Zur Migräneprophylaxe werden oft Medikamente eingesetzt, doch auch alternative Heilmethoden können helfen – wie Akupunktur. Migräne äußert sich in wiederkehrenden Schmerzattacken und offenbar kann die Stimulierung bestimmter Akupunkturpunkte die Häufigkeit und Schwere der Anfälle reduzieren.
Ratgeber: Migräne

Mit Akupunktur gegen Migräne: So können die Nadeln helfen

Zur Migräneprophylaxe werden oft Medikamente eingesetzt, doch auch alternative Heilmethoden können helfen – wie Akupunktur. Migräne äußert sich in wiederkehrenden Schmerzattacken und offenbar kann die Stimulierung bestimmter Akupunkturpunkte die Häufigkeit und Schwere der Anfälle reduzieren.

Akupunktur als Ergänzung zur Migräneprophylaxe

Bei einem akuten Migräne-Anfall helfen in der Regel Medikamente, um die Schmerzen und die Übelkeit zu lindern. Wer jedoch häufiger als an zehn Tagen im Monat Mittel gegen die akuten Migräneschmerzen nimmt, riskiert sogenannte medikamenteninduzierte Kopfschmerzen.

Akupunktur hat diese Nebenwirkung nicht. Die Nadeln helfen zwar nicht bzw. kaum, wenn die Migräne-Attacke bereits in vollem Gange ist. Jedoch können regelmäßige Akupunkturanwendungen dazu beitragen, dass die Anfälle seltener vorkommen und milder ausfallen. Dies bestätigt auch die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) in ihrer Leitlinie zur Therapie und Prophylaxe der Migräne.

Zur Migräneprophylaxe sollte die Stimulierung der Akupunkturpunkte in der Phase zwischen den Anfällen erfolgen. Wie schnell diese Methode ihre Wirkung zeigt, ist nicht vorauszusagen: Manche Patienten spüren schon nach 15, andere erst nach 40 Sitzungen eine Besserung.

Wo die Akupunkturpunkte bei Migräne liegen

Die klassische Akupunktur folgt den Regeln der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Die Akupunkturpunkte liegen auf sogenannten Meridianen – das sind im Prinzip „Datenautobahnen“, in denen das Qi, die Lebensenergie, fließt.

Man unterscheidet zwölf Hauptmeridiane, die wiederum bestimmten Organen zugeordnet werden. Welche Meridiane und Akupunkturpunkte bei Migräne die richtigen sind, hängt von der Art der Migräne bzw. Kopfschmerzen ab. In mehr als der Hälfte der Fälle wird der Leber-Meridian behandelt. Er verläuft von der linken Brust über die Innenseite des linken Beins bis zum linken großen Zeh.

Welche Meridiane und Punkte in Ihrem Fall behandelt werden, besprechen Sie mit Ihrem Akupunkteur. Es gibt zum Beispiel auch am Ohr und am Handgelenk Akupunkturpunkte, die zur Migräneprophylaxe stimuliert werden können.

Eine Ohrakupunktur kann ebenfalls dazu beitragen, die Migränebeschwerden zu lindern.

Eine Ohrakupunktur kann ebenfalls dazu beitragen, die Migränebeschwerden zu lindern.

Krankenkassen übernehmen die Kosten normalerweise nicht

Wer mit Akupunktur gegen seine Kopfschmerzattacken vorgehen möchte, muss die Therapie meist selbst bezahlen: Zwar wurde sie in die Behandlungsleitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologieaufgenommen, doch die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht. Als Privatpatient können Sie zumindest anfragen: Hier besteht die Chance, dass Sie die Behandlungskosten erstattet bekommen.

Bewerten:
Weitere Inhalte in diesem Themenbereich
Leitartikel

Was ist Migräne? Symptome und Formen der Kopfschmerzerkrankung

Migräne ist eine Schmerzerkrankung, die sich in wiederkehrenden Anfällen...

weiterlesen
Was ist Migräne? Symptome und Formen der Kopfschmerzerkrankung
Leitartikel

Sanfte Linderung: 4 Hausmittel gegen Migräne

Sofern die Beschwerden nicht zu stark ausfallen, können auch Hausmittel gegen...

weiterlesen
Sanfte Linderung: 4 Hausmittel gegen Migräne
Artikel

Migräne mit Aura: Was bedeutet das?

Die Migräne mit Aura ist eine Form der Schmerzerkrankung, die zwischen 10 und...

weiterlesen
Migräne mit Aura: Was bedeutet das?
Artikel

Was hilft gegen Migräne? Behandlung der chronischen Kopfschmerzen

Die Migräne-Behandlung muss auf jeden Patienten individuell abgestimmt werden....

weiterlesen
Was hilft gegen Migräne? Behandlung der chronischen Kopfschmerzen