Pulsierende Kopfschmerzen: Was den Kopf zum Pochen bringt
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Pulsierende Kopfschmerzen: Was den Kopf zum Pochen bringt

Sie haben pulsierende Kopfschmerzen? Meist sind die Kopfschmerzarten Migräne und Cluster-Kopfschmerzen schuld an dem heftigen Klopfen und Pulsieren im Kopf. Doch auch andere der über 200 verschiedenen bekannten Kopfschmerzformen können hinter dem pulsierenden Schmerz stecken. Pulsierende Kopfschmerzen: Was den Kopf zum Pochen bringt.

Pulsierende Kopfschmerzen: Migräne ist ein häufiger Auslöser

Migräne ist die zweithäufigste Kopfschmerzform. Die Betroffenen leiden unter anfallsartig auftretenden starken Kopfschmerzattacken, die als pulsierend beschrieben werden. Sie treten auf einer Kopfseite auf, können während des Schmerzschubs aber die Kopfseite wechseln. Eine Schmerzattacke kann zwischen vier bis 72 Stunden andauern. Der Leidensdruck der Betroffenen ist stark. Alltag und Lebensqualität sind durch die immer wiederkehrenden Schmerzen oft eingeschränkt. Etwa die Hälfte aller Migräne-Patienten erleidet eine Attacke pro Monat. Jeder zehnte Migräne-Patient erlebt vier und mehr Anfälle. Auf einer Schmerzskala von eins bis zehn stufen Schmerzexperten die Migräne bei fünf bis acht ein.

Pulsierende Kopfschmerzen als Symptom von Cluster-Kopfschmerzen

Auch bei Cluster-Kopfschmerzen treten heftig pulsierende, stechende und einseitige Kopfschmerzen auf. Die Schmerzen der Cluster-Kopfschmerzen gehören zu den stärksten Schmerzen im Kopf. Auf einer Skala von eins bis zehn stufen Schmerzexperten Cluster-Kopfschmerzen bei neun bis zehn ein. „Wie eine heiße Nadel im Auge“ beschreiben Betroffene den Kopfschmerz. Der intensive Schmerz ist im Bereich der Augenhöhle und der Schläfe zu spüren. Weitere Symptome wie

  • tränendes, gerötetes und geschwollenes Auge,
  • hängendes Augenlid,
  • gerötetes Gesicht,
  • Schwitzen im Gesicht
  • sowie eine verstopfte Nase begleiten die Schmerzattacken.

Die Schmerzschübe können mehrmals täglich auftreten und dauern zwischen 15 Minuten und drei Stunden an.

Pulsierende Kopfschmerzen als Signal anderer Krankheiten

Verantwortlich für die pulsierenden Kopfschmerzen sind häufig auch andere Auslöser. Während Migräne und Cluster-Kopfschmerzen zu den sogenannten primären Kopfschmerzen gehören, also eine eigenständige Erkrankung darstellen, kann es sich bei pulsierenden Kopfschmerzen auch um einen sekundärern Kopfschmerz handeln. Dann ist der Schmerz Symptom einer anderen Erkrankung, etwa im Mund- und Kieferbereich. Pulsierende Kopfschmerzen sind immer wieder Begleiter eines entzündeten Zahnes oder die Folge von starkem Pressen und Knirschen der Zähne (Bruxismus).

Bestimmte Medikamente können den Kopf ebenfalls schmerzhaft pochen und pulsieren lassen. Auch Bluthochdruck ist ein möglicher Auslöser für Kopfschmerzen. In sehr seltenen Fällen ist ein Gehirntumor die Ursache. Und ein übermäßiger Alkoholkonsum auf einer Feier kann am nächsten Tag ebenso pulsierende Kopfschmerzen verursachen wie ein Sonnenstich oder eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis).

Mit pulsierenden Kopfschmerzen zum Arzt

Da die Auslöser für pulsierende Kopfschmerzen so vielfältig sind, ist es wichtig, bei starken, bisher unbekannten Kopfschmerzen sowie bei andauernden und wiederkehrenden Kopfschmerzen einen Arzt aufzusuchen. Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt (Allgemeinmediziner oder Internist). Dieser überweist – abhängig von dem Beschwerdebild – zur Abklärung häufig an weitere Fachärzte weiter. Das können sein:

  • Neurologen
  • Schmerztherapeuten
  • Orthopäden
  • Zahnärzte
  • Psychologen
  • Hals-Nasen-Ohrenärzte
  • Augenärzte

Führen Sie ein Kopfschmerz-Tagebuch

Kommen die Kopfschmerzen immer wieder, sollten Sie ein Schmerztagebuch führen. Dieses hilft Ihnen und Ihrem Arzt, die Beschwerden einzuordnen und möglichen Auslösern auf die Spur zu kommen. Notieren Sie in Ihr Schmerztagebuch:

  • Wann die Kopfschmerzen aufgetreten sind.
  • Wie lange die Schmerzen angehalten haben.
  • Wie intensiv Sie die Kopfschmerzen empfunden haben (auf einer Skala von eins bis zehn).
  • Welche Begleitsymptome Sie während der Kopfschmerzen bei sich beobachten.
  • Was Sie vor den Kopfschmerzen gemacht haben.
  • Was Sie vor den Kopfschmerzen gegessen und getrunken haben.
  • Ob Sie Medikamente eingenommen haben und wenn ja, welche.
  • Wie Sie sich emotional vor der Kopfschmerzattacke gefühlt haben.
  • Was Ihnen geholfen hat, die Kopfschmerzen zu lindern.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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