Eisen in Schwangerschaft und Stillzeit: Worauf Sie achten sollten
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Eisen in Schwangerschaft und Stillzeit: Worauf Sie achten sollten

Werdende und stillende Mütter haben einen erhöhten Eisenbedarf. Weil ein Mangel zu gesundheitlichen Problemen bei Mutter und Kind führen kann, ist eine ausreichende Versorgung mit Eisen in der Schwangerschaft besonders wichtig. Erfahren Sie hier, worauf Sie achten sollten.

Darum benötigt der Mensch Lebensmittel mit Eisen

Eisen ist ein Mineralstoff und zählt zu den Spurenelementen. Er kommt in der Nahrung nur in sehr geringen Mengen vor, ist für den menschlichen Körper aber essenziell. Denn unser Organismus produziert den Nährstoff nicht selbst, sondern muss ihn über die Nahrung aufnehmen. Eine Unterversorgung kann zu Mangelerscheinungen führen – bei Schwangeren wirken sich diese nicht nur auf die Mutter, sondern auch auf das ungeborene Kind aus.

Empfohlene tägliche Eisenzufuhr

Der Tagesbedarf an Eisen unterscheidet sich nach Alter und Geschlecht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Kinder und Jugendliche acht bis zehn Milligramm Eisen pro Tag. Frauen sollten 15 und Männer zehn Milligramm täglich zuführen – junge Erwachsene benötigen etwas mehr. Für Schwangere lautet die Empfehlung 30 Milligramm pro Tag, für Stillende sind es 20 Milligramm pro Tag.

Erhöhter Bedarf: Mehr Eisen für Schwangere

Schwangere haben ein besonders hohes Risiko für Eisenmangel, da sie sich und das wachsende Kind in ihrem Bauch mit Eisen versorgen. Ähnliches gilt für stillende Mütter. Frauen sollten daher auf eine ausreichende Aufnahme von Eisen in der Schwangerschaft und während der Stillphase achten.

Eine zusätzliche Einnahme von Eisenpräparaten – zum Beispiel in Tablettenform – kann sinnvoll sein, wenn die Eisenwerte im Blut zu niedrig sind. Bei angereicherten Speisen und Getränken besteht aber die Gefahr, Eisen überzudosieren, vor allem wenn diese Produkte auf eigene Faust eingenommen werden. Da sich eine übertriebene Eisenzufuhr negativ auf die Gesundheit auswirkt, sollte ein Arzt die Einnahme von Eisenpräparaten absegnen.

Wer in der Schwangerschaft ständig müde ist, sollte seinen Eisenhaushalt checken lassen.
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Wer in der Schwangerschaft ständig müde ist, sollte seinen Eisenhaushalt checken lassen.

Typische Symptome: So äußert sich Eisenmangel bei Schwangeren

Zu wenig Eisen im Körper beeinträchtigt den Stoffwechsel. Der Mangel macht sich auch bei Schwangeren und Stillenden häufig durch anhaltende Müdigkeit und Antriebslosigkeit bemerkbar. Betroffene fühlen sich zudem oft geschwächt, haben Schwindelgefühle und Kopfschmerzen. Blasse und trockene Haut, brüchige Fingernägel und sprödes Haar können ebenfalls Anzeichen für Eisen-Unterversorgung sein

Anhaltender Eisenmangel in der Schwangerschaft wirkt sich nicht nur auf die Gesundheit der Mutter aus. Die Unterversorgung kann zu Frühgeburten und einem geringen Geburtsgewicht des Kindes führen. Bei Säuglingen erhöht sich das Risiko, dass der Organismus nicht ausreichend rote Blutkörperchen produziert. Das kann auf Dauer zu Blutarmut (Anämie) führen.

So wird Eisenmangel in der Schwangerschaft diagnostiziert

Da Eisenmangel in der Schwangerschaft so gefährlich für Mutter und Kind werden kann, ist es umso wichtiger, dass die Blutwerte werdender Mütter regelmäßig überprüft werden. Normalerweise bestimmt der Arzt im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge den Hämoglobin-Wert (Hb-Wert) und trägt ihn in den Mutterpass ein. Dieser Wert sagt aus, wie gesättigt das Blut mit dem roten Blutfarbstoff ist und wie es um den Sauerstoff- und Kohlenstoffdioxid-Transport steht. Fällt der HB-Wert unter 11,0 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) Blut, verschreibt der Arzt in der Regel ein Eisenpräparat. Zur Überprüfung der Eisenspeicher im Körper kann er zudem denFerritin-Wert bestimmen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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