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Lungentransplantation: Wie wird die Spenderlunge transplantiert?

Bei der Lungentransplantation bekommt der Patient eine Spenderlunge transplantiert. Die Lungentransplantation ist dann notwendig, wenn die Lunge zu versagen droht oder die Behandlungsmöglichkeiten bei sehr schweren Lungenerkrankungen erschöpft sind.

Was ist eine Lungentransplantation (LTPL)?

Bei der Lungentransplantation (LTPL) wird dem Betroffenen eine Spenderlunge eines Verstorbenen transplantiert (verpflanzt). Woher die Spenderlunge kommt, erfährt der Empfänger der Spenderlunge nicht. Möglich ist, dass ein einzelner oder beide Lungenflügel ausgetauscht werden. Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) werden in Deutschland jedes Jahr mehr als 350 Lungentransplantationen durchgeführt. Eine Lungentransplantation kommt in Betracht, wenn bei Patienten mit Atemwegserkrankungen alle Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind (Lungenerkrankung im Endstadium) oder ein Lungenversagen droht.

Wann droht ein Lungenversagen?

Zu den Ursachen für ein Lungenversagen, das eine Lungentransplantation notwendig macht, gehören verschiedene Erkrankungen:

  • chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Vernarbungen des Lungengewebes (Lungenfibrose)
  • angeborene Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose
  • Wasseransammlung in der Lunge (Lungenödem)
  • Lungenhochdruck
  • Lungenemphysem

Lungentransplantation: Wartezeiten und dauerhafte Medikation

Patienten müssen Geduld haben. Oft dauert es lange, bis ein geeignetes Spenderorgan zur Verfügung steht. Die Wartelisten sind lang. Geschätzt 400 Patienten warten der BZgA zufolge in Deutschland auf eine Spenderlunge. Hinzu kommt, dass der Eingriff risikoreich ist und nach der Transplantation die Gefahr besteht, dass der Körper das Organ abstößt. Zudem besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Medikamente sollen helfen, das zu verhindern. Diese müssen nach der Lungentransplantation ein Leben lang eingenommen werden.

Problematisch ist vor allem die Abstoßungsreaktion: Auch wenn der Körper die transplantierte Lunge annimmt, gibt es keine Garantie: Von 100 transplantierten Lungen funktionieren nach einem Jahr noch 75. Nach fünf Jahren sind es noch mehr als 50 Organe. Ein Transplantatversagen ist deshalb leider möglich.

Lungentransplantation: welcher Arzt?

Leidet ein Patient unter einer schweren, fortgeschrittenen Lungenerkrankung und sind alle Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft, kommt die Lungentransplantation in Betracht. Der behandelnde Lungenfacharzt (Pneumologe) wird den Patienten für die weitere Abklärung der Operationsmöglichkeit in ein spezielles Transplantationszentrum überweisen. Zu den größten Zentren in Deutschland zählen dem HelmholtzZentrum München zufolge die Medizinische Hochschule Hannover und das Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Wer ist für eine Lungentransplantation ungeeignet?

Nicht alle Betroffenen mit einer schweren Lungenkrankheit sind für eine Lungentransplantation geeignet. Von einer Lungentransplantation ausgeschlossen werden unter anderem:

  • Patienten mit schweren Begleiterkrankungen, welche den Transplantationserfolg deutlich verringern.
  • aktive Raucher.
  • Menschen, die missbräuchlich Alkohol konsumieren.
  • Menschen, die Drogen konsumieren.

Wie komme ich an eine Spenderlunge?

Erst wenn alle entsprechenden Voruntersuchungen durchgeführt sind und der Patient als für eine Lungentransplantation als geeignet gilt, wird er bei der Eurotransplant-Zentrale in den Niederlanden gemeldet. Diese gemeinnützige Organisation vermittelt und koordiniert die Vergabe von Spenderorganen in mehreren europäischen Ländern, unter anderem auch in Deutschland und Österreich. Mit Hilfe des Lungen-Allokations-Score, kurz LAS, werden die Dringlichkeit und der zu erwartende Erfolg der Transplantation erfasst. Entsprechend der Einstufung kommt der Patient auf die Warteliste. Ist ein geeignetes Organ gefunden, muss es schnell gehen: Die Lunge kann nicht länger als zwölf Stufen außerhalb des Körpers überleben.

Wie läuft die Lungentransplantation ab?

Die Lungentransplantation ist ein schwerer Eingriff. Der Patient ist unter Vollnarkose. Der Operateur muss den Brustkorb seitlich öffnen, um an das Atemorgan zu gelangen. Über den Schnitt wird der kranke Lungenflügel entfernt und die Spenderlunge eingesetzt. Diese wird mit den Hauptbronchien, den Lungenvenen und der Lungenschlagader verbunden. Währenddessen wird die Sauerstoffzufuhr des Patienten über die Beatmung des zweiten Lungenflügels sichergestellt.

Müssen beide Lungenflügel ausgetauscht werden, erfolgt nach dem Einsatz des einen der Einsatz des zweiten Flügels. Hierfür ist ein weiterer Schnitt auf der anderen Seite des Brustkorbs notwendig. Der Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine ist nur selten nötig.

Nach der Lungentransplantation atmen lernen

Nach dem Eingriff ist der Patient zuerst noch künstlich beatmet. Allerdings ist es wichtig, dass die neue Lunge rasch von der Beatmung entwöhnt wird und lernt, selbständig zu funktionieren. Dies erfolgt unter ständiger Beobachtung von Ärzten und Pflegern der Intensivstation. Verläuft der Eingriff erfolgreich und bleiben Komplikationen aus, darf der Patient nach etwa drei Wochen nach Hause. 

Nach der Lungentransplantation droht Abstoßung

Da die Gefahr besteht, dass der Körper das fremde Gewebe abstößt, müssen die Patienten Medikamente einnehmen, die das Immunsystem dämpfen. Vor allem im ersten Jahr nach der Transplantation müssen sie genau auf Infektionsanzeichen und Symptome einer akuten Abstoßungsreaktion achten und bei den ersten Warnzeichen ihren behandelnden Pneumologen kontaktieren.

Zu den Symptomen einer akuten Abstoßung gehören:

  • Müdigkeit
  • Leistungsschwäche
  • Fieber
  • trockener Husten
  • Atemnot
  • schwächere Lungenwerte auf dem Spirometer (Gerät zur Erfassung des Luftvolumens)


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Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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