Leukämie behandeln: Ist Leukämie heilbar?
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Leukämie behandeln: Ist Leukämie heilbar?

Die Überlebens- und Heilungschancen bei Leukämie sind abhängig von der Blutkrebsform, dem Stadium der Erkrankung sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand des Betroffenen. Im Fokus der Blutkrebs-Therapie stehen Chemo- und Strahlentherapie. Leukämie behandeln: Wie Ärzte versuchen, Blutkrebs zu heilen.

Der Weg zur Diagnose Leukämie

Die Diagnose Blutkrebs kann der Arzt – meist ein Onkologe oder Facharzt für Innere Medizin – mit Hilfe einer Blutuntersuchung stellen. Im Rahmen eines Blutbildes werden die Zellen im Blut untersucht. Bei einer Leukämie sind zu viele unreife weiße Blutkörperchen im Blut vorhanden. 

Ergänzend erfolgt meist eine Knochenmarkuntersuchung. Hierfür entnimmt der Arzt etwa fünf bis zehn Milliliter Knochenmark aus dem Beckenknochen. Dies geschieht mit Hilfe einer Punktion. Unter örtlicher Betäubung wird eine Hohlnadel in den Knochen eingeführt und Knochenmark entnommen.

Um welche Form der Leukämie handelt es sich?

Stellt der Arzt aufgrund der Laborbefunde die Diagnose Blutkrebs, wird im nächsten Schritt die Therapie (Behandlungsplan) zusammengestellt. Welche Therapieverfahren Anwendung finden, ist abhängig von der Blutkrebsform. Experten unterscheiden: 

  • Akute und chronische Leukämien: Leukämien werden in ihren Krankheitsverlauf unterteilt. Manche Leukämien treten akut auf, andere entwickeln sich schleichend über Jahre hinweg. Wird eine akute Leukämie nicht behandelt, führt sie innerhalb weniger Monate zum Tod. Chronische Leukämien sind vor allem im fortgeschrittenen Stadium lebenbedrohlich.
  • Lymphatische und myeloische Leukämien: Ärzte unterscheiden Leukämien zudem anhand der erkrankten Blutzellen. Die vier häufigsten Leukämie- Formen sind:
  • Akute myeloische Leukämie (AML)
  • Chronische myeloische Leukämie (CML)
  • Akute lymphatische Leukämie (ALL)
  • Chronische lymphatische Leukämie (CLL)

 Leukämie behandeln: Wie heilbar ist Leukämie?

Therapieerfolg und Heilungschancen von Blutkrebs sind abhängig von der Art der Leukämie, vom Stadium der Erkrankung und vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten. Was die Heilung von Leukämie angeht, können keine allgemeingültigen Prognosen gemacht werden. Der Verlauf der Erkrankung ist bei jedem Betroffenen individuell, ebenso die Chancen auf Heilung. Der behandelnde Arzt bespricht mit dem Patienten im Rahmen der Therapieplanung die mögliche Prognose. 

Chemotherapie: Säule der Blutkrebsbehandlung

Sowohl bei der akuten als auch bei der chronischen Leukämie stellt die Chemotherapie die wichtigste Säule dar. Die Chemotherapie hat das Ziel, durch den Einsatz krebszelltötender Medikamente, Zytostatika genannt, die Leukämiezellen zu zerstören und den Verlauf der Erkrankung zu bremsen. Zytostatika greifen in die Zellteilung ein und hindern die mutierten Zellen am Wachstum. Die Medikamente werden meist als Infusion über die Vene verabreicht. Die Wirkstoffe wirken im gesamten Körper. Experten sprechen von systemischer Therapie. Häufig werden verschiedene Zytostatika miteinander kombiniert, um die Wirkung zu verstärken.  

Da die Medikamente auch gesunde Zellen angreifen, lassen sich bei der Behandlung von Blutkrebs starke Nebenwirkungen nicht vermeiden. Der Arzt klärt vor der Behandlung darüber auf. Die Gabe weiterer Medikamente soll helfen, die Therapiebeschwerden zu lindern und die Behandlung erträglicher zu machen.

Leukämie behandeln: Therapien der verschiedenen Leukämieformen

Weiterführende Informationen zu den verschiedenen Leukämieformen und deren Behandlungsmöglichkeiten finden Interessierte auf der Webseite des Kompetenznetzes Leukämien.

Blutkrebs behandeln: Wie funktioniert die Stammzellentransplantation?

Ergänzend zur Chemotherapie finden weitere Therapien - einzeln oder in Kombination - Anwendung, um Leukämie zu behandeln. Dazu gehören Strahlentherapie, Antikörpertherapie und Stammzellentransplantation.

Eine wichtige Rolle bei der Heilung von Leukämien spielt oftmals die Stammzellenspende eines Gesunden. Die Stammzellen werden entweder aus dem Knochenmark (Knochenmarktransplantation) oder aus dem Blut Blutstammzelltransplantation) des Spenders gewonnen. Bei der Stammzellentransplantation werden dem Patienten Stammzellen aus dem Blut oder dem Knochenmark eines anderen, gesunden Menschen übertragen. So kann der Patient während und nach der Therapie mit gesunden Blut- und Knochenmarkszellen versorgt werden.

Da die Blutstammzellentransplantation riskant und sehr belastend für den an Krebs erkrankten Patienten ist, wird sie meist eingesetzt, wenn die bisherige Therapie nicht den gewünschten Erfolg zeigt. Zu den möglichen Risiken der Transplantation des neuen Immunsystems gehören lebensbedrohliche Nebenwirkungen. Auch das Infektionsrisiko ist nach einer Stammzellspende enorm hoch. Auf der anderen Seite können die neuen Stammzellen verbliebene Leukämiezellen bekämpfen. Arzt und Patient müssen daher Risiken und Nutzen einer Spende abwägen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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