Die genauen Ursachen von Migräne sind noch nicht abschließend geklärt. Es gibt jedoch eine Reihe von Auslösern oder Triggern, die einen akuten Migräne-Anfall bei entsprechender Veranlagung provozieren können. Welche das sind, erfahren Sie im Folgenden.
Ratgeber: Migräne

Ursachen und Auslöser der Kopfschmerzattacken

Die genauen Ursachen von Migräne sind noch nicht abschließend geklärt. Es gibt jedoch eine Reihe von Auslösern oder Triggern, die einen akuten Migräne-Anfall bei entsprechender Veranlagung provozieren können. Welche das sind, erfahren Sie im Folgenden.

Vermutlich genetische Ursachen für Migräne

Migräne tritt in manchen Familien gehäuft auf, daher werden genetische Ursachen für die Erkrankung vermutet. Bislang konnte jedoch nur bei einer raren Sonderform der Migräne – der familiären hemiplegischen Migräne (FMH) – tatsächlich eine Genveränderung nachgewiesen werden. Dabei befindet sich eine Genmutation auf dem Chromosom 19.

Kinder der Betroffenen haben ein Risiko von 50 Prozent, ebenfalls an FMH zu erkranken. Diese Form der Migräne bricht meist um das 20. Lebensjahr herum aus und äußert sich in wiederkehrenden Migräne-Anfällen mit Aura. Außerdem leiden Betroffene während einer Attacke unter einer halbseitigen Lähmung (Hemiplegie).

Gestörter Botenstoffhaushalt im Gehirn als mögliche Ursache

Es gibt verschiedene ergänzende Theorien zu den Ursachen von Migräne. Sie gehen davon aus, dass der Stoffwechsel im Gehirn während einer Migräne-Attacke aus dem Gleichgewicht gerät. Die Reizverarbeitung im Gehirn Betroffener scheint anders abzulaufen als bei Gesunden. Oft heißt es, das Gehirn von Migränepatienten sei dauerhaft in „Alarmbereitschaft“ und reagiere deshalb empfindlicher auf Reize, als normal wäre. Vor allem das Hormon Serotonin, das wesentlichen Einfluss auf die Stimmung hat, scheint dabei eine Rolle zu spielen.

Allerdings ist noch nicht ganz klar, wie genau die Botenstoffe im Gehirn bei Migräne-Attacken zusammenspielen und was das Gehirn der Migränepatienten allgemein von dem gesunder Menschen unterscheidet.

Migräne-Auslöser sind individuell verschieden

Leidet jemand unter Migräne, können bestimmte Faktoren einen akuten Schmerzanfall auslösen. Welche Faktoren das sind, ist individuell unterschiedlich. Es gibt jedoch bestimmte Trigger, von denen viele Migränepatienten berichten und die besonders häufig zu Attacken führen. Es ist also sinnvoll, bei der Suche nach den persönlichen Auslösern besonderes Augenmerk auf folgende Faktoren zu legen:

  • Stress, Schlafmangel, Reizüberflutung und/oder starke Emotionen
  • Bestimmte Lebensmittel
  • Bestimmte Wetterverhältnisse
  • Außenreize wie grelles oder flackerndes Licht, Lärm, bestimmte Gerüche, Zigarettenqualm
  • Hormonveränderungen

Stress als Auslöser einer Migräne-Attacke

Bei Stress schütten die Nebennieren verstärkt die Botenstoffe Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin aus, die, wenn sie das Gehirn erreichen, dieses in Alarmbereitschaft versetzen. Da das Gehirn von Migränepatienten generell unter „Hochspannung“ zu stehen scheint, ist es sehr gut möglich, dass Stress ein Auslöser für einen Anfall sein kann. Reizüberflutung, Zeitmangel, Schlafmangel oder starke Emotionen – all das kann bei entsprechend veranlagten Menschen einen Migräne-Anfall auslösen.

Eine Stresssituation kann aber zum Beispiel auch ein gestörter Biorhythmus sein: Wer Schichtarbeit verrichtet oder als Lastkraftwagenfahrer arbeitet und zu den starken Kopfschmerzen neigt, spürt, dass jeweils bei den Umstellungen im Tagesrhythmus oder bei Schlafmangel das Risiko für eine Attacke am größten ist.

Genuss- und Lebensmittel, die Migräne auslösen können

Manche Betroffenen bekommen Attacken nach dem Verzehr tyraminhaltiger Lebensmittel, zu denen etwa Schokolade, Bananen und Rotwein zählen. Allgemein gilt Alkohol als häufiger Auslöser für Migräne-Anfälle. Auch Rauchen kann Migräne auslösen. Allerdings gibt es auch eine Reihe von Lebensmitteln, die individuelle Trigger für die Schmerzattacken darstellen.

So lässt sich beispielsweise nicht ausschließen, dass einige Patienten durch Zwiebeln, Nüsse oder Gluten einen Anfall bekommen. Manchmal kann auch das Fehlen bestimmter Nährstoffe oder Nahrungsmittel für eine Migräne-Attacke verantwortlich sein. Koffeinentzug kann zum Beispiel ein Auslöser sein, wenn Sie sonst regelmäßig viel Kaffee trinken. Auch eine Unterzuckerung gilt gelegentlich als möglicher Trigger für eine Migräne.

Klima, Licht und Wetter als Migräne-Trigger

Bei einigen Patienten hat sich gezeigt, dass Veränderungen des Luftdrucks, vor allem Tiefdruckgebiete, Migräne-Auslöser sind. Auch Wetterumschwünge, Kälte oder Hitze, der Föhnwind oder grelles Sonnenlicht löst bei vielen Betroffenen eine Attacke aus.

Hormonschwankungen können zu Anfall führen

Unter den Migränepatienten befinden sich sehr viele Frauen. Das hängt vermutlich mit den Hormonschwankungen zusammen, denen Frauen durch ihren Zyklus vermehrt ausgesetzt sind. Zu bestimmten Zeiten des Zyklus ist es sehr viel wahrscheinlicher, einen Migräne-Anfall zu bekommen, als zu anderen.

Frauen, die mit der Pille verhüten und zu Migräne neigen, bekommen vermehrt während der Einnahmepause eine Schmerzattacke – denn in dieser Phase sinkt der Hormonspiegel, der durch die Pille normalerweise konstant gehalten wird, wieder ab.

Bewerten:
Weitere Inhalte in diesem Themenbereich
Leitartikel

Was ist Migräne? Symptome und Formen der Kopfschmerzerkrankung

Migräne ist eine Schmerzerkrankung, die sich in wiederkehrenden Anfällen...

weiterlesen
Was ist Migräne? Symptome und Formen der Kopfschmerzerkrankung
Leitartikel

Sanfte Linderung: 4 Hausmittel gegen Migräne

Sofern die Beschwerden nicht zu stark ausfallen, können auch Hausmittel gegen...

weiterlesen
Sanfte Linderung: 4 Hausmittel gegen Migräne
Artikel

Migräne mit Aura: Was bedeutet das?

Die Migräne mit Aura ist eine Form der Schmerzerkrankung, die zwischen 10 und...

weiterlesen
Migräne mit Aura: Was bedeutet das?
Artikel

Was hilft gegen Migräne? Behandlung der chronischen Kopfschmerzen

Die Migräne-Behandlung muss auf jeden Patienten individuell abgestimmt werden....

weiterlesen
Was hilft gegen Migräne? Behandlung der chronischen Kopfschmerzen