Krebsfrüherkennung auf einen Blick: Diese Krebsvorsorge gibt es
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Krebsfrüherkennung auf einen Blick: Diese Krebsvorsorge gibt es

Es gibt eine Reihe von Früherkennungsuntersuchungen, die dabei helfen sollen, Krebs in einem frühen Stadium zu erkennen. Je früher eine Krebserkrankung diagnostiziert wird, desto günstiger ist die Prognose. Diese Krebsfrüherkennung für Männer und Frauen gibt es: ein Überblick.

Krebsfrüherkennung: Welche Untersuchungen gibt es?

Krebsfrüherkennung hat das Ziel, Krebs in einem frühen und gut behandelbaren Stadium zu entdecken. Die Kosten für die gesetzliche Früherkennung, die auch als Screening bezeichnet wird, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen. Wichtig: Wer Beschwerden hat, muss nicht bis zum Früherkennungstermin warten, sondern kann die Ursache immer kostenfrei bei einem Arzt abklären lassen – unabhängig davon ob oder wann die letzte Früherkennung war.

Darmkrebs: Darmspiegelung ist Krebsvorsorge

Die Darmspiegelung ist mehr als eine klassische Früherkennungsuntersuchung. Sie hilft nicht nur, bösartige Veränderungen der Darmschleimhaut zu erkennen, sondern auch deren Vorstufen, die sich in Form kleiner Polypen zeigen. Bei der endoskopischen Untersuchung wird der Dickdarm nach Veränderungen abgesucht.

Während der Untersuchung kann der Arzt mit dem Endoskop, an dem sich eine kleine Zange befindet, die gefundenen Polypen abtragen und so einer Krebserkrankung vorbeugen. Findet der Arzt einen Polypen, wird er empfehlen, den Abstand zwischen den Untersuchungen zu verkürzen und engmaschiger zu kontrollieren. Eine weitere Untersuchung auf Darmkrebs ist der Stuhltest (iFOBT), bei dem der Stuhl auf verstecktes (okkultes) Blut untersucht wird. 

Frauen und Männer haben ab dem 55. Lebensjahr wie bisher alle zwei Jahre Anspruch auf einen iFOBT, solange noch keine Früherkennungskoloskopie in Anspruch genommen wurde. Nehmen Frauen und Männer das Angebot zur Darmspiegelung erst ab dem Alter von 65 Jahren wahr, besteht Anspruch auf nur eine Früherkennungskoloskopie.

Brustkrebs: Untersuchungen für Frauen ab 30

Frauen ab 30 können bei ihrem Frauenarzt einmal im Jahr ihre Brust auf Veränderungen untersuchen lassen. Bei der Tastuntersuchung tastet der Gynäkologe beide Brüste mit den Händen ab und schaut sich zudem das Hautbild an. Auch die Lymphknoten im Achselbereich werden abgetastet.

Ab dem Alter von 50 bis 69 Jahren können Frauen an der Mammografie teilnehmen, zu der sie schriftlich in eine radiologische Praxis eingeladen werden. Dabei röntgt der Radiologe beide Brüste. Die Bilder der Untersuchung werden von zwei unabhängigen Untersuchern ausgewertet. Innerhalb von sieben Werktagen bekommt die Frau das Ergebnis der Untersuchung. Liegt ein auffälliger Befund vor, wird die Frau zu weiteren Untersuchungen eingeladen.

Hautkrebs: Schwarzen Hautkrebs früh erkennen

Ab 35 Jahren haben Männer und Frauen alle zwei Jahre Anspruch auf das Hautkrebs-Screening. Dabei untersucht der Hautarzt (Dermatologe) die Haut des gesamten Körpers mit bloßem Auge auf Veränderungen. Die Untersuchung soll schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) sowie weißen Hautkrebs (Basalzellkarzinom und spinozelluläres Karzinom) frühzeitig erkennen.

Bei Verdacht auf bösartige Veränderungen wird der Arzt empfehlen, die betroffene Hautstelle zu entfernen. Diese wird dann in einem Labor ausgewertet. Bestätigt sich der Verdacht, sind weitere Untersuchungen und eine großflächigere Abtragung der betroffenen Hautstelle notwendig.

Prostatakrebs: Tastuntersuchung ab 45 Jahren

Männer können ab dem 45. Lebensjahr einmal im Jahr eine Genitaluntersuchung beim Urologen durchführen lassen. Diese Untersuchung umfasst neben der Aufnahme aktueller Beschwerden (Anamnese) das Abtasten des äußeren Genitals sowie die Tastuntersuchung der Prostata vom Enddarm aus. Ebenfalls untersucht werden die in der Umgebung liegenden Lymphnoten. Viele Experten kritisieren allerdings, dass die Tastuntersuchung der Prostata erst solche Tumoren aufspürt, die bereits deutlich vergrößert sind.

Als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) können Männer ergänzend den PSA-Test durchführen lassen, bei dem das Blut auf das prostataspezifische Antigen (PSA) untersucht wird. Die Kosten von rund 35 Euro müssen die Patienten selbst tragen. Männer sollten sich über die Chancen und Risiken informieren, bevor sie sich für oder gegen den PSA-Test entscheiden. Informationen zum PSA-Test finden Männer unter anderem auf den Seiten des Igel-Monitors.

Gebärmutterhalskrebs: Pap-Abstrich spürt Krebsvorstufen auf

Ab dem 20. Lebensjahr können Frauen zur Krebsfrüherkennung beim Frauenarzt (Gynäkologen) gehen. Eine wichtige Untersuchung ist der Pap-Test, bei dem ein Zellabstrich vom Gebärmutterhals auf Zellveränderungen untersucht wird. So können Krebsvorstufen erkannt und behandelt werden, bevor Krebs entsteht.

Neben dem Pap-Test schaut sich der Frauenarzt den Gebärmuttermund an. Hierzu nimmt er ein Spekulum, das den Scheideneingang ein wenig öffnet, sowie eine Lichtquelle zur Hilfe. Zudem tastet er das Scheideninnere sowie den Unterleib ab.

Krebsfrüherkennung ist freiwillig

Das Angebot zur Früherkennung der gesetzlichen Krankenkassen ist freiwillig. Bevor sich Männer und Frauen für oder gegen die für sie kostenfreien Untersuchungen entscheiden, sollten sie sich über die Chancen und Risiken informieren, die die Früherkennung mit sich bringen kann.

Früherkennung bietet die Möglichkeit, Krebs in einem frühen Stadium zu erkennen. Birgt aber auch das Risiko für falsch-positive Befunde, also für einen Krebsverdacht, der sich im Laufe weiterer Untersuchungen und möglicherweise auch Eingriffen als falsch erweist. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über die Untersuchungen. Weitere Informationen bekommen Sie unter anderem auf den Seiten der Deutschen Krebshilfe, des Krebsinformationsdienstes (KID), auf den Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit sowie unter gesundheitsinformation.de. 

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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