Kinder sind keineswegs kleine Erwachsene!

Kinderkrankheiten zeigen das am besten. Einige Infektionskrankheiten treten bevorzugt im Kindesalter auf. Hier steht das Immunsystem am Anfang seiner Entwicklung und macht erste eigene Erfahrungen mit der Umwelt. 

Viele Krankheitserreger sind weit verbreitet und hochansteckend. Der Kontakt mit anderen Kindern in der Kita und der Schule leistet sein Übriges. In dieser Altersstufe haben Bakterien und Viren die besten Chancen und nutzen sie bei jeder Gelegenheit.

Kinderkrankheiten: Weit verbreitet und hochansteckend

Bei Erwachsenen mit ausgereiftem Abwehrsystem können Kinderkrankheiten keinen Schaden mehr anrichten. In der Regel kommt es früh zum Kontakt mit den weit verbreiteten Erregern. Zudem sind die Keime höchst infektiös, sodass wenig Tuchfühlung für eine Übertragung ausreicht. Nach Durchleiden der Krankheit oder vorsorglicher Impfung besteht lebenslange Immunität.

Erwachsene können ebenfalls erkranken

Selbst im fortgeschrittenen Lebensalter kann man sich noch Windpocken und Keuchhusten einfangen. Schwächelt die Immunität oder ist das Immunsystem beeinträchtigt, haben Kinderkrankheiten wesentlich schlimmere Folgen als bei den Kleinen. 

Das gilt insbesondere für alte Menschen und Schwangere. Röteln führen zu Früh- und Fehlgeburten. Windpocken können im Alter als Erstinfektion tödlich verlaufen und als Rezidiv in Form einer Gürtelrose (Herpes zoster) auftreten.

Kinderkrankheiten: Alles andere als Kinderkram!

Hohe Impfraten und Verschwinden aus dem täglichen Leben haben dazu geführt, dass man heutzutage Kinderkrankheiten oft als