Standardbehandlung von Magenkrebs ist die chirurgische Resektion in einer offenen Operation.
Magenkrebs •

Wie wird Magenkrebs behandelt?

Ziel der Behandlung von Magenkrebs ist die vollständige Beseitigung aller Tumorzellen. Weiteres Wachstum lässt sich nur verhindern, indem man alle Zellen des Primärtumors und aller Metastasen aus dem Körper entfernt. Je früher die Behandlung stattfindet, desto einfacher gestaltet sich die Therapie und umso größer sind die Aussichten auf Erfolg.

Wie wird Magenkrebs behandelt?

Neben den persönlichen Gegebenheiten des Patienten wie Alter und körperliche Konstitution entscheidet die TNM-Klassifikation über die Art der Behandlung. Sie wird in ähnlicher Form bei den meisten soliden Tumoren angewandt und bezeichnet Größe des Tumors (Tumor, T), Befall von Lymphknoten (nodes, N) und Vorhandensein von Metastasen (metastases, M). Die besten Erfolgsaussichten bestehen bei einem frühen Stadium, in dem der Tumor klein ist, kein Lymphknotenbefall vorliegt und Metastasen nicht gefunden wurden.

Behandlung von Magenkarzinomen

Endoskopische Resektion

Magenkarzinome, die vom Drüsengewebe der Magenschleimhaut ausgehen, sind mit 95 Prozent die häufigste Form von Magenkrebs. So lange sie sich auf den oberen Teil der Schleimhaut beschränken, lassen sie sich mit einer endoskopischen Behandlung komplett beseitigen.

Dazu nutzt man eine Gastroskopie zum Einführen miniaturisierter chirurgischer Instrumente über den Arbeitskanal des Endoskops. Mit diesen lassen sich kleinere Tumoren aus der Schleimhaut entfernen.

Wegen der späten Diagnose der meisten Magenkrebsfälle kommt dieses Verfahren bei uns nur selten zum Einsatz. Hat der Tumor die Schleimhaut durchbrochen und tiefer gelegene Wandschichten der Magenwand befallen, reicht dieses endoskopische Verfahren nicht mehr aus.

Operation bei Magenkrebs

Standardtherapie ist die chirurgische Resektion in einer offenen Operation. Bei kleineren Tumoren genügt eine Teilresektion, bei größeren Geschwulsten muss oft der gesamte Magen entfernt werden. In diesem Fall bildet der Operateur aus Dünndarmmaterial einen Ersatzmagen, der die Aufgaben des fehlenden Organs übernimmt. Wichtig ist bei der Anlage, dass es nicht zu einem Reflux von Galle und Sekret der Bauchspeicheldrüse in die Speiseröhre kommt.

Wurden bei der bildgebenden Diagnostik in der Umgebung befallene Lymphknoten entdeckt, werden diese ebenfalls herausoperiert. Gleiches gilt für in umliegende Organe eingewachsenes Tumormaterial.

Chemotherapie

In den meisten Fällen schließt sich eine Chemotherapie an, um versprengte Tumorzellen vor der Metastasenbildung abtöten. Zytostatika wirken vorrangig bei schnell wachsenden Zellen mit hohem Stoffwechsel. Neben Krebszellen gehören dazu auch Schleimhäute und Haarwurzeln - der Grund für Nebenwirkungen wie Durchfälle, Erbrechen und Haarausfall.

Als Zytostatika verwendet man 5-Fluorouracil, Anthrazykline, Taxane und Platinverbindungen. Sie kommen als Einzelmittel oder zu zwei oder drei Wirkstoffen zum Einsatz. In Kombination lassen sich die Einzeldosen reduzieren, sodass weniger Nebenwirkungen auftreten.

Strahlentherapie

Bestrahlt wird ein Patient, wenn er aufgrund seiner körperlichen Verfassung nicht für Operation oder Chemotherapie geeignet ist oder sein Tumorgewebe nicht auf Zytostatika anspricht. Wichtig ist die Strahlentherapie vor allem zur Schmerzbehandlung bei Knochenmetastasen.

Antikörpertherapie
Relativ neu ist eine spezielle Behandlung der 20 Prozent Tumoren, die den HER2-Rezeptor auf ihrer Zelloberfläche tragen. Antikörper gegen dieses Oberflächenprotein verlangsamen das Krebswachstum und verbessern das Ansprechen auf Chemotherapie.

Behandlung von MALT-Lymphomen

Die mit fünf Prozent aller Magenkrebsleiden selteneren MALT-Lymphome sind auf das Bakterium Helicobacter pylori zurückzuführen. In frühen Stadien lassen sie sich durch vollständige Beseitigung (Eradikation) der Infektion mittels Antibiotika behandeln. 

Reicht das nicht aus, schließt sich eine Bestrahlung oder Chemotherapie an, auf die diese Lymphome gut ansprechen. Die früher übliche chirurgische Beseitigung kommt nur noch selten zum Einsatz. Insgesamt sind 60 bis 90 Prozent der MALT-Lymphome vollständig heilbar.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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