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Nasenpolypen: Ursachen & Behandlung der Polyposis nasi
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Nasenpolypen: Ursachen & Behandlung der Polyposis nasi

Nasenpolypen sind harmlose Schleimhautwucherungen in der Nase oder in den Nasennebenhöhlen. Bemerkt werden sie von den Betroffenen meist dann, wenn sie so groß sind, dass sie die Nasenatmung behindern. Nasenpolypen: Ursachen, Symptome und Behandlung der Polyposis nasi.

Was sind Nasenpolypen?

Nasenpolypen, auch Polyposis nasi genannt, sind gutartige Gewebewucherungen der Nasenschleimhaut. Die weichen Schleimhautwucherungen bilden sich in den Nasennebenhöhlen und wachsen von dort in die Nasenhaupthöhle hinein. Nasenpolypen sind nicht gefährlich, können aber sehr unangenehm werden – vor allem, wenn sie die Nasenatmung stark behindern oder mit Riechstörungen verbunden sind. Für Außenstehende sind Nasenpolypen oft deshalb nervig, weil sie oft mit starkem Schnarchen verbunden sind. Hals-Nasen-Ohrenärzte unterscheiden zwei Formen von Nasenpolypen:

  • flache Nasenpolypen: Liegen flach auf der Nasenschleimhaut auf und erinnern optisch an eine Linse.
  • gestielte Nasenpolypen: Sind über einen Stiel mit der Nasenschleimhaut verbunden. Erinnern optisch an einen Tropfen.

Nasenpolypen-Ursachen: Wie entstehen Nasenpolypen?

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Nasenpolypen sind nicht bekannt. Mediziner vermuten, dass die Veranlagung eine Rolle spielt. Zudem gibt es verschiedene Erkrankungen, welche die Bildung der gutartigen Schleimhautwucherungen in der Nase begünstigen. Im Erwachsenenalter sind Nasenpolypen eine häufige Folge einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung (chronische Sinusitis), wie sie zusammen mit allergischem Schnupfen und Erkältungen oft auftritt. Auch Asthma bronchiale kann Nasenpolypen fördern.

Im Kindesalter entstehen Nasenpolypen oft im Rahmen der angeborenen Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose (zystische Fibrose) oder bei Funktionsstörungen der Nasenschleimhaut. Was alle diese Erkrankungen gemeinsam haben: Sie sind mit einer anhaltenden Reizung und Entzündung der Nasenschleimhaut verbunden und oftmals auch mit einer Stauung von Nasensekret. Auch bei Menschen mit einer Schmerzmittel-Unverträglichkeit sind Nasenpolypen immer wieder aufgefallen.

Nach Angaben des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.

  • leiden etwa 25 Prozent der Patienten mit Nasenpolypen unter einem allergischen Schnupfen (allergische Rhinitis).
  • leiden Asthmatiker überdurchschnittlich häufig an Nasenpolypen. Bei 20 bis 40 Prozent der Polypen-Betroffenen liegt ein Bronchialasthma vor.
  • leiden sechs bis 15 Prozent der Patienten, die von einer Schmerzmittelunverträglichkeit betroffen sind unter Nasenpolypen.

Nasenpolypen-Symptome: Nasenpolypen erkennen

Nasenpolypen treten in der Regel beidseitig auf. Kleinere Schleimhautwucherungen in der Nase verursachen meist keine Beschwerden und bleiben daher oft unerkannt. Erst wenn die Polypen in der Nase größer werden, bemerken Betroffene Veränderungen. Symptome, die auf Nasenpolypen hindeuten, sind:

  • eine behinderte Nasenatmung
  • Näseln
  • häufiger Schnupfen
  • häufige Erkältungen (Nasennebenhöhleninfekte)
  • Kopfschmerzen
  • Druckschmerzen in den Nasennebenhöhlen
  • Schnarchen
  • Mundgeruch (durch Mundatmung verursacht)
  • Schleimfluss im Rachen
  • nachlassender Geruchssinn
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Nasenpolypen äußern sich unter anderem durch häufige Erkältungen.

Verdacht auf Nasenpolypen? Zum HNO-Arzt!

Bei Verdacht auf Nasenpolypen ist ein Arztbesuch von großer Wichtigkeit. Nicht nur, um die Beschwerden zu behandeln. In seltenen Fällen verbirgt sich hinter einem vermeintlichen Nasenpolypen eine bösartige Geschwulst (Malignom). Ein Hals-Nasen-Ohrenarzt ist der richtige Ansprechpartner.

Auf einen Tumor (Neoplasie) können folgende Warnzeichen hindeuten:

  • Die Polypen sind leuchtend rot.
  • Die Polypen bluten häufig (Nasenbluten).
  • Aus der Nase fließt ein unangenehm riechendes Sekret.

Diagnose Nasenpolypen: Welche Untersuchungen macht der HNO-Arzt?

Mit Hilfe eines Nasenendoskops (kleiner Schlauch mit Licht) und speziellen Spiegeln schaut der Arzt in die Nase und die Nasennebenhöhlen. Möglicherweise ist eine Computertomografie (CT) oder Röntgenaufnahmen für die Diagnose Nasenpolypen notwendig. Allergietests und andere Untersuchungen können die Basisuntersuchung ergänzen.

Nasenpolypen behandeln ohne Operation

Da Nasenpolypen häufig die Folge von Nasenerkrankungen sind, gehört die Behandlung dieser Krankheiten zu den ersten Schritten der Nasenpolypen-Therapie. Die Nasenpolypen selbst behandelt der HNO-Arzt mit Medikamenten. Dazu gehören vor allem:

  • kortisonhaltige Nasensprays: Lassen Entzündungen abklingen und Polypen schrumpfen.
  • Antibiotika: Töten Bakterien ab und helfen gegen bakterielle Entzündungsreaktionen.

Reicht die Behandlung mit Glukokortikoiden in Form von Sprays nicht aus, sind Tabletten mit dem Wirkstoff eine Alternative. Leidet der Betroffene unter Allergien, etwa Heuschnupfen, können Antihistaminika oder eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) die Therapie unterstützen.

Nasenpolypen: Wann ist eine Operation sinnvoll?

Eine Operation der Nasenpolypen hat immer das Ziel, die Atmung zu verbessern und den Abfluss von Sekret zu erleichtern. Ein operativer Eingriff an den Schleimhautwucherungen in der Nase ist dann empfehlenswert, wenn medikamentöse Maßnahmen nicht den erwünschten Erfolg zeigen, die Polypen bereits sehr groß sind oder die Betroffenen stark unter den Wucherungen leiden. Da die Nasenpolypen-Operation sehr anspruchsvoll und mit einer Vielzahl an Risiken verbunden ist, sollten sich Betroffene ausführlich über die möglichen Vor- und Nachteile eines solchen Eingriffs informieren.

Kleinere Polypen können oftmals ambulant entfernt werden, größere Eingriffe werden unter Vollnarkose in einem Krankenhaus durchgeführt. Oft erfolgt in diesem Zusammenhang zugleich die „Sanierung“ der Nasennebenhöhlen: Schleimhautwucherungen werden entfernt, Verengungen geöffnet. Manchmal ist es zudem sinnvoll, eine schiefe Nasenscheidewand zu begradigen.

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Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
Ann-Kathrin Landzettel
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