Krebs im Intimbereich: Symptome von Vulvakrebs und Peniskrebs
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Krebs im Intimbereich: Symptome von Vulvakrebs und Peniskrebs

Vulvakrebs und Peniskrebs sind Krebserkrankungen des äußeren Intimbereichs. Beide Krebsarten gehören zu den selteneren Krebskrankheiten. Bei welchen Symptomen Frauen und Männer aufmerksam werden sollten.

Was ist Krebs im Intimbereich?

Bilden sich an den äußeren Geschlechtsorganen bösartige Gewebeveränderungen, sprechen Mediziner vom Krebs im Intimbereich. Sowohl der Vulvakrebs als auch der Peniskrebs gehören im Vergleich zu anderen Krebsarten zu den selteneren Tumorformen. An Vulvakrebs erkranken jährlich etwa 500 Frauen, an Peniskrebs etwa 800 Männer in Deutschland.

Peniskrebs tritt am häufigsten an Eichel und Vorhaut auf. Ausgedehnte Tumoren können sich auf die Schwellkörper bis hin zur Bauchdecke ausbreiten. Vulvakrebs betrifft meist die großen Schamlippen, seltener die kleinen Schamlippen oder die Klitorisregion. Das mittlere Erkrankungsalter für Vulvakrebs liegt bei 72 Jahren, für Peniskrebs bei 60 Jahren.

Krebs im Intimbereich: Symptome von Vulvakrebs und Peniskrebs erkennen

Veränderungen im Intimbereich sollten immer ernst genommen und einem Arzt gezeigt werden. Oftmals stecken harmloserer Ursachen hinter den Beschwerden, doch es kann auch Krebs der Auslöser sein. Zu den Vulvakrebs-Symptomen gehören:

  • Juckreiz
  • Brennen
  • Schmerzen
  • blutiger Ausfluss
  • kleine, erhabene Verhärtungen
  • Flecken
  • nicht heilende, nässende Stellen
  • Feigwarzen
  • Ausfluss

Zu den Peniskrebs-Symptomen gehören:

  • Hautveränderungen
  • Verhärtungen
  • Schwellungen
  • Knötchen
  • blutende Hautstellen
  • offene Hautstellen, die nicht heilen
  • Ausfluss

Vulvakrebs und Peniskrebs: Risikofaktoren für Krebs im Intimbereich

Die genauen Ursachen von Vulvakrebs sind weitgehend ungeklärt. Zu den bekannten Risikofaktoren für die Entwicklung eines Vulvakarzinoms zählen sexuell übertragbare Infektionen wie beispielsweise Herpesviren, Chlamydien und Syphilis. Das Risiko an Vulvakrebs zu erkranken steigt zudem, wenn chronische Erkrankungen der Scheide vorliegen, Frauen rauchen oder das Immunsystem stark geschwächt ist – etwa durch eine HIV-Erkrankung. Ein weiterer Risikofaktor sind Krebserkrankungen oder Vorstufen im Genital- und Anusbereich.

Auch für Peniskrebs sind die Ursachen weitgehend ungeklärt. Zu den bekannten Risikofaktoren gehören eine unzureichende Hygiene, Vorhautverengung, Schleimhautveränderungen, HPV-Infektionen sowie chronische Entzündungen an Vorhaut und Eichel. Rauchen sowie das Bestehen von Genitalwarzen wird ebenfalls mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko in Zusammenhang gebracht.

Vulvakrebs und Peniskrebs behandeln: Therapien von Krebs im Intimbereich

Bei Vulvakrebs findet vor allem die Operation Anwendung. Ziel ist es, das bösartige Gewebe vollständig herauszuschneiden. Ergänzend kann die Strahlentherapie eingesetzt werden, bei der der betroffene Bereich bestrahlt und so übriggebliebene Krebszellen abgetötet werden können. Die Chemotherapie findet eher selten Anwendung.

Auch bei Peniskrebs ist die Operation Behandlung erster Wahl. Wie viel Gewebe entfernt werden muss, ist abhängig davon, wie sehr sich der Krebs am Penis bereits ausgebreitet hat. In weit fortgeschrittenen Fällen kann eine Penisamputation notwendig sein. Strahlentherapie und Chemotherapie sind weitere mögliche Therapien bei Peniskrebs.

Welche Therapien bei Vulva- und Peniskrebs Anwendung finden, ist abhängig vom Tumorstadium, der Lage und Größe des Tumors sowie vom Gesundheitszustand der betroffenen Patientin oder des betroffenen Patienten.

Vulvakrebskrebs und Peniskrebs vorbeugen: Das können Sie tun

Als effektive Präventivmaßnahme gegen die Entwicklung des Peniskarzinoms gilt die ab dem 45. Lebensjahr jährliche gesetzliche Krebsfrüherkennung beim Urologen sowie eine regelmäßige Selbstuntersuchung des Penis. Eine gute Intimhygiene hilft ebenfalls, Peniskrebs vorzubeugen. Eine Impfung gegen HPV-Erreger kann empfehlenswert sein. Männer lassen sich am besten von ihrem Urologen beraten. Ein Rauchstopp ist nicht nur in Hinblick auf Peniskrebs ratsam, sondern auch mit Blick auf andere Krebserkrankungen.

Auch Frauen können mit Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen dazu beitragen, dass Vulvakrebs frühzeitig erkannt wird. Und auch für Frauen gilt, den Intimbereich im Blick zu behalten und Veränderungen einem Arzt zu zeigen. Die HPV-Impfung stellt für Frauen einen bedeutenden Schutzfaktor dar. Frauen sollten sich hierzu von ihrem Gynäkologen beraten lassen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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