Superfood: Gesund und entgiftend oder ein reiner Mythos? •

Leinsamen: Wirkung und Anwendung bei Verdauungsbeschwerden

Die Wirkung von Leinsamen zielt vor allem auf den Verdauungsbereich. Leinsamen enthalten heilsame Schleimstoffe, die bei Verstopfung und anderen Beschwerden helfen können. Hier erfahren Sie, was Sie über die Heilpflanze wissen sollten.

Natürliches Heilmittel bei gestörter Verdauung

Bei Leinsamen handelt es sich um die Samen des Flachs, einer uralten Kulturpflanze, deren Fasern ursprünglich für Stoffe verwendet wurden. Doch auch die Samen der blau blühenden Pflanze und das aus ihnen gewonnene Leinöl wurden bereits seit der Antike aufgrund ihrer Wirkung als Heilmittel genutzt. In der modernen Naturheilkunde werden Leinsamen vor allem bei Störungen des Verdauungstraktes angewendet. So können die Samen bei Verstopfung oder dem Reizdarmsyndrom lindernd wirken, indem sie die Verdauung in Schwung bringen. Bevor Sie Leinsamen gegen Verdauungsbeschwerden anwenden, sollten Sie Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt halten und sich absichern, dass keine unerkannte Erkrankung hinter den Beschwerden steckt.

Leinsamen: Wirkung durch Schleimstoffe

Die Wirkung von Leinsamen entsteht durch die in ihnen enthaltenen Schleimstoffe, die ihrerseits aus den Zuckerarten Xylose, Galaktose und Galakturonsäure bestehen. Nehmen Sie Leinsamen zu sich, quellen die Schleimstoffe im Darm auf und vergrößern so das Volumen Ihres Darminhalts. Das führt dazu, dass die Verdauung angeregt wird und sich zum Beispiel eine Verstopfung zu lösen beginnt. Auch die Gleitfähigkeit des Stuhls wird verbessert.

Einigen Studien zufolge haben Leinsamen noch eine weitere positive Wirkung: Es gibt Hinweise, dass ein regelmäßiger Verzehr möglicherweise dabei helfen kann, bestimmten Krebsarten vorzubeugen, darunter Brustkrebs, Prostata- und Darmkrebs.

Anwendung von Leinsamen

Die Wirkung von Leinsamen setzt in der Regel nach zwei bis drei Tagen ein. Wichtig für die Verdauungsförderung ist es, dazu täglich mindestens 1,5 Liter Wasser zu trinken. Nur so stellen Sie sicher, dass die Schleimstoffe Ihren Darm nicht verkleben und zu Verstopfung führen. Besonders gut wirken geschrotete Leinsamen, da sie ihre Inhaltsstoffe leichter freisetzen können. Im geschroteten Zustand kann der Körper zudem auch die gesunden Fette in den Samen besser verwerten. Am besten geben Sie zwei bis drei Teelöffel Leinsamen in Ihr Müsli. Auch Leinsamenbrot unterstützt den Darm.  Möglich ist es auch, ein paar Teelöffel Leinsamen in etwas Wasser quellen zu lassen und über den Tag verteilt zu essen.

Achtung! Wann Sie Leinsamen lieber nicht verwenden sollten

Patienten, die einen Darmverschluss erlitten haben oder bei denen eine Verengung von Speiseröhre, Magen oder Darm diagnostiziert wurde, dürfen Leinsamen nicht einnehmen. Die quellende Wirkung der Samen ist in diesen Fällen riskant. Auch bei akuten Entzündungen im Magen-Darm-Bereich sollten Sie auf Leinsamen verzichten.

Wenn Sie Medikamente nehmen, müssen Sie ebenfalls vorsichtig sein. Warten Sie nach dem Verzehr von Leinsamen sicherheitshalber zwei bis drei Stunden, bevor Sie Medizin einnehmen, sonst können die Schleimstoffe die Aufnahme der Wirkstoffe über die Darmwand behindern. Möchten Sie regelmäßig Leinsamen verzehren, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, worauf Sie achten müssen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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