Die Migräne mit Aura ist eine Form der Schmerzerkrankung, die zwischen 10 und 30 Prozent der Migränepatienten betrifft. Dabei handelt es sich um verschiedene neurologische Störungen, die bei einem Anfall üblicherweise vor der Kopfschmerzphase auftreten. Mehr dazu erfahren Sie im Folgenden.
Ratgeber: Migräne

Migräne mit Aura: Was bedeutet das?

Die Migräne mit Aura ist eine Form der Schmerzerkrankung, die zwischen 10 und 30 Prozent der Migränepatienten betrifft. Dabei handelt es sich um verschiedene neurologische Störungen, die bei einem Anfall üblicherweise vor der Kopfschmerzphase auftreten. Mehr dazu erfahren Sie im Folgenden.

Was ist eine Migräne mit Aura?

Die Migräne mit Aura wird auch als "migraine accompagnée" bezeichnet. Der Begriff kommt aus dem Französischen und lässt sich mit "begleitete Migräne" übersetzen. Gemeint sind die Begleitsymptome, neurologische Störungen, die sich vor der typischen Kopfschmerzphase manifestieren. In seltenen Fällen kann es auch zu einer Migräne mit Aura, aber ohne Kopfschmerzen kommen.

Die Bezeichnung "Aura" geht zurück auf die griechische Göttin der Morgenröte, Aurora. Die Symptome der Aura sind zunächst leicht und steigern sich allmählich – so wie das Licht bei Sonnenaufgang allmählich immer heller wird.

Wie äußert sich die Aura bei einer Migräne?

Besonders häufig kommt es während einer Aura zu Sehstörungen. Diese äußern sich beispielsweise durch die folgenden Symptome:

  • Verschwommenes, verzerrtes oder unscharfes Sehen
  • Kompletter Verlust der Sehkraft in einem Teil des Gesichtsfeldes (Skotom)
  • Lichtblitze
  • Augenflimmern
  • Zickzacklinien, die von der Mitte des Blickfeldes aus allmählich nach außen wandern
  • "Sternschnuppen"
  • Blendende Vierecke oder Kreise, die sich immer stärker ausbreiten
  • Optische Halluzinationen

Auch bei geschlossenen Augen lassen sich diese Symptome beobachten.

Des Weiteren kann sich die Aura in Gefühlsstörungen äußern. Es kommt dann zum Beispiel zu einem Kribbeln oder einem Taubheitsgefühl in den Händen, Armen oder Wangen. Andere Empfindungsstörungen, die für eine veränderte Geschmacks- oder Geruchswahrnehmung sorgen, können ebenfalls Teil der Aura sein. Hin und wieder kommt es auch zu akustischen Halluzinationen.

Gelegentlich kommt es zu Sprachstörungen. Betroffenen fällt es dann schwer, Wörter zu bilden oder Sätze zu formulieren. Teilweise fangen sie an zu stottern und können sich nicht mehr verständlich ausdrücken (Aphasie). Mitunter treten auch Verständnisprobleme auf. Diese können mit einer vorübergehenden Schwerhörigkeit zusammenhängen oder daran liegen, dass die Betroffenen Schwierigkeiten haben, Informationen zu verarbeiten.

Was ist eine atypische Migräne mit Aura?

Eine Form der atypischen Migräne mit Aura ist zum Beispiel die Migräne mit "Hirnstammaura". Der Hirnstamm ist der Teil des Gehirns, der lebenswichtige Funktionen wie Atmung, Blutdruck und Reflexe steuert. Bei einer Hirnstammaura kann es zusätzlich zu den üblichen Aurasymptomen noch zu folgenden Beschwerden kommen:

  • Schwindel
  • Gangunsicherheit
  • Bewusstseinsstörungen
  • Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • Doppelbilder
  • Sprechstörungen, weil die Beweglichkeit des Sprechapparats eingeschränkt ist

Eine weitere atypische Migräne mit Aura ist die hemiplegische Migräne. Sie wird von einer motorischen Aura begleitet. "Hemiplegie" bedeutet "halbseitige Lähmung" – und so äußert sich die motorische Aura auch. Es kommt in einer Körperhälfte zu Muskelschwäche und Empfindungsstörungen.

Was ist der Unterschied zwischen Migräne mit Aura und Schlaganfall?

Einige Symptome einer Migräneaura ähneln denen eines Schlaganfalls. Dazu zählen insbesondere Sprachstörungen, einseitige Lähmungserscheinungen und Taubheitsgefühle. Die Unterscheidung ist sehr schwierig, denn es gibt im Prinzip nur eine einzige Abgrenzung: Die Beschwerden treten bei Migräne regelmäßig während einer Attacke auf, bei einem Schlaganfall plötzlich und einmalig.

Allerdings bedeutet das, dass Migränepatienten, die schon länger an regelmäßigen Attacken leiden, einen Schlaganfall zunächst für eine Aura halten können. Zwar gibt es auch hier einen Unterschied zwischen beiden Fällen: Die Aurasymptome verschwinden für gewöhnlich nach einer gewissen Zeit wieder, während die Symptome eines Schlaganfalls anhalten. Da es jedoch sehr riskant sein kann, in einem solchen Fall abzuwarten, sollten Sie im Zweifel lieber den Notarzt rufen.

Dies gilt insbesondere für Migränepatienten, die rauchen und/oder mit der Anti-Baby-Pille verhüten, sowie Frauen unter 45 Jahren, die an Migräne mit Aura leiden. Bei ihnen besteht ein erhöhtes Schlaganfallrisiko.

Wie lange dauert die Aura bei einer Migräne?

Es kann von Patient zu Patient variieren, wie lange die Migräneaura dauert. Manchmal nehmen die neurologischen Störungen bereits nach fünf Minuten wieder ab, manchmal erst nach einer Stunde. Zudem folgen in einigen Fällen verschiedene Symptome hintereinander, sodass die gesamte Auraphase noch länger dauert.

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