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Nasennebenhöhlenentzündung: Ursachen & Behandlung einer Sinusitis
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Nasennebenhöhlenentzündung: Ursachen & Behandlung einer Sinusitis

Entzündete Nasennebenhöhlen nach einem Schnupfen? Die Nasennebenhöhlenentzündung ist laut HNO-Ärzten fast schon eine Volkskrankheit. Viele Erwachsene leiden mindestens einmal im Jahr unter der sogenannten Sinusitis. Heilt die Nasennebenhöhlenentzündung nicht richtig aus, kann das problematisch werden.

Was ist eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung, medizinisch Sinusitis, handelt es sich um eine Entzündung der Nasennebenhöhlen, welche Stirnhöhlen, Kieferhöhlen, Siebbeinzellen und Keilbeinhöhle umfassen. Am häufigsten sind bei einer Nebenhöhlenentzündung die Siebbeinzellen und die Kieferhöhlen betroffen. Sind mehrere Nebenhöhlen entzündet, sprechen Mediziner von einer Polysinusitis. Sind alle Nebenhöhlen betroffen, von einer Pansinusitis.

In den meisten Fällen ist es ein harmloser akuter Schnupfen, der zu der Entzündung der Nasennebenhöhlen führt. Die kleinen Gänge zwischen Nasenhöhle und Nasennebenhöhlen werden durch zähflüssiges Sekret und geschwollene Schleimhäute verengt. Sind die Höhlen nicht mehr ausreichend belüftet und kann das Sekret, das Viren und Bakterien enthält, nicht mehr abfließen, droht eine Entzündungsreaktion. Mediziner unterscheiden zwischen der akuten und der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung.

Oft Schnupfen schuld: Ursachen der Nasennebenhöhlenentzündung

Die Ursache der akuten Nasennebenhöhlenentzündung liegt meist in einem infektiösen Schnupfen, der durch Erkältungsviren ausgelöst ist. Die Nasenschleimhäute sind gereizt, geschwollen und trocken und Sekret verstopft die Durchgänge. Viren und Bakterien haben es jetzt leicht, sich auszubreiten. Auch ein allergischer Schnupfen kann eine Sinusitis verursachen. Ein geschwächtes Immunsystem begünstigt die Entwicklung einer Nasennebenhöhlenentzündung.

Wann ist die Nasennebenhöhlenentzündung chronisch?

Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung besteht länger als drei Monate oder tritt öfter als viermal im Jahr auf. Sie hat ihren Ursprung nicht in einer Virusinfektion, sondern tritt entweder zusammen mit der Bildung von Polypen in der Nase auf oder ohne. Polypen sind verdicktes Schleimhautgewebe, das die Gänge stark verengt. Das warm-feuchte und sauerstoffarme Milieu bietet einen guten Nährboden für Krankheitserreger. Ursachen einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung ohne Polypenbildung sind beispielsweise eine verkrümmte Nasenscheidewand oder verengte Nebenhöhleneingänge. Sogar Zahnerkrankungen können einen chronische Nasennebenhöhlenentzündung verursachen, diese wird dentogene Sinusitis genannt.

Nicht nur Schnupfen ein Warnzeichen: Symptome der Nasennebenhöhlenentzündung

Die Symptome einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung ähneln zunächst denen eines normalen Schnupfens. Da die Nasennebenhöhlenentzündung meist auf einen Schnupfen folgt, bemerken die Betroffenen die entzündeten Nasennebenhöhlen nicht gleich. Zu den Nasennebenhöhlenentzündungs-Symptomen gehören:

  • vermehrter Sekretausfluss aus der Nase
  • erschwerte Nasenatmung
  • verminderter oder ganz verlorener Geruchssinn
  • verminderter oder ganz verlorener Geschmackssinn
  • Vermehrter Sekretfluss im Rachen
  • Kopfschmerzen (verstärken sich beim Bücken)
  • Gesichtsschmerzen (verstärken sich beim Bücken)
  • gelblich-grünes Nasensekret bei einer eitrigen Sinusitis
  • eventuell Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Erschöpfung, Müdigkeit
  • Husten (in Folge des verstärkten Sekretflusses durch den Rachen in die Bronchien)
  • manchmal Zahnschmerzen aufgrund des erhöhten Drucks in den Nasennebenhöhlen

