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Nasenherpes: Wann zum Arzt und was hilft?

Es kribbelt, spannt und juckt am Mund: Lippenherpes kennen viele Menschen. Nasenherpes hingegen ist weniger bekannt. Ungefährlich sind Herpesbläschen an der Nase nicht. Wann Sie mit Nasenherpes zum Arzt müssen und was gegen die Herpesbläschen in der Nase hilft.

Was ist Nasenherpes?

Herpesbläschen, auch Fieberbläschen genannt, sind immer wieder auftretende schmerzhafte Bläschen, die sich vor allem im Gesicht bilden:

  • Lippenherpes (Herpes labialis)
  • Nasenherpes
  • Augenherpes

Nasenherpes wird, genau wie die anderen Herpesformen, die im Gesicht auftreten, vor allem vom Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV1) verursacht. Der Herpes simplex-Virus Typ 2 (HSV2) löst vor allem Genitalherpes aus. Dennoch können beide Herpesviren-Arten an beiden Körperstellen aktiv werden. 

Ursachen für Nasenherpes: Woher kommen die Bläschen in der Nase?

Die Infektion von Herpesviren (Erstinfektion/Primärinfektion) erfolgt meist unbemerkt im Kindealter. Neun von zehn Menschen tragen den Herpes simplex-Virus Typ 1 in sich – viele wissen davon nichts. Nur bei etwa 20 bis 40 Prozent der Trägerinnen und Träger werden sie aktiv und verursachen die unangenehmen, schmerzhaften Herpesbläschen. Viele Menschen haben immer wieder mit Lippenherpes zu kämpfen – häufig ein bis zwei Mal im Jahr. Bei fünf bis zehn Prozent der Betroffenen kommt es zu mehr als fünf Ausbrüchen. Vom Herpes simplex-Virus Typ 2 sind etwa 20 Prozent der Deutschen infiziert.

Nasenherpes: Symptome, die auf Herpes hindeuten

Die Symptome von Nasenherpes ähneln denen von Lippenherpes. Zu den ersten Symptomen gehören ein Spannungsgefühl an oder in der Nase. Dieses ist meist von Juckreiz, Kribbeln und Brennen begleitet. Anschließend bilden sich die typischen mit Flüssigkeit gefüllten, schmerzhaften Herpesbläschen. Diese platzen nach wenigen Tagen auf und verkrusten. Der Juckreiz und das Brennen halten meist weiter an. Naseputzen und Gesichtwaschen können als unangenehm bis schmerzhaft empfunden werden. Auch Kauen kann störend sein und die Haut um die Bläschen herum spannen lassen.

Wann kommt Nasenherpes?

Aus dem Körper vertreiben lassen sich Herpesviren nicht. Nach der Ansteckung verweilen sie ein Leben lang in den Nervenzellen. Aktiv werden die Herpesviren vor allem bei Stress. Auch UV-Licht, ein geschwächtes Immunsystem, bei Frauen oftmals die Menstruation sowie bei manchen Menschen Ekel können die Herpesviren "aufwecken". Dann wandern sie vom Trigeminus-Nerv im Gehirn zu den Nervenenden an Lippe, Nase oder Kinn und verursachen dort Herpes.

Nasenherpes – wann zum Arzt?

Die Herpesbläschen heilen in der Regel nach sieben bis zehn Tagen komplikationslos unter Krustenbildung aus. Allerdings kommt es bei Herpes an Nase, Augen und Ohren öfter zu Komplikationen als bei Lippenherpes. Gelangen Herpesviren beispielsweise durch die Nase in das Gehirn, kann das zu einer lebensbedrohlichen Entzündung führen. Am Auge droht im Zusammenhang mit einer Herpesinfektion Erblindung.

Bei einer Herpes-Infektion in und an Nase, Augen und Ohren sollten Sie daher auf jeden Fall zu einem Arzt gehen. Der erste Ansprechpartner kann Ihr Hausarzt sein, ebenso ein Hals-Nasen-Ohrenarzt beziehungsweise ein Hautarzt (Dermatologe). Möglicherweise folgt eine Untersuchung bei einem Neurologen oder bei Herpes am Auge bei einem Augenarzt.

