Masern-Impfung beim Kind: Tipps für Eltern
© ilona75/iStock/Thinkstock
(1)

Masern-Impfung beim Kind: Tipps für Eltern

Masern sind hochansteckend und können in schweren Fällen sogar zum Tod führen. Experten empfehlen daher, eine Masern-Impfung so früh wie möglich vornehmen zu lassen. Wie Eltern sicherstellen, dass ihr Kind einen optimalen Impfschutz erhält, was es dabei zu beachten gibt und welche Nebenwirkungen auftreten können, erfahren Sie hier.

Eine einzige Masern-Impfung ist nicht genug

Masern gelten zwar noch immer als Kinderkrankheit, können aber auch für Erwachsene gefährlich werden. Durch eine Masern-Impfung schützen Eltern daher nicht nur ihre Kinder, sondern auch sich selbst und andere Menschen, die während einer Erkrankung in Kontakt mit dem betroffenen Kind kommen könnten.

Die Masern-Impfung erfolgt dabei grundsätzlich in zwei Schritten. Nach Empfehlung der Bundesärztekammer sollte die erste Impfung bei Kindern im Alter von 11 bis 14 Monaten durchgeführt werden. Der ersten Spritze folgt eine zweite, etwa im Abstand von vier bis sechs Wochen – und diesen Impftermin sollten Eltern keinesfalls vergessen. Denn erst nach der zweiten Masern-Impfung gilt der Impfschutz als gesichert.

Warum eine Impfung sinnvoll ist

In Deutschland sind derzeit (Stand 2015) mehr als 90 Prozent aller Kinder gegen Masern geimpft – trotz der oft medienwirksamen Proteste von Impfgegnern. Um das Masernvirus allerdings vollständig auszurotten, müssten laut WHO langfristig 95 Prozent der Bevölkerung geimpft sein, dazu fehlen noch einige Prozente.

Nur, wenn so gut wie alle Menschen, bei denen es gesundheitlich vertretbar ist, geimpft sind, wirkt die sogenannte Herdenimmunität: Das bedeutet, dass Säuglinge oder Menschen mit chronischen Erkrankungen, die nicht geimpft werden können, trotzdem vor einer Maserninfektion geschützt sind. Der individuelle Impfschutz dient so gleichzeitig auch dem Schutz der Gemeinschaft. Schwere Krankheiten wie Kinderlähmung (Polio) oder die Pocken wurden auf diese Weise erfolgreich ausgerottet. Die Welt gilt seit 1980 als pockenfrei, die Kinderlähmung kommt – unter anderem durch die Sechsfachimpfung bei Säuglingen – in Europa und Amerika nicht mehr vor.

Mögliche Nebenwirkungen für Ihr Kind

Die Impfung selbst ist für Ihr Kind ein wenig unangenehm, aber nicht allzu schmerzhaft. Im Anschluss können allerdings einige Nebenwirkungen auftreten. Die Einstichstelle am Oberarm oder Oberschenkel bleibt möglicherweise etwas gerötet und schwillt leicht an. Einige Tage nach der Impfung kann Ihr Kind zudem etwas Fieber sowie einen Hautausschlag entwickeln. Diese sogenannten Impfmasern sind üblicherweise harmlos und nicht ansteckend. Falls Ihr Kind jedoch andere oder länger anhaltende Nebenwirkungen entwickelt, sollten Sie zur Sicherheit erneut den Kinderarzt aufsuchen.

Grundsätzlich aber gilt: Die Gefahren durch Masern und durch sie hervorgerufene, teils tödliche Komplikationen, sind weitaus größer als die Nebenwirkungen der Masern-Impfung. Zum Beispiel liegt die Wahrscheinlichkeit, nach der Impfung an einer Gehirn-, Knochenmarks- oder Nervenentzündung zu erkranken bei ungefähr 1 zu 1.000.000 – diese Komplikation wurde nur in wenigen Einzelfällen beobachtet. Eine Maserninfektion hingegen lässt die Gefahr für derart lebensbedrohliche Folgeerkrankungen auf 1 zu 1.000 anwachsen.

Übrigens: Viele Impfgegner begründen ihre Weigerung, ihr Kind vor Masern schützen zu lassen, mit einem angeblich erhöhten Autismus-Risiko. Dieser Mythos geht zurück auf eine höchst zweifelhafte Studie des britischen Arztes Andrew Wakefield, der lediglich 12 Kinder untersuchte und dabei ethisch und wissenschaftlich fragwürdige Methoden anwendete. Die Ergebnisse waren schon 1998 nicht aussagekräftig und wurden inzwischen mehrfach in groß angelegten Studien widerlegt. Autismus hat vielfältige Ursachen, von denen noch nicht alle erforscht sind – aber die Masern-Impfung gehört nicht dazu.

Impfausweis überprüfen

Falls Ihr Kind den Impfschutz gegen Masern nicht in den ersten beiden Lebensjahren erhalten hat, können und sollten Sie die Impfung nachholen lassen. Auch ältere Kinder und selbst Erwachsene können noch wirksam geimpft werden. Und auch die Zeitspanne zwischen erster und zweiter Impfung kann notfalls größer sein.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, dass sich alle nach 1970 geborenen Erwachsenen, die nicht sicher sind, ob sie ausreichend geimpft wurden, erneut gegen Masern impfen lassen sollten, um sicherzugehen und eventuelle Impflücken zu schließen. Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Kind alle wichtigen Impfungen erhält, und gehen Sie auf Nummer sicher, indem Sie seinen Impfausweis regelmäßig prüfen und pflegen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Wie finden Sie diesen Artikel?