Akute Nasennebenhöhenentzündung behandeln: Was der Arzt macht

Bei der akuten Nasennebenhöhlenentzündung ist das Ziel, den Sekretabfluss zu unterstützen und die Schwellungen zu lindern, sodass die Nebenhöhlen wieder belüftet werden. Abschwellende Nasentropfen und Nasensprays gehören zu den häufigsten Medikamenten bei Nasennebenhöhlenentzündung. Diese sollten aufgrund des Gewöhnungseffektes der Schleimhäute allerdings nicht länger als sieben Tage angewendet werden. Schmerzmittel können Kopfschmerzen und Gesichtsschmerzen lindern.

Ergänzend können (pflanzliche) Präparate eingenommen werden, welche die Schleimlösung in der Nase unterstützen. Bei einer bakteriellen Entzündung wird der Hals-Nasen-Ohrenarzt ein Antibiotikum verschreiben. Wichtig ist zudem, ausreichend zu trinken, um das Sekret möglichst flüssig zu halten und den Abfluss zu fördern. Zudem befeuchtet eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr die Befeuchtung und Abschwellung der Nasenschleimhäute. Zwischen zwei bis drei Liter täglich sollten Kranke trinken. Aber: Wer unter Herz- oder Nierenerkrankungen leidet, sollte die erhöhte Trinkmenge zuvor mit seinem Arzt absprechen.

Nasennebenhöhlenentzündung: Hausmittel, zu denen Sie greifen können

Wie bereits erwähnt, ist es bei einer Nasennebenhöhlenentzündung wichtig, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Tee ist daher ein gutes Hausmittel gegen Nasennebenhöhlenentzündungen. Salbeitee etwa wirkt leicht desinfizierend und reizlindert. Kamille beruhigt. Beide Teesorten können Sie auch zur Inhalation verwenden. Lassen Sie sich auch in der Apotheke oder im Reformhaus beraten.

Nasenspülungen mit Meersalz sind ebenfalls gut – sofern Ihre Nase nicht komplett verstopft ist. Sonst kann es sein, dass Sie durch den Druck die Erreger noch weiter in die Nase pressen. Fragen Sie im Zweifel Ihren HNO-Arzt, ob die Anwendung einer Nasendusche für Sie empfehlenswert ist. Spaziergänge an der frischen Luft helfen, die Schleimhäute zu befeuchten und unterstützen das Abschwellen. Eine Schale mit Wasser auf der Heizung verbessert das Raumklima. Alle diese genannten Tipps eigenen sich übrigens auch, um einer Nasennebenhöhlenentzündung vorzubeugen.

Wann die Nasennebenhöhlenentzündung gefährlich wird

Verschlimmert sich die Nasennebenhöhenentzündung und kommt eine eitrige Entzündung hinzu, kann es ohne Behandlung zu ernsthaften Komplikationen kommen. Dann kann sich die Entzündung weiter ausbreiten und die Erreger in andere Bereiche gelangen. Gefährlich ist das vor allem dann, wenn die Augenhöhlen, die Gehirnhaut (Meningitis) oder das Gehirn (Enzephalitis) betroffen sind.

Starke Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit und starke Müdigkeit geben Hinweise auf eine Beteiligung der Hirnhäute beziehungsweise des Gehirns. Dann muss der Betroffene sofort in ein Krankenhaus. Das Risiko für eine lebensgefährliche Blutvergiftung (Sepsis) ist dann stark erhöht. Vor allem bei Kindern breitet sich die Nasennebenhöhenentzündung oft weiter aus. Nasenspülungen sowie die Gabe von Antibiotika und Kortison gehören zu den Behandlungsmaßnahmen, um die Bakterien und die Entzündung zu bekämpfen.

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Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
Ann-Kathrin Landzettel
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