Gesünder Leben
Multiple Sklerose: Verlauf der chronischen Krankheit
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Sascha Müller
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Sascha Müller
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Multiple Sklerose: Verlauf der chronischen Krankheit

Der Verlauf von Multipler Sklerose ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Am häufigsten zeigt sich die Krankheit schubweise. MS-Patienten sind längst nicht immer an den Rollstuhl gefesselt. Ein großer Teil der Erkrankten kann den Alltag allein bewältigen.

Was ist ein Schub bei Multipler Sklerose?

Von einem Schub sprechen Ärzte bei Multipler Sklerose (MS) dann, wenn neue Beschwerden auftreten, die sich nicht durch andere Ursachen als erklären lassen und mindestens 24 Stunden andauern. Von einem neuen Schub wird erst dann gesprochen, wenn der letzte Schub mindestens 30 Tage zurückliegt. Die Beschwerden können sich danach vollständig, teilweise oder gar nicht zurückbilden. Je geringer die Rückbildung desto schwerer der allgemeine Verlauf der Krankheit.

Drei Formen des Verlaufs von Multipler Sklerose

Unterschieden werden grundsätzlich drei verschiedene Formen, wie Multiple Sklerose verlaufen kann:

• schubförmig-wiederkehrender Verlauf

• primär chronisch-fortschreitender Verlauf

• sekundär chronisch-fortschreitender Verlauf

Etwa 90 Prozent aller MS-Patienten sind von schubförmigen Verläufen betroffen. Dabei sind Mischformen möglich. So schreitet die Krankheit in späteren Jahren oft ohne Unterbrechung fort, zeigt aber zusätzlich noch Schubspitzen.

Schubförmig-wiederkehrender MS-Verlauf

Bei einem schubförmigen Verlauf tauchen die für Multiple Sklerose typischen Symptome plötzlich auf und dauern mehrere Tage oder Wochen an. Danach gehen die Beschwerden teilweise oder vollständig zurück. Je länger ein Schub dauert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit bleibender Schäden. Bis zum nächsten Schub dauert es bei dieser Verlaufsform durchschnittlich sechs Monate bis drei Jahre.

Primär chronisch-fortschreitender MS-Verlauf

Die primäre Verlaufsform ist die einzige Form von MS ohne Schübe und betrifft nur etwa 10 Prozent aller Erkrankten. Bei dieser Form bleiben zwar Beschwerdespitzen aus, es erfolgt aber auch nie eine Verbesserung der aktuellen Symptome. Die Verfassung des Patienten wird kontinuierlich schlechter. Wie schnell die Krankheit fortschreitet, ist unterschiedlich. Ein rasanter Verlauf ist ebenso möglich wie eine schleichende Verschlimmerung der Symptome.

Sekundär chronisch-fortschreitender MS-Verlauf

Nach einem schubartigen MS-Verlauf zu Beginn verschlimmern sich die Beschwerden beim sekundär-chronisch fortschreitenden MS-Verlauf zunehmend. Es kommt auch während des chronischen Verlaufs noch zu Schüben, die sich minimal zurückbilden. Irgendwann lassen sich innerhalb der kontinuierlichen Verschlechterung jedoch keine einzelnen Schübe mehr abgrenzen. Unter dieser Form leiden rund 40 Prozent der MS-Patienten.

Prognose und Lebenserwartung bei Multipler Sklerose

Eine allgemeine Prognose lässt sich bei MS nicht stellen. Die Lebensqualität und die Lebenserwartung hängen sehr stark von der individuellen Schwere der Krankheit und den Lebensumständen ab. Längst nicht jeder Patient mit Multipler Sklerose ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Nach einer durchschnittlichen Krankheitsdauer von 18 Jahren ist immerhin noch ein Drittel der Erkrankten voll berufstätig. Nur bei fünf Prozent der Betroffenen verläuft die Krankheit so, dass sie binnen weniger Jahre als schwer behindert gelten.

Selbst in den 70er Jahren – mit deutlich schlechteren Behandlungsmöglichkeiten als heute – verstarben nur weniger als zehn Prozent der Erkrankten an der Multiplen Sklerose und ihren Folgen. Aktuelle Langzeitstudien zu den heutigen Umständen von Betroffenen stehen zwar noch aus, im Schnitt ist die durchschnittliche Lebenserwartung von MS-Patienten heutzutage aber lediglich um sechs bis sieben Jahre verkürzt. Ein klassisches Endstadium gibt es für Multiple Sklerose in der Regel nicht.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Sascha Müller
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Ob Krankheiten behandeln oder die Traumfigur erreichen: Sascha Müller setzt sich als gelernter Fitnesskaufmann mit Faible für Medizin mit jeglichen Fragen im Gesünder Leben-Bereich auseinander.
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