Masern behandeln: So wird man die Infektion los
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Masern behandeln: So wird man die Infektion los

Masern lassen sich nur symptomatisch behandeln. Dabei stehen Linderung von Fieber und Erkältungszeichen im Vordergrund. Komplikationen machen mitunter stationäre Aufenthalte notwendig. Wie bei vielen anderen Kinderkrankheiten bietet rechtzeitige Impfung den besten Schutz.

Ruhe und Isolation sind wichtig!

Bei einer Maserninfektion ist strenge Bettruhe einzuhalten. Der Patient muss sich schonen, damit sein Immunsystem genug Energie für die Bekämpfung der Erreger hat.

Halten Sie Ihr Kind vor anderen Personen fern, insbesondere wenn diese keine Immunität aufweisen. Der Besuch von Schule oder Kindergarten scheidet von vornherein aus. Kommen Sie auf gar keinen Fall auf die Idee, mit einem hochinfektiösen Kind den öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen. Es sei denn, sie möchten etwas über eine Masernepidemie in der Zeitung lesen.

So lassen sich Fieber und Schmerzen bekämpfen

Masern zeichnen sich durch ein zweiphasiges Fieber aus. Oft lässt es sich mit probaten Hausmitteln wie kalten Wadenwickeln bekämpfen. Bei Schüben mit hoher Körpertemperatur sind fiebersenkende Mittel angebracht. Ebenso lassen sich Schmerzen mit geeigneten Analgetika lindern, vorzugsweise in Form von Zäpfchen.

Sprechen Sie sich mit Ihrem Kinderarzt ab - die wenigsten Arzneimittel lassen sich wie bei Erwachsenen anwenden. Aspirin ist für Kinder gänzlich ungeeignet, und Paracetamol darf nur in geringer Dosierung verabreicht werden, da es die Leber schädigt.

Was gegen Husten und Schnupfen hilft

Die Erkältungszeichen wie Husten und Schnupfen lassen sich mit den üblichen Erkältungsmedikamenten in den Griff bekommen. Der Saft kleingeschnittener Zwiebeln mit Honig schmeckt besser als er klingt und hilft zuverlässig gegen Halsschmerzen. Ebenso sind hustenstillende Tees oder Inhalationen empfehlenswert.

Auf jeden Fall sollte der Patient in einem kühlen, regelmäßig gelüfteten Zimmer liegen und ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Bindehautentzündungen sorgen für Lichtempfindlichkeit - ziehen Sie die Vorhänge zu und fragen Sie ihren Kinderarzt nach geeigneten Augentropfen.

Haben Viren die Immunabwehr geschwächt, gewinnen Bakterien die Oberhand und machen sich mit Infektionen bemerkbar. Im Notfall sind dann Antibiotika angebracht. Gegen die Masernviren selbst helfen sie nicht.

Wann muss ich bei Masern den Arzt informieren?

Masern sind keineswegs harmlos. Komplikationen treten häufiger auf als viele denken. Achten Sie daher auf Beschwerden wie

- anhaltendes Fieber oder Fieber über 39 Grad - bei Kindern grundsätzlich ein Warnzeichen, das einen Besuch beim Arzt notwendig macht;

- starke Kopfschmerzen zusammen mit steifem Nacken - kann auf Entzündungsreaktionen im Gehirn hindeuten;

- Lähmungserscheinungen, Krämpfe und epileptische Anfälle - charakteristische Anzeichen einer fortgeschrittenen Masernenzephalitis

- Fieber, Atemnot und Kurzatmigkeit - typisch für Lungenentzündung;

- Schmerzen im Oberbauch - treten bei Entzündunden der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) auf;

- Schmerzen an den Ohren - durch eine Mittelohrentzündung (Otitis media);

- schmerzende Augen und eingeschränktes Sehen - Bindehautentzündungen können auf die Hornhaut übergreifen und das Sehvermögen beeinträchtigen.

Im Falle eines Falles: Impfung nach Exposition

Mitunter stellt sich im Nachhinein heraus, dass jemand Kontakt mit einem Masernkranken hatte. Dann lässt sich der Ausbruch der Erkrankung durch eine Postexpositions-Prophylaxe verhindern. 

Für die Produktion eigener Abwehrstoffe reicht die Zeit nicht. Daher erhält der Patient "fertige" Antikörper, welche die Viren im Zaum halten. Im Gegensatz zur normalen (aktiven) Masernimpfung handelt es sich hier um eine passive Immunisierung.

Vorsorge ist die beste Medizin!

Vorbeugen ist besser als heilen. Eine rechtzeitige Impfung hilft, alle Komplikationen von vornherein zu vermeiden.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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