Was ist Ferritin? Die wichtigsten Infos zum Speichereiweiß für Eisen
© fizkes/fotolia.com
(0)

Was ist Ferritin? Die wichtigsten Infos zum Speichereiweiß für Eisen

Ferritin ist ein Eiweißmolekül. Benötigt wird es zur Speicherung von Eisen, das wiederum wichtig für Energiebereitstellung und Sauerstofftransport im Körper ist. Erfahren Sie hier mehr über die Bedeutung von Ferritin für den Organismus und worauf Abweichungen vom Ferritin-Normwert hindeuten können.

Bei Verdacht auf Eisenmangel den Ferritin-Wert ermitteln

Ferritin spielt im Zusammenhang mit der Eisenversorgung des Organismus eine wichtige Rolle. Es befindet sich gebunden im Blut sowie in den Zellen von Leber, Milz und Knochenmark. Das Molekül ist der wichtigste Eisenspeicher im Körper, ein Ferritin-Molekül kann mehrere Tausend Eisenmoleküle umhüllen. Für den Transport von Eisen im Organismus ist das Eiweiß Transferrin verantwortlich.

Besteht Verdacht auf Eisenmangel oder auch Eisenüberladung, gibt eine Blutuntersuchung Aufschluss über die Ferritin-Konzentration. Der Ferritin-Wert, der in Mikrogramm pro Liter (μg/l) angegeben wird, ermöglicht dem Arzt eine erste Einschätzung des Eisenstoffwechsels.

Entsprechen die Ferritin-Werte nicht der Norm, kann das auf Eisenmangel oder eine chronische Entzündung hindeuten.
© djile/fotolia.com

Entsprechen die Ferritin-Werte nicht der Norm, kann das auf Eisenmangel oder eine chronische Entzündung hindeuten.

Ferritin-Normwerte: Alles in Ordnung?

Der Ferritin-Messwert ist abhängig von mehreren Faktoren wie Alter des Patienten, Erkrankungen, Messmethode und Tageszeit. Er muss zudem immer im Zusammenhang mit anderen Blutwerten betrachtet werden. Die folgenden Werte gelten als Ferritin-Normwerte und dienen der groben Orientierung:

  • Kinder unter 13 Jahre: 24 bis 130 μg/l
  • Frauen: 10 bis 120 μg/l
  • Männer: 20 bis 250 μg/l

Worauf deuten zu niedrige oder zu hohe Ferritin-Werte hin?

Entspricht der Ferritin-Wert nicht dem Normwert, kann das verschiedene Ursachen haben. Ist der Ferritin-Spiegel im Blutserum zu niedrig, deutet das auf geleerte Eisenspeicher hin. Zur Risikogruppe für Eisenmangel gehören Blutspender, Schwangere, Frauen mit starker Menstruation, Dialysepatienten sowie Vegetarier und Veganer. Potenzielle Auslöser für Eisenmangel sind:

  • zu geringe Eisenaufnahme durch einseitig Ernährung
  • Verdauungsbeschwerden
  • Blutverlust durch innere Blutungen (zum Beispiel bei einem Magengeschwür)
  • Eisenverwertungsstörung
  • Eisenverteilungsstörung

Zu den möglichen Folgen von Eisenmangel gehören:

  • beeinträchtigte Körperfunktionen
  • Störungen des Stoffwechsels
  • anhaltende Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • gestörtes Nagel- und Haarwachstum.

Überschreitet die Ferritin-Konzentration im Blut die Normwerte, besteht der Verdacht auf Eisenüberladung, die negative Auswirkungen auf den Organismus haben kann. Zu hohe Ferritin-Werte können auf Blutarmut, chronische Entzündungen, Infektionen und Tumore hindeuten. Eventuell wurden auch Eisenpräparate überdosiert. Um sicher zu gehen, sollte Betroffene ihre Laborwerte ausführlich mit ihrem Arzt besprechen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Wie finden Sie diesen Artikel?