Zum Arzt sollten Sie immer auch dann gehen, wenn sich Lippenherpes stark ausbreitet und in Richtung Nase wandert. Das gilt auch, wenn Nasenherpes nicht mehr am Naseneingang ist, sondern sich die Bläschen und Verkrustungen im Inneren der Nase befinden oder sich die Herpesbläschen generell vermehren.

Nasenherpes-Medikamente: Was hilft gegen Herpes an der Nase?

Dem Arzt stehen für die Nasenherpes-Behandlung verschiedene Medikamente zur Verfügung. Die enthaltenen Wirkstoffe haben das Ziel:

  • die Vermehrung der Viren an der Nase stoppen.
  • die Nasenherpes-Viren abzutöten.
  • die Dauer eines akuten Herpes-Ausbruchs etwas zu verkürzen.
  • einen akuten Ausbruch der Bläschen abwenden.

Aciclovir und Penciclovir gehören zu den Wirkstoffen die helfen, die Viren einzudämmen. Am häufigsten werden diese Wirkstoffe in Form von Salben auf die betroffen Hautstelle aufgetragen. Da die Salben oft nicht tief genug in die Haut eindringen, ist für besonders ausgeprägte Nasenherpes-Fälle die Einnahme von Tabletten möglich.

Nasenherpes behandeln: Beim ersten Kribbeln reagieren

Je früher die Präparate mit den virenhemmenden Wirkstoffen aufgetragen werden, desto besser sind die Chancen, möglichst viele Viren zu erwischen und die Herpesbildung zu verhindern. Nasenherpes-Medikamente sollten am besten gleich beim ersten Kribbeln, Spannen und Jucken angewendet werden. Dann ist die vorbeugende Wirkung am größten. Während niedrig dosierte Medikamente wie Herpessalben rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind, brauchen Sie für höher dosierte Medikamente wie Tabletten ein Rezept vom Arzt.

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Als Hasmittel gegen Nasenherpes können Sie ebenfalls Melissenöl verwenden.

Melissenöl: Hausmittel gegen Nasenherpes

Eine mögliche Alterative zu Aciclovir und Penciclovir ist Melisse. Melissenöl als Hausmittel gegen Nasenherpes konnte in verschiedenen Untersuchungen einen virushemmenden Effekt zeigen und so die Vermehrung der Herpesviren eindämmen. Melissenöl kann pur anwendet oder in Salben und Gelen eingesetzt werden.

Weitere Möglichkeiten, Nasenherpes zu behandeln, sind Zinksalben und antiseptische Wundcremes. Zink trocknet die Bläschen aus. Wundsalben unterstützen die Heilung der Haut. Achtung: Von Zahnpasta raten Hautärzte ab. Diese sei zu aggressiv und reize die Haut unnötig.

Nasenherpes-Tipp: Entnehmen Sie die Herpes-Salbe mit einem Wattestäbchen und tragen Sie diese vorsichtig auf den Nasenherpes auf. So gelangen die Viren nicht an die Tubenöffnung oder an Ihre Hände. Schmeißen Sie das benutzte Stäbchen weg und nehmen Sie für erneutes Eincremen ein frisches.

 

Nasenherpes vorbeugen – das können Sie tun

Herpes ist etwa eine Woche ansteckend. Die Herpesviren können etwa 48 Stunden außerhalb des Körpers überleben. Bei Lippenherpes ist neben den Lippen und dem Mund auch der Speichel mit Viren infiziert und somit ansteckend. Die Viren können sogar beim Sprechen über kleine Speicheltröpfchen übertragen werden.

Sie können sich selbst und als Betroffener andere vor einer Infektion mit Herpesviren schützen, indem Sie bis zur vollständigen Abheilung der Bläschen an Nase oder Mund:

  • niemanden küssen,
  • Handtücher, Geschirr und Besteck nicht teilen,
  • nach Kontakt mit den Bläschen die Hände waschen,
  • Körperkontakt vermeiden,
  • auf Oralsex verzichten (Herpesviren können auf die Schleimhäute an den Geschlechtsorganen übertragen werden und Genitalherpes auslösen)
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Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel
Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter. https://www.ann-kathrinlandzettel.de
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