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Medikamente in der Schwangerschaft: Darauf müssen Schwangere achten

Medikamente können schädliche Wirkungen für das ungeborene Kind haben. Erkrankt eine Frau in der Schwangerschaft, muss das Arzneimittel sorgfältig ausgesucht werden. Sofern möglich, sollte ganz auf die Einnahme verzichtet werden. Medikamente in der Schwangerschaft: Das müssen werdende Mütter wissen.

Medikamente in der Schwangerschaft: Weniger ist mehr

Werdende Mütter sollten weitestgehend auf die Einnahme von Medikamenten verzichten. Vor allem bei leichten Beschwerden gibt es oft hilfreiche Alternativen. Gegen die häufig auftretende Übelkeit in den ersten Schwangerschaftswochen beispielsweise kann Ingwer in vielen Fällen Linderung verschaffen.

Ist die Erkrankung stärker ausgeprägt, sollten Schwangere Arzneimittel nur nach Absprache mit ihrem Hausarzt oder Gynäkologen einnehmen. Eine Selbstmedikation kann unvorhergesehene Risiken bergen. Werdende Mütter sollten sich absichern, dass das Medikament keine Wirkungen auf ihr Ungeborenes hat.

Einnahme immer mit dem Frauenarzt abstimmen

Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitamin- und Mineralstoffpräparate sowie die Anwendung und Einnahme pflanzlicher Mittel sollten werdende Mütter während der Schwangerschaft mit dem Frauenarzt abstimmen.

Sind Schmerzmittel in der Schwangerschaft erlaubt?

In einem gewissen Rahmen sind Schmerzmittel in der Schwangerschaft erlaubt. Häufig verordnet der Arzt Paracetamol. Ibuprofen darf nur im ersten Schwangerschaftsdrittel eingenommen werden. Einzeldosen von Acetylsalicylsäure (ASS) sowie Diclofenac sind möglich. Achtung: Ab der 28. Schwangerschaftswoche dürfen Sie ASS, Ibuprofen und Diclofenac nicht mehr einnehmen. Dann kann neben Paracetamol gegebenenfalls Tramadol verabreicht werden. Aber auch hier gilt: Nehmen Sie das Schmerzmittel nicht eigenmächtig ein, sondern sprechen Sie die Häufigkeit der Einnahme sowie die Dosierung immer mit Ihrem behandelnden Gynäkologen ab.

Medikamentenplan abklären lassen

Sie sind schwanger? Glückwunsch! Sie nehmen Medikamente? Gehen Sie mit Ihrem Medikamentenplan rasch zum Arzt und klären Sie ab, welche Arzneimittel Sie weiter einnehmen dürfen und welche durch eine Alternative ersetzt werden müssen. Setzen Sie Medikamente nicht eigenmächtig ab und nehmen Sie Medikamente nicht eigenmächtig ein.

Häufige Beschwerden in der Schwangerschaft – und was statt Medikamenten hilft

  • Sodbrennen: Trinken Sie im Akutfall ein Glas ultrahocherhitzt Milch und essen Sie über den Tag verteilt kleinere Portionen. Schlafen Sie mit leicht erhöhtem Oberkörper.
  • Übelkeit und Erbrechen: Meiden Sie Gerichte und Getränke, die bei Ihnen Übelkeit verursachen. Verzichten Sie auf schwer verdauliche und fettreiche Speisen. Vielen Schwangeren hilft Ingwer gegen die Beschwerden. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten.
  • Erkältung: Verwenden Sie bei Schnupfen statt abschwellender Nasensprays solche mit Meerwasser. Bei Husten können Sie zu Efeublätterextrakt, Thymian, Spitzwegerich und Eibischwurzel greifen. Lutschtabletten mit Isländisch-Moss lindern den Hustenreiz.
  • Bakterielle Infektionen wie Blasenentzündung: Können mit Antibiotika behandelt werden, die für Schwangere geeignet sind. Bei einer beginnenden Blasenentzündung helfen oftmals viel Trinken, Wärme und Ruhe, um die Entzündung abzuwenden. Nehmen die Beschwerden zu, gehen Sie auf jeden Fall zum Arzt.
  • Kopfschmerzen: Trinken Sie ausreichend, gehen Sie an die frische Luft und gönnen Sie sich ausreichend Schlaf. Lindernd kann auch Pfefferminzöl wirken, das verdünnt auf die Schläfen massiert wird. Es wirkt kühlend und entspannend.
  • Schlafstörungen: Baldriantee kann das Einschlafen unterstützen. Achten Sie zudem auf eine gute Schlafhygiene: Gehen Sie zur gleichen Zeit ins Bett, dunkeln Sie das Schlafzimmer ab und achten Sie auf eine angenehme Temperatur. Essen Sie kurz vor dem Schlafengehen keine großen Portionen mehr und schalten Sie den Fernseher rechtzeitig aus.
Informationen zur Verträglichkeit von Medikamenten

Informationen zur Verträglichkeit der wichtigsten Medikamente und zur Behandlung häufig vorkommender Krankheiten in Schwangerschaft und Stillzeit finden Mütter und werdende Mütter in der Datenbank Embryotox. Sie wird vom Pharmakovigilanz - und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin zur Verfügung gestellt.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ann-Kathrin Landzettel
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