Medikamente und Lebensmittel: Tabletten und Salat vertragen sich nicht
© lola1960/iStock/Getty Images Plus
(0)

Medikamente und Lebensmittel: Tabletten und Salat vertragen sich nicht

Medikamente und Lebensmittel können Wechselwirkungen hervorrufen. Dass Milchprodukte die Wirkung von Antibiotika hemmen, ist den meisten bekannt. Doch auch Salat kann die Wirkung von Arzneien beeinflussen. Welche Lebensmittel Sie nicht mit Medikamenten kombinieren sollten.

Tabletten und Salat: Wechselwirkungen möglich

Wer Medikamente einnehmen muss, sollte wissen, dass Wechselwirkungen mit anderen Lebensmitteln möglich sind. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn man viel Salat und grünes Gemüse isst. Diese sind reich an Vitamin K. Vitamin K verträgt sich nicht mit Gerinnungshemmern. Diese sogenannten Antikoagulantien müssen Patienten nach einer Operation, einem Herzinfarkt oder einer Thrombose einnehmen. Vitamin K setzt die Wirkung der Blutverdünner herab und es kommt zu einer verstärkten Gerinnungsneigung.

 

 

Vorsicht geboten ist bei

  • Salat,
  • Brokkoli,
  • Spinat,
  • Spargel,
  • Erbsen,
  • Mangold,
  • Kohl und weiteren grünen Gemüsesorten.

Vollkornprodukte können Wirkstoffe binden

Wer Medikamente einnehmen muss, sollte auch bei ballaststoffreichen Vollkornprodukten wie Vollkornbrot, Müsli oder Kleie aufpassen. Die Ballaststoffe quellen im Darm auf und binden neben Flüssigkeit und Schadstoffen auch die Wirkstoffe von Medikamenten. So kann es passieren, dass diese nicht in ausreichendem Maße in den Blutkreislauf gelangen und die erwünschte Wirkung ausbleibt. Das betrifft Schmerzmittel ebenso wie Antidepressiva, Eisen-, Zink- und Magnesiumpräparate. Zwischen der Ballaststoffaufnahme und der Medikamenteneinnahme sollten mindestens zwei bis drei Stunden liegen.

Medikamente und Essen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
© dvoevnore/iStock/Getty Images Plus

Medikamente und Essen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Wann das Medikament eingenommen werden muss, sagt Ihnen der Arzt im Rahmen der Behandlung. Sind Sie unsicher, können Sie im Beipackzettel nachlesen. Was die verschiedenen Bezeichnungen in der Packungsbeilage bedeuten.

Einnahme auf nüchternen Magen: Das Medikament sollte 30 bis 60 Minuten vor der Mahlzeit oder frühestens zwei Stunden nach der Mahlzeit eingenommen werden. Schilddrüsenhormone beispielsweise werden auf nüchternen Magen eingenommen, darunter Thyroxin. Würde das Medikament gemeinsam mit Essen aufgenommen, kämen nur etwa 50 Prozent des Wirkstoffs im Körper an. Das Medikament sollte 30 bis 60 Minuten vor dem Frühstück oder direkt vor dem Zubettgehen geschluckt werden.
© Nastco/iStock/Getty Images Plus

Einnahme auf nüchternen Magen: Das Medikament sollte 30 bis 60 Minuten vor der Mahlzeit oder frühestens zwei Stunden nach der Mahlzeit eingenommen werden. Schilddrüsenhormone beispielsweise werden auf nüchternen Magen eingenommen, darunter Thyroxin. Würde das Medikament gemeinsam mit Essen aufgenommen, kämen nur etwa 50 Prozent des Wirkstoffs im Körper an. Das Medikament sollte 30 bis 60 Minuten vor dem Frühstück oder direkt vor dem Zubettgehen geschluckt werden.

Einnahme vor dem Essen: Das Medikament sollte 30 Minuten bis eine Stunde vor der Mahlzeit auf leeren Magen eingenommen werden.
© Nastco/iStock/Getty Images Plus

Einnahme vor dem Essen: Das Medikament sollte 30 Minuten bis eine Stunde vor der Mahlzeit auf leeren Magen eingenommen werden.

Einnahme während dem Essen: Die Einnahme kann zwischen zwei Bissen erfolgen oder innerhalb von fünf Minuten nach der Mahlzeit, damit sich das Medikament mit dem Speisebrei mischt.
© Image Source/DigitalVision/Getty Images

Einnahme während dem Essen: Die Einnahme kann zwischen zwei Bissen erfolgen oder innerhalb von fünf Minuten nach der Mahlzeit, damit sich das Medikament mit dem Speisebrei mischt.

Einnahme nach dem Essen: Zwischen Mahlzeit und Einnahme des Medikaments sollte ein zeitlicher Abstand von mindestens zwei Stunden liegen.
© Serhii Moiseiev/iStock/Getty Images Plus

Einnahme nach dem Essen: Zwischen Mahlzeit und Einnahme des Medikaments sollte ein zeitlicher Abstand von mindestens zwei Stunden liegen.

