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Nasenbluten: Ursachen nicht immer harmlos
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Nasenbluten: Ursachen nicht immer harmlos

Nasenbluten ist in den meisten Fällen harmlos. Oft ist es trockene Heizungsluft, welche die Nasenschleimhäute strapaziert und bluten lässt. Doch Nasenbluten kann auch auf ernste Erkrankungen hindeuten, etwa Bluthochdruck oder Morbus Osler. Nasenbluten: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung.

Was ist Nasenbluten?

Fließt plötzlich Blut aus einem oder beiden Nasenlöchern, sprechen Mediziner von Nasenbluten oder Epistaxis. Meist liegt die Ursache von Nasenbluten in einer Verletzung der Nasenschleimhaut. Dazu braucht es keinen Schlag auf die Nase. Heizungsluft in den Wintermonaten sowie Klimaanlagen in den Sommermonaten begünstigen bei vielen Menschen trockene Schleimhäute. Dann reicht ein Schnäuzen oder Niesen aus, um eine winzige Verletzung zu verursachen. Die Nase beginnt zu bluten.

Warum blutet die Nase so schnell?

Warum die Nase leicht blutet, hat vor allem 2 Gründe:

  1. Die Nasenschleimhaut ist von einem dichten Geflecht von Blutgefäßen überzogen, damit die eingeatmete Luft ausreichend erwärmt werden kann, bevor sie in Lunge und Bronchien gelangt.
  2. Die obere Hautschicht der Schleimhäute in der Nase ist recht dünn.

Kleine Verletzungen führen daher schnell zum Nasenbluten. Angaben des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V. zufolge hatte jeder zweite Erwachsene schon einmal Nasenbluten. Gerade bei Kindern kommt es gelegentlich zu Blutungen ohne ersichtlichen Auslöser.

Nasenbluten: harmlose Ursachen

Zu den harmlosen Auslösern von Nasenbluten gehören:

  • trockene Schleimhäute aufgrund von Heizung, Klimaanlage und abschwellenden Nasensprays während einer Erkältung
  • gereizte Schleimhäute aufgrund von Allergien wie Heuschnupfen
  • Nasenbohren
  • starkes Naseschnäuzen
  • Schwangerschaft (die Schleimhäute sind vermehrt durchblutet)
  • kleine Verletzungen (Kinder stecken sich oft Stifte in die Nase)

Nasenbluten behandeln: Kopf nach vorne oder in den Nacken?

Harmloses Nasenbluten lässt sich meist rasch stoppen. Setzen Sie sich aufrecht hin, um den Blutdruck im Kopf zu verringern. Beugen Sie den Kopf nach vorne, damit das Blut aus der Nase fließen kann. Fangen Sie es mit einem Taschentuch auf oder beugen Sie sich über ein Waschbecken. Um das Stillen der Blutung zu unterstützen, drücken Sie die Nasenflügel für einige Minuten zusammen. Auch Kälte hilft: Durch einen kühlen Waschlappen oder ein kühles Tuch ziehen sich die Blutgefäße zusammen und die Blutung lässt meist rasch nach.

Nasenbluten: ernste Ursachen

Hinter wiederkehrendem Nasenbluten können auch ernstere Erkrankungen stecken:

  • Bluthochdruck (Hypertonie): Der anhaltend hohe Druck in den Blutgefäßen begünstigt das Einreißen der zarten Blutgefäße in der Nasenschleimhaut.
  • Arteriosklerose (Gefäßverkalkung): Verkalkte Gefäße werden starrer und spröder. Das Verletzungsrisiko steigt. Arteriosklerose ist ein bedeutender Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall.
  • Morbus Osler: Morbus Osler ist eine seltene, erbliche Gefäßerkrankung. Manche Blutgefäße sind krankhaft erweitert. Sie können reißen und es kommt zu Blutungen. Die Blutungen können überall auftreten, besonders häufig sind sie jedoch in Nase, Mund, Fingern, Magen und Darm.
  • Nasentumoren: In seltenen Fällen muss bei häufigem Nasenbluten an gut- oder bösartige Nasentumoren  in der Nasenhöhle oder in der Nasennebenhöhle gedacht werden.

Nasenbluten durch Medikamente

Die Einnahme bestimmter Medikamente kann ebenfalls Nasenbluten begünstigen. Dazu gehören Medikamente, die die Blutgerinnung im Körper hemmen, umgangssprachlich als Blutverdünner bekannt. Dazu gehören:

  • Plättchenhemmer wie Acetylsalicylsäure (ASS), die bewirken, dass die Blutplättchen (Thrombozyten) nicht so leicht verklumpen.
  • Heparine, die ebenfalls einzelne Gerinnungsfaktoren hemmen.
  • Orale Antikoagulanzien, welche die Bildung oder Wirkung bestimmter Gerinnungsfaktoren hemmen, etwa Vitamin-K-Antagonisten (Cumarine). Ein bekannter Handelsname ist "Marcumar".

Nasenbluten – wann zum Arzt?

Meist hört Nasenbluten nach wenigen Minuten wieder auf und auch die Blutmenge ist meist gering. Zum Arzt sollten Sie dann gehen, wenn Sie immer wieder unter Nasenbluten leiden. Allgemeinmediziner, Fachärzte für Innere Medizin (Internisten) sowie Hals-Nasen-Ohrenärzte sind die richtigen Ansprechpartner bei Nasenbluten.

Wann ist Nasenbluten ein Notfall?

Wie der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V. empfiehlt, sollten Sie die nächste Notaufnahme aufsuchen, wenn:

  • die Blutung besonders stark ist.
  • die Blutung nach 20 Minuten nicht gestillt ist.
  • sichtbare Verletzungen der Nase bestehen.
  • die Blutung im hinteren Teil der Nase ist. Das merken Sie daran, wenn das Blut nicht aus der Nase läuft, sondern hauptsächlich hinten den Rachen hinunter.
  • ein Kind anhaltendes Nasenbluten hat.
  • ein Gegenstand in der Nase steckt.
  • das Nasenbluten die Folge einer Schädelverletzung ist.

Gehen Sie immer auch dann in die Notaufnahme, wenn das Nasenbluten durch einen starken Schlag oder Aufprall verursacht wurde oder sichtbare Verletzungen der Nase vorliegen. Dann kann es sein, dass Ihre Nase gebrochen ist oder andere Verletzungen für die Blutung verantwortlich sind, die einer raschen Behandlung bedürfen.

Achtung: Läuft nach einer Schädelverletzung helle Flüssigkeit aus der Nase, könnte es sich um Hirnflüssigkeit handeln. In diesem Fall muss sofort der Notarzt verständigt werden, betonen die HNO-Experten.

Nasenbluten: Das macht der Arzt

Das erste Ziel des Arztes ist es, das Nasenbluten zu stoppen. Die weitere Behandlung erfolgt abhängig vom Auslöser. Kleine Blutungen der Nasenschleimhaut können häufig mit einem Laser verödet werden. Pflegende Nasensalben reduzieren das Risiko, dass die empfindliche Haut erneut einreißt. Ist eine bakterielle Infektion der Auslöser, helfen Antibiotika. Manchmal ist ein operativer Eingriff notwendig, etwa bei Verletzungen, die nach einem Unfall oder einem Schlag auf die Nase entstanden sind. Ist eine Erkrankung wie Bluthochdruck der Auslöser, gilt es, diese zu behandeln, um das Symptom Nasenbluten in den Griff zu bekommen.

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Luftbefeuchter können dafür sorfen, dass keine trockene Luft entsteht.

Nasenbluten vorbeugen – das können Sie tun

Um das Risiko für Nasenbluten zu senken, helfen Ihnen folgende Tipps:

  • Vermeiden Sie zu kräftiges Naseschnäuzen.
  • Bohren Sie nicht in der Nase.
  • Im Winter können Luftbefeuchter oder eine Schale mit Wasser auf der Heizung helfen, die Luft zu befeuchten.
  • Nasensalben pflegen die Nasenschleimhäute.
  • Trinken Sie ausreichend. Am besten um die zwei Liter am Tag. Herzkranke und Nierenkranke sollten die individuelle Trinkmenge mit ihrem Arzt besprechen.
  • Die Inhalation mit Kochsalzlösungen befeuchtet die Nase und wirkt abschwellend.
  • Nasenspülungen reinigen und befeuchten die Nase sanft.
  • Essen Sie gesund und ausgewogen. Vitamin K, das für die Blutgerinnung wichtig ist, ist beispielsweise in Spinat, Brokkoli und Kohl enthalten.
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Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
Ann-Kathrin Landzettel
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