Escherichia coli: Achtung bei rohem Fleisch
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Escherichia coli: Achtung bei rohem Fleisch

Escherichia coli sind Bestandteil des menschlichen Darms. Mangelnde Hygiene im Umgang mit Lebensmitteln ist ein häufiger Grund für Infektionen mit dem Magen-Darm-Bakterium. Escherichia coli: Übertragung, Symptome und Behandlung.

Escherichia coli: Was ist das?

Das Darmbakterium Escherichia coli (E. coli) kommt beim Menschen ganz natürlich vor. Unter bestimmten Umständen, etwa wenn das Immunsystem geschwächt ist, können die Keime Erkrankungen auslösen.

Blasenentzündungen, unter denen Frauen besonders häufig leiden, sind in den meisten Fällen durch Escherichia coli verursacht. Auch ein großer Teil der Magen-Darm-Infekte ist auf das Bakterium zurückzuführen, ebenso Wundinfektionen, Atemwegsinfektionen sowie Blutvergiftungen (Sepsis).

Zu den Stämmen des Bakteriums Escherichia coli gehören:
  • Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC)
  • Enteropathogene Escherichia coli (EPEC)
  • Enterotoxische Escherichia coli (ETEC)
  • Enteroinvasive Escherichia coli (EIEC)
  • Enteroaggregative Escherichia coli (EAEC)

Escherichia coli: Wie werden die Bakterien übertragen?

Bei der Übertragung von Escherichia coli handelt es sich immer um die unbeabsichtigte Aufnahme von Fäkalspuren. Die Übertragung findet häufig über Lebensmittel statt, hauptsächlich über rohe Tierprodukte wie Rinderhackfleisch, Mettwurst, Salami und Rohmilchprodukte wie Käse. Auch pflanzliche Produkte können betroffen sein, wenn sie mit Rindergülle gedüngt wurden. Industriell hergestellte Sprossen stellen ebenfalls einen Übertragungsweg dar, ebenso das Streicheln von Rindern – ohne anschließendes Händewaschen.

Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind meist auf eine fehlende Hygiene zurückzuführen. Dazu gehört fehlendes Händewaschen nach dem Toilettengang sowie vor, während und nach der Zubereitung von Speisen. Escherichia coli überlebt das Einfrieren, nicht aber ein gründliches Erhitzen und Durchgaren der Speisen.

„E. coli-Bakterien zählen zu den häu­figsten Erregern von noso­ko­mialen Infek­tionen (Krankenhausinfektionen, Anm. der Redaktion). In den vergangenen Jahren hat die Anti­biotika­resistenz bei E. coli zugenommen.“

— Robert Koch-Institut (RKI)
Bei der Übertragung von Escherichia coli handelt es sich immer um die unbeabsichtigte Aufnahme von Fäkalspuren. 
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Bei der Übertragung von Escherichia coli handelt es sich immer um die unbeabsichtigte Aufnahme von Fäkalspuren. 

Escherichia coli: Was sind die Symptome einer Infektion?

Eine Lebensmittelinfektion mit Escherichia coli zeigt sich meist innerhalb von 72 Stunden nachdem das Bakterium in den Körper gelangt ist. Zwischen zwei und acht Tage plagen die Betroffenen:

  • starke Durchfälle
  • Übelkeit
  • Magenkrämpfe
  • Erbrechen

In schweren Fällen können neben Blut im Stuhl auch Nierenschäden bis hin zu Nierenversagen auftreten. Escherichia coli-Infektionen können lebensbedrohlich sein. Rufen Sie bei Verdacht auf eine Lebensmittelinfektion Ihren Hausarzt an und schildern Sie ihm Ihre Symptome. Er kennt Ihre gesundheitliche Gesamtsituation und weiß, ob Sie zur Risikogruppe gehören und ob möglicherweise ein Krankenhausaufenthalt notwendig wird. Rat können Sie sich auch bei einem Darmexperten, einem Gastroenterologen holen.

Escherichia coli: Wie wird die Magen-Darm-Erkrankung behandelt?

Spezielle Medikamente sind bei normalen Infektionsverläufen einer Infektion mit Escherichia coli in der Regel nicht notwendig. Die Erkrankung heilt meist von selbst aus. Wichtig ist, den Wasser- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Spezielle Elektrolytlösungen aus der Apotheke sind hierfür ebenso geeignet wie ein selbst hergestelltes Getränk aus:

  • 1 Liter Wasser
  • 2 Esslöffel Zucker
  • 1 ½ gestrichene Esslöffel Salz
  • 1 Glas Orangensaft

Die Gabe von Antibiotika wird im Zusammenhang mit Escherichia coli kritisch bewertet, da unter dem Einfluss von Antibiotika die Bakterien vermehrt Toxine bilden. Die Gabe von Medikamenten wird dann notwendig, wenn sich die Beschwerden nicht verbessern – oder sogar verschlimmern. Nach überstandener Infektion können die Erreger noch über Monate hinweg im Stuhl nachgewiesen werden – und sind eine potenzielle Infektionsgefahr.

„Gefürchtet ist das vor allem bei Kindern vorkommende HUS, das durch die Trias hämolytische Anämie, Thrombozytopenie und Nierenversagen bis zur Anurie charakterisiert ist. Diese schwere Komplikation tritt in etwa 5–10 % der symptomatischen EHEC-Infektionen auf und ist der häufigste Grund für akutes Nierenversagen im Kindesalter.“

— Robert Koch-Institut (RKI)

Escherichia coli vorbeugen: Das können Sie tun

Um einer Infektion mit Escherichia coli vorzubeugen, helfen zehn Hygienemaßnahmen:

  1. Wenn Kinder Kontakt mit Rindern, Ziegen, Lämmern und anderen Tieren hatten (Streichelzoo), ist es wichtig, dass diese gründlich die Hände waschen und die Finger nicht in den Mund stecken. Speisen und Getränke nur außerhalb des Streichelzoos verzehren.
  2. Rohe Lebensmittel tierischer Herkunft und andere leicht verderbliche Lebensmittel wie Fleisch, Mettwurst, Wurstaufschnitt, Milch und Milcherzeugnisse wie Käse, aber auch Feinkostsalate) immer nur im Kühlschrank aufbewahren und die Kühlkette nicht unterbrechen.
  3. Fleisch richtig durchgaren. Es sollte für zehn Minuten eine Kerntemperatur von mindestens 70 Grad Celsius erreicht werden.
  4. Kreuzkontamination vermeiden: Fleisch und andere rohe Lebensmittel nicht zeitgleich mit anderen, unmittelbar zum Verzehr bestimmten Lebensmitteln, zubereiten.
  5. Küchengeräte, Geschirr, Besteck und Arbeitsflächen gründlich reinigen.
  6. Vor der Zubereitung von Speisen, währenddessen und danach Hände gründlich waschen.
  7. Auch nach jedem Toilettengang müssen die Hände mit Wasser und Seife gründlich gereinigt werden.
  8. Milch möglichst nicht in rohem Zustand trinken, sondern nur nach einer Wärmebehandlung.
  9. Bei einer Infektion ist auf eine ausreichende Desinfektion zu achten (Toilette, Türklinken, „Brecheimer“ und andere Flächen sowie Gegenstände).
  10. Die Bettwäsche sowie Unterwäsche sollten bei über 60 Grad Celsius mit einem Vollwaschmittel waschen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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