fragen zur Nasenkorrektur.

Was passiert bei der Nasen-OP?

Bei der Nasenkorrektur, auch Rhinoplastik genannt, wird die Nasenform verändert. Die Nasen-OP korrigiert die Nase etwa nach einem Bruch, zum Beispiel nach einem Unfall oder aufgrund einer Sportverletzung (medizinische Korrektur). Eine Nasenkorrektur kann auch aus ästhetischen Gründen erfolgen (ästhetische Korrektur), etwa wenn die Nase als krumm oder zu groß empfunden wird. Bei einer Nasen-OP können alle Teile der Nase operiert werden. Welche Operationstechnik im einzelnen Fall angewendet wird, bespricht der Arzt (Facharzt für plastische und ästhetische Medizin) im Vorfeld mit dem Patienten. Grob unterscheiden Ärzte zwei Operationstechniken:

  • operative Nasenkorrektur: Nasengewebe wird abgetragen oder aufgebaut. Hier kommen feine Instrumente, Laser, Ultraschallwellen, Radiofrequenztherapie oder Elektrokaustik zum Einsatz. Aufgefüllt wird meist mit eigener Knorpelmasse, etwa aus dem Ohr oder Rippenbereich. Auch künstliche Implantate können eingesetzt werden.
  • Nasenkorrektur ohne OP: Umfasst die Unterspritzung mit Hyaluronsäure (zur Auffüllung und Kaschierung) oder Botox (zur Lähmung bestimmter Muskelpartien).

Welcher Arzt führt Nasen-OPs durch?

Bei einer Nasen-OP müssen Funktion und Aussehen der Nase berücksichtigt werden. Der Eingriff sollte daher nur von entsprechenden Fachärzten durchgeführt werden. Diese müssen einen entsprechenden Facharzt-Titel haben, im Idealfall ein Facharzt für plastische Chirurgie mit Zusatzausbildung als HNO-Arzt sein. Sie können Ihren HNO-Arzt ansprechen, ob er Kliniken und Ärzte empfehlen kann. Laut den Richtlinien der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland e.V. (GÄCD) darf eine Nasenkorrektur nur von ausgewiesenen Fachärzten für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG), HNO-Heilkunde sowie Plastische und Ästhetische Chirurgie durchgeführt werden.

Wie bereite ich mich auf die Nasen-OP vor?

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt ausführlich alle vorliegenden Erkrankungen und geben Sie ihm einen Medikamentenplan, in den Sie alle Medikamente eintragen, die Sie einnehmen sowie deren Dosierung. Blutverdünnende Medikamente etwa müssen vor der Nasen-Operation in der Regel abgesetzt und alternative Präparate eingenommen werden. Außerdem gibt es eine Reihe verschiedener Erkrankungen, welche die Nasen-OP zum Risiko machen. Da gehört eine Grippe oder eine Herpesinfektion dazu. Teilen Sie Ihrem Arzt alle Erkrankungen mit, sowohl chronische als auch akute – auch wenn das bedeutet, dass die Operation abgesagt oder verschoben werden muss. Verzichten Sie mindestens vier Wochen vor dem Eingriff auf das Rauchen, um das Risiko für Wundheilungsstörungen und Entzündungen zu senken.

Wie lange bleibt der Gips auf der Nase?

Der Nasengips beziehungsweise die Nasenschiene stabilisiert die neue Nasenform nach der Nasen-OP. Sie muss etwa zwei Wochen lang getragen werden. Sie schützt die Nase zudem vor Verletzungen durch Stöße und hilft so, einer Verformung vorzubeugen. Erst wenn die Nase verheilt und die neue Form stabil ist, wird die Stütze abgenommen.

Wie lange ist die Nase nach der Nasen-OP geschwollen?

Wie lange die Nase nach einer Nasen-OP geschwollen ist und Blutergüsse und Rötungen zeigt, ist von der Art der Operation abhängig. Je größer der Eingriff ist, desto länger dauert die Heilung. Bei einer Nasenoperation dauert es etwa drei Wochen, bis die Nase abgeschwollen ist. Bei einer Injektionstherapie meist nur wenige Stunden.

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Nach einer Nasen-OP sollten Sie versuchen, mit offenem Mund zu niesen.

Was muss ich nach einer Nasenkorrektur beachten?

Nach der Nasen-OP können Sie den Heilungsverlauf unterstützen, indem Sie die ersten zwei Wochen

  • mit erhöhtem Oberkörper und auf dem Rücken schlafen.
  • Ihre Nase nicht schnäuzen, um unnötigen Druck in der Nase zu vermeiden.
  • mit offenem Mund niesen, um Druck abzuleiten.
  • die Nase kühlen, um Schwellungen zu lindern.
  • körperliche Belastung bestmöglich vermeiden und auch nichts Schweres heben. Sport ist erst nach etwa sechs Wochen erlaubt, Ballsportarten und Kampfsportarten nach drei bis sechs Monaten.
  • nicht so viel sprechen und leicht zu kauende Speisen essen, um möglichst wenig Bewegung im Gesicht zu haben.
  • nicht rauchen. Die im Tabakrauch enthaltenen Substanzen stören die Wundheilung.
  • keine blutverdünnenden Schmerzmittel einnehmen, etwa ASS.
  • keine Brille tragen.
  • nicht in die Sauna gehen.

Bleiben nach der Nasen-OP Narben zurück?

Bei Injektionen und Operationen, die in Form einer „geschlossenen Technik“ durchgeführt werden, werden außen keine Schnitte vorgenommen. Bei der „offenen Technik“ hingegen wird ein kleiner Schnitt gesetzt. Das kann am Nasensteg, dem seitlichen Nasenrücken oder den Nasenflügeln sein. Bei einem sorgfältig gesetzt Schnitt und einer komplikationslosen Wundheilung ist die zurückbleibende Narbe unauffällig. Lassen Sie sich vor der Nasen-Operation ausführlich von Ihrem Arzt beraten: Welche Operationstechnik empfiehlt er Ihnen? Welche Risiken sind mit dem Eingriff verbunden? Wie lange dauert die Heilung? Entscheiden Sie sich erst dann für oder gegen eine Nasen-OP, wenn Sie sich gut beraten fühlen. Eine rasche Entscheidung muss häufig nach einer starken Nasenverletzung, beispielsweise nach einem Unfall, erfolgen. Ästhetische Eingriffe sollten gut überlegt sein.

Zahlt die Krankenkasse die Nasen-OP?

Die Kosten für eine Nasen-OP übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nur, wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt, also die Funktion der Nase stark eingeschränkt ist. So kann eine Verkrümmung der Nasenscheidewand oder eine Erkrankung der Nase die Atmung stark behindern. Rein ästhetisch motivierte Nasenkorrekturen zahlen die gesetzlichen Krankenversicherungen nicht. Ob und in welcher Höhe private Krankenkassen die Nasen-OP bezahlen, ist im Einzelfall abzuklären. Sprechen Sie vor der Operation mit Ihrer Versicherung.

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Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel
Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter. https://www.ann-kathrinlandzettel.de
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