Einnahme unabhängig von den Mahlzeiten: Die Einnahme sollte vor, zu oder nach der Mahlzeit oder zu einem beliebigen Zeitpunkt zwischen den Mahlzeiten erfolgen.
© DragonImages/iStock/Getty Images Plus

Einnahme unabhängig von den Mahlzeiten: Die Einnahme sollte vor, zu oder nach der Mahlzeit oder zu einem beliebigen Zeitpunkt zwischen den Mahlzeiten erfolgen.

Milch nimmt Antibiotika die Wirkung

Wer Antibiotika einnehmen muss, sollte auf Milch verzichten. Milch und Milchprodukte wie Joghurt, Quark und Käse enthalten viel Kalzium. Kalzium kann im Darm Verbindungen eingehen, die nicht löslich sind. Daran haften die Wirkstoffe der Medikamente und werden zu einem großen Teil wieder ausgeschieden. Die Wirkung des Medikaments ist nur noch unzureichend. Das hat nicht nur zur Folge, dass die Erkrankung schwerer ausheilt. Auch die Bildung von Resistenzen bei Antibiotika werden so begünstigt. Achtung: Kalziumhaltige Mineralwässer sind ebenfalls problematisch.

Bei Fluortabletten und Mitteln gegen Osteoporose sollte man mindestens zwei oder drei Stunden davor und danach weder Milch noch Milchprodukte zu sich nehmen. Ebenfalls von dieser Wechselwirkung betroffen ist das Schilddrüsenhormon L-Thyroxin. Schilddrüsen-Patienten, die dieses Hormon einnehmen müssen, sollten immer einen Abstand von mindestens zwei Stunden zwischen der Einnahme der Medikamente und dem Verzehr von Milch und Milchprodukten einhalten.

Eisentabletten nicht mit Spinat kombinieren

Oxalsäurehaltige Lebensmittel wie Spinat, Rhabarber und Schwarztee hemmen die Aufnahme von Eisen. Müssen Sie Eisentabletten einnehmen, halten Sie immer einen Abstand von zwei bis drei Stunden zwischen der Einnahme und dem Verzehr der Lebensmittel ein. Tipp: Ein Glas Orangensaft hingegen fördert durch das enthaltene Vitamin C die Eisenaufnahme.

Antidepressiva und Fischkonserven passen nicht zusammen

Patienten, die Antidepressiva einnehmen müssen, besser gesagt sogenannte MAO-Hemmer, sollten auf Fisch, Fischkonserven, Käse, Dauerwurst und Hefeextrakt verzichten.  In diesen Lebensmitteln ist Tyramin enthalten, das in Kombination mit MAO-Hemmern vom Körper nicht mehr abgebaut werden kann. Das Risiko für Kopfschmerzen, Übelkeit und Bluthochdruck steigt.

Lakritze? Nichts für Patienten mit Diuretika

Patienten, die Entwässerungsmittel (Diuretika) einnehmen, sollten Lakritze nur in sehr geringen Mengen verzehren. Sonst kann es zu einem verstärkten Kaliumverlust kommen, der sich durch Müdigkeit, erhöhten Blutdruck, Muskelschwäche und langsame Reflexe zeigt.

Finger weg von Grapefruitsaft

Grapefruitsaft ist dafür bekannt, mit vielen Medikamenten Wechselwirkungen einzugehen. Grapefruitsaft kann beispielsweise die Wirkung von Arzneistoffen verstärken – um bis zu 70 Prozent. Mediziner raten, während der Einnahme von Medikamenten komplett auf Grapefruitsaft, Grapefruits und Grapefruitzubereitungen zu verzichten. Ein zeitlicher Abstand zwischen Safttrinken und Medikamenteneinnahme nutzt nichts: Grapefruits beeinflussen bestimmte Abbau- und Aufbaumechanismen im Darm über 24 Stunden bis mehrere Tage hinweg.

Vorsicht geboten ist auch bei Cranberrys. Cranberrysaft kann die Wirkung von Schmerzmitteln, Blutverdünnern und Diabetes-Medikamenten beeinflussen.

Kaffee verstärkt die Wirkung von Herztabletten

Kaffee enthält, genau wie Tee, Cola und Energydrinks, Koffein. Dieses kann die Wirkung von Medikamenten verstärken – beispielsweise von Herztabletten. Es kann zu Schwindel, Unruhe und Herzrasen kommen. Auch wer Blutdrucksenker in Kombination mit Koffein einnimmt, muss damit rechnen, dass der Blutdruck in die Höhe schnellt. Koffein kann ebenfalls die Wirkung von Schmerzmitteln verstärken.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

https://www.ann-kathrinlandzettel.de

Wie finden Sie diesen Artikel?