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Akuter Schnupfen: Warum die Nase läuft - und was hilft
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Akuter Schnupfen: Warum die Nase läuft - und was hilft

Akuter Schnupfen (akute Rhinitis, Nasenkatarrh) ist eine durch Viren verursachte Entzündung der Nasenschleimhaut. In Folge bildet sie vermehrt Sekret und Fließschnupfen entsteht. Meist heilt Schnupfen von selbst, doch manchmal kommt es zu Komplikationen. Akuter Schnupfen: Warum die Nase läuft, wann Sie zum Arzt sollten und was gegen die verstopfte Nase hilft.

Was ist akuter Schnupfen?

Akuter Schnupfen tritt als Hauptsymptom einer Erkältung auf – der häufigsten Infektionskrankheit überhaupt. Unter akutem Schnupfen (akuter Rhinitis) verstehen Hals-Nasen-Ohrenärzte eine Entzündung der Nasenschleimhäute, die im Rahmen einer Infektion mit Erkältungsviren – meist Rhino- und Coronaviren – auftritt.

Bakterielle Infektionen als Folge von Schnupfen

Sind die Schleimhäute entzündet und die Nebenhöhlen vom Sekret stark verstopft, kann es sein, dass eine bakterielle Infektion (bakterielle Überinfektion) hinzukommt. Am häufigsten sind bakterielle Infektionen der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) sowie Mittelohrentzündungen. Ein Hinweis auf eine bakterielle Infektion der Nase kann gelblich-grünes Nasensekret sein. In den meisten Fällen heilt der akute Schnupfen allerdings nach etwa einer Woche ohne Komplikationen wieder aus.

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Schnupfen kann bereits zwei Tage vor dem Ausbruch schon ansteckend sein.

Wie lange ist akuter Schnupfen ansteckend?

Mediziner gehen davon aus, dass eine mit Schnupfenviren angesteckte Person bereits zwei Tage vor Ausbruch der ersten Schnupfen-Symptome ansteckend sein kann. Das heißt: Bevor man selbst weiß, dass man krank wird, kann man die Erreger bereits an andere über Tröpfcheninfektion übertragen. Die ersten zwei bis drei Tage nach Beginn der Schnupfen-Symptome ist das Ansteckungsrisiko am größten. Dann muss man besonders oft niesen und die Schleimhäute bilden besonders viel Sekret, das voller Viren steckt. Ansteckend ist ein Schnupfengeplagter so lange, wie er die Erkältungsviren ausscheidet. Das ist in der Regel etwa eine Woche der Fall, kann aber auch länger oder kürzer sein. 

Schnupfen-Symptome: So erkennen Sie akuten Schnupfen

Ab dem Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Ausbruch des akuten Schnupfens dauert es in der Regel zwei bis sieben Tage. Zu den ersten Symptomen eines Schnupfens gehören:

  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Frieren
  • Kopfschmerzen
  • Wundsein/ Kratzen im Hals
  • trockene Nase

Im fortgeschrittenen Schnupfenstadium kommen weitere Beschwerden hinzu:

  • Fließschnupfen
  • Niesen
  • verstopfte Nase (geschwollene Nasenschleimhäute)
  • im Zeitraum der Erkrankung oft der Verlust des Riechsinns und Geschmackssinns
  • starke Kopfschmerzen
  • Husten
  • Halsschmerzen
  • Erschöpfung
  • Krankheitsgefühl

Wann mit akutem Schnupfen zum Arzt?

Im Normalfall benötigt akuter Schnupfen keine ärztliche Behandlung und heilt nach drei bis zehn Tagen von selbst wieder aus. Zu Ihrem Hausarzt (Allgemeinmediziner, Internist) beziehungsweise Hals-Nasen-Ohrenarzt sollten Sie dann gehen, wenn zu den Schnupfen-Symptomen Beschwerden hinzukommen, wie:

  • Fieber über 39 Grad Celsius
  • Schüttelfrost
  • starke Kopfschmerzen
  • Erbrechen
  • Halssteifheit
  • Schmerzen in der Brust
  • Schmerzen/ Beschwerden beim Atmen
  • starker Schwindel

Schnupfen-Ursache: Warum läuft die Nase?

Die Schnupfen auslösenden Viren, meist Rhino- und Coronaviren, werden in den meisten Fällen über Tröpfcheninfektion übertragen – beim Sprechen, Niesen oder Husten. Niest ein Kranker in die Hand und greift in Folge Türklinken, Haltegriffe und andere Oberflächen an, können die Viren leicht an andere Hände gelangen. Regelmäßiges Händewaschen gehört daher zu den wichtigsten Vorbeugemaßnahmen bei akutem Schnupfen.

Warum die Nase bei Schnupfen läuft, hat folgenden Grund: Die Schnupfenviren reizen die Nasenschleimhäute, die in Folge versuchen, die Eindringlinge abzuwehren und wieder aus der Nase zu transportieren. Wir müssen niesen und die Nase läuft ständig. Auch der Hustenreiz hat das Ziel, durch Husten die Erreger hinauszubefördern. Schnupfen und Husten sind somit ziemlich ausgeklügelte Abwehrreaktionen des Körpers – leider mit der Folge, dass damit auch das Ansteckungsrisiko für andere Menschen steigt.

Akuten Schnupfen behandeln: Was hilft schnell gegen Schnupfen?

Einer Statista-Umfrage zufolge verwendeten im Jahr 2018 rund 27,5 Prozent der Deutschen ab 14 Jahre bei Erkältung und/oder Schnupfen mindestens einmal pro Woche Schnupfenspray. Besonders abschwellende Schnupfensprays und -tropfen wirken schnell und erleichtern das Durchatmen. Die eingesetzten Wirkstoffe sorgen dafür, dass sich die Gefäße in der Nasenschleimhaut zusammenziehen. Dadurch werden sie weniger stark durchblutet und schwellen ab. Das erleichtert die Nasenatmung und Nasensekret kann besser abfließen.

Länger als sieben Tage sollte man abschwellende Nasentropfen allerdings nicht verwenden, da sonst der Gewöhnungseffekt droht. Die Nasenschleimhäute trocknen aus und schwellen nach Absetzen erst einmal besonders stark wieder an, um die Durchblutung wieder auf das gewohnte Niveau zu bringen. Es dauert daher oft einige Tage, bis die natürliche Nasenfunktion wiederhergestellt ist. Wer diesen Entzug nicht schafft und die Mittel immer weiter nimmt, kann eine "Nasentropfensucht“ entwickeln und der Nasenschleimhaut langfristigen Schaden zufügen.

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Meerwasser-Sprays wirken genau wie eine Nasenspülung befeuchtend.

Meerwasser als sanftes Schnupfen-Mittel

Gute Alternativen zu den abschwellenden Nasensprays sind Sprays und Tropfen, die befeuchtend wirken. Meerwasser-Nasensprays wirken genau wie Nasenspülungen mit einer Salzlösung befeuchtend, lösen eingetrocknetes Sekret und befördern Viren und Bakterien aus der Nase. Nasenspülungen sind zudem gut geeignet, um einem akuten Schnupfen vorzubeugen. Am besten vor dem Schlafengehen anwenden und den „Schmutz“ des Tages aus der Nase spülen.

Warmes Salzwasser können Sie zudem auch inhalieren: Füllen Sie eine Schüssel mit heißem, nicht kochendem Wasser, geben Sie einen Teelöffel Meersalz (ohne Zusätze) hinzu und wenn Sie möchten drei Beutel Kamillentee. Lassen Sie die Teebeutel 10 bis 15 Minuten ziehen. Ist die Temperatur angenehm, können Sie ein Handtuch über Kopf und Schüssel legen und für etwa zehn Minuten die Dämpfe einatmen. 

Schnupfen-Hausmittel: Das hilft gegen die verstopfte Nase

Neben Anwendungen mit Salzwasser gibt es noch weitere Hausmittel gegen akuten Schnupfen. Die wirkungsvollste Maßnahme ist Schlaf. Hat der Körper mit Schnupfen zu kämpfen, tut ihm Ruhe besonders gut. Tee ist bei Schnupfen ebenfalls wohltuend. Er befeuchtet die gereizten und trockenen Schleimhäute im Hals und der eingeatmete Dampf wirkt sanft befeuchtend. Erkältungstees aus Salbei, Fenchel, Kamille und Ingwer wirken besonders gut gegen die Erkältungssymptome. Generell ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr bei Schnupfen wichtig, um die Schleimhäute feucht zu halten. Das hilft, das Sekret flüssig zu halten und unterstützt den Abtransport.

Achtung: Pfefferminztee wird bei einem rauen und wunden Hals von vielen als unangenehm empfunden. Haben Sie das Gefühl, dass Ihnen der Minztee nicht guttut, verzichten Sie – oder probieren Sie es mit einem kleinen Löffel Honig im Getränk. Honig wirkt reizlindernd und legt sich wie ein leichter Schutzfilm über die strapazierten Schleimhäute.

Schnupfen vorbeugen – das können Sie tun

Möchten Sie akutem Schnupfen vorbeugen, gilt vor allem eins: Achten Sie auf eine gute Händehygiene. Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig mit Wasser und Seife. Über die Hände nehmen wir eine Vielzahl verschiedener Erreger von Flächen wie Türklinken und Haltestangen auf. Gelangen die Erkältungsviren über die Hände ins Gesicht, ist der Weg zu den Schleimhäuten meist nicht mehr weit. Die Verwendung einer Nasendusche mit Salzwasser hilft ebenfalls, Schnupfen vorzubeugen. Die Schleimhäute werden befeuchtet und Erreger herausgespült.

Eine gesunde Ernährung und Bewegung an der frischen Luft stärken das Immunsystem – ebenso wie genügend Schlaf. Ausreichend Trinken befeuchtet die Schleimhäute und stärkt ihre natürliche Abwehr. Eine kleine Schale mit Wasser auf der Heizung verbessert das Raumklima und beugt trockenen Nasenschleimhäuten vor.

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Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
Ann-Kathrin Landzettel
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