Wie entstehen Kopfschmerzen? Ursachen für Kopfweh
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Wie entstehen Kopfschmerzen? Ursachen für Kopfweh

Der Begriff Kopfschmerz beschreibt das Symptom von Schmerzen im Bereich des Kopfes. Kopfschmerzen können sich ganz unterschiedlich zeigen. Sie können pochend, ziehend, dumpf und drückend sein, den gesamten Kopf oder nur Teilbereiche betreffen. Doch wie entstehen Kopfschmerzen? Ursachen für Kopfschmerzen, die Sie kennen sollten.

Was sind Kopfschmerzen?

Kopfschmerzen sind unangenehm. Die Schmerzen im Kopf können so stark sein, dass Betroffene Medikamente einnehmen müssen, weil sie den Schmerz nicht mehr ertragen. Laut Statista greifen 85 Prozent der Kopfweh-Patienten zu Schmerzmitteln. Der Schmerzwirkstoff Ibuprofen ist der am häufigsten eingenommene. Leiden Menschen immer wieder unter Kopfweh, sprechen Ärzte von chronischen Kopfschmerzen.

Wie entstehen Kopfschmerzen?

Kopfschmerzen entstehen überraschenderweise außerhalb des Gehirns. Das Gehirn selbst besitzt keine Schmerzrezeptoren und kann daher keinen Schmerz empfinden. Kopfschmerzen können ausgelöst werden durch:

  • Stimulation der Hirnhäute und die in ihnen verlaufenden Nervenbahnen
  • kurzfristige Veränderungen der äußeren und inneren Kopfschlagadern
  • eine verringerte Durchblutung der Hirnhaut
  • eine Entzündung der Hirnhaut

Kopfschmerzarten: primäre und sekundäre Kopfschmerzen

Mediziner unterscheiden zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen:

  • Primäre Kopfschmerzen sind eigenständige Beschwerden und stellen ein eigenes Krankheitsbild dar. Primäre Kopfschmerzformen sind Spannungskopfschmerzen, Migräne und Cluster-Kopfschmerzen.
  • Sekundäre Kopfschmerzen sind die Folge anderer Erkrankungen, darunter Infekte, Verletzungen, Stoffwechselerkrankungen wie Bluthochdruck, Fehlsichtigkeit oder Zahnfehlstellungen. Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Psychosen und Neurosen können ebenfalls Kopfschmerzen verursachen. Bei etwa zehn Prozent der Kopfschmerz-Patienten haben die Schmerzen eine körperliche Ursache.

Spannungskopfschmerzen: Ursachen des "zu engen Huts"

Unter Spannungskopfschmerzen leidet die Hälfte aller Kopfschmerz-Patienten. Die Kopfschmerzen haben, abhängig vom Spannungstyp, ihre Ursache meist in Stress, Ängsten und seelischen Belastungen. Auch zu wenig Schlaf, Alkohol, Wetterfühligkeit, Lärm, Flüssigkeitsmangel und schlechte Luft können Auslöser sein.

Früher vermuteten Experten, dass Spannungskopfschmerzen ihren Ursprung in einer verspannten Hals- und Schultermuskulatur haben. Heute nehmen Mediziner an, dass der Schmerz mit einer Störung der schmerzverarbeitenden Zentren im Gehirn zusammenhängt. Insbesondere die Schmerzhemmung scheint gestört zu sein.

Möglicherweise ist mit dem Kopfschmerz eine Art „Gewöhnung“ verknüpft, da der Spannungskopfschmerz zu Beginn durch Stress, Wetterwechsel oder andere Ereignisse ausgelöst wird, sich im Verlauf aber verselbstständigt. Betroffene beschreiben den Schmerz als dumpf und drückend – wie ein "zu enger Hut“ oder ein „festes Band um den Kopf“. Spannungskopfschmerzen dauern Stunden bis Tage an. Auf einer Schmerzskala von eins bis zehn ordnen Mediziner Spannungskopfschmerzen bei vier bis fünf ein.

Der süße Nachmittags-Snack kann zum Migräne-Trigger werden.

Der süße Nachmittags-Snack kann zum Migräne-Trigger werden.

Migräne: genetische Veranlagung löst Kopfschmerzen aus

Migräne betrifft etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Kopfschmerz-Ursache bei Migräne ist eine neurobiologisch bedingte Funktionsstörung des Gehirns, der Hirnhaut (Dura) und der jeweiligen Blutgefäße. Die Anfälligkeit für die Kopfschmerz-Attacken liegt in einer genetischen Veranlagung begründet. Diese ist für einige besondere Formen der Migräne bis hin zum Mutationsdefekt identifiziert.

Die Schmerzschübe selbst werden durch bestimmte Trigger ausgelöst. Laut der Stiftung Kopfschmerz gehören Stress, Schlafmangel, Hormonschwankungen, Alkohol, bestimmte Lebensmittel wie Käse und Schokolade, aber auch Reize wie starke Sonneneinstrahlung, flackerndes Licht und Lärm zu den häufigen Migräne-Triggern. Jeder Migräne-Patient hat seine persönlichen Trigger, die er zu vermeiden versucht. Auf einer Schmerzskala von eins bis zehn ordnen Mediziner Migräne bei fünf bis acht ein.

Cluster-Kopfschmerzen: Schmerzen in Augenhöhle und Schläfe

Cluster-Kopfschmerzen betreffen rund 82.000 Menschen in Deutschland und sind durch heftige einseitige Kopf- und Gesichtsschmerzen charakterisiert. Unbehandelt können die Kopfschmerz-Attacken bis zu drei Stunden dauern. Für die Betroffenen eine echte Qual. Der Hauptschmerz liegt im Bereich hinter den Augen sowie in der Stirn- und Schläfenregion. "Wie eine heiße Nadel im Auge" beschreiben Betroffene den Schmerz.

Experten unterscheiden zwischen episodischem und chronischem Cluster-Kopfschmerz. Bei der chronischen Form gehen Mediziner von einer dauerhaften Entzündung des Gehirns als Kopfschmerz-Ursache aus. Als Auslöser der episodischen Cluster-Kopfschmerzen werden Veränderungen im Hypothalamus vermutet. Auf einer Schmerzskala von eins bis zehn ordnen Mediziner Cluster-Kopfschmerzen bei neun bis zehn ein.

Kopfschmerzen durch Schmerzmittel: keine Seltenheit

Kopfschmerzen sind quälend und schränken das Leben der Betroffenen stark ein, wenn sie immer wieder auftreten. Je schlimmer der Schmerz ausgeprägt ist, desto größer ist der Verlust an Lebensqualität. Bei Kopfschmerzen greifen deshalb viele zu freiverkäuflichen Schmerzmitteln. Diese sind aber nur kurzfristig eine Behandlungsoption.

Zum einen, weil Schmerzmittel mit erheblichen Nebenwirkungen einhergehen können, wenn sie zu lange und ohne ärztliche Begleitung eingenommen werden. Zum anderen, weil die Gefahr besteht, dass die Schmerzmittel selbst Kopfschmerzen verursachen. Wie die Deutsche Gesellschaft für Neurologie mitteilt, ist der Übergebrauch von Schmerz- und Migränemitteln ein wesentlicher Faktor für das Schmerzsymptom. Wer an mindestens zehn Tagen pro Monat Schmerzmittel einnehme, habe ein um das Achtfache erhöhtes Risiko, chronische Kopfschmerzen zu entwickeln. Treten die Kopfschmerzen aufgrund der Schmerzmitteleinnahme auf, sprechen Mediziner von medikamenteninduzierten Kopfschmerzen.

Kopfschmerzen Ursachen: Welcher Arzt hilft?

Gehen Sie mit wiederkehrenden Kopfschmerzen daher immer zu einem Arzt und behandeln Sie die Beschwerden nicht in Eigenregie mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln. Eine erste Anlaufstelle ist Ihr Hausarzt (Allgemeinmediziner oder Internist). Dieser wird Sie abhängig von der vermuteten Ursache sofern notwendig zu einem entsprechenden Fachart überweisen. Das kann ein Neurologe, ein Orthopäde, ein Zahnarzt oder ein Hals-Nasen-Ohrenarzt sein.

Ist der Auslöser der Kopfweh bekannt, kann eine zielgerichtete Therapie zusammengestellt werden, welche die Schmerzen im Kopf lindert. Tipp: Führen Sie ein Kopfschmerz-Tagebuch. Das Kopfschmerz-Tagebuch hilft Ihnen und Ihrem Arzt, Zusammenhänge zu erkennen und unterstützt die Diagnose. Tragen Sie folgendes in Ihr Kopfschmerz-Tagebuch ein:

  • Wann habe ich Kopfschmerzen?
  • Wie intensiv sind die Kopfschmerzen?
  • In welchem Kopfbereich treten die Kopfschmerzen auf?
  • Welche Begleitsymptome habe ich?
  • Wie lange haben die Kopfschmerzen angedauert?
  • Was habe ich vor Auftreten der Kopfschmerzen gemacht?
  • Was habe ich vor Auftreten der Kopfschmerzen gegessen und getrunken?
  • Was hat mir gegen die Kopfschmerzen geholfen?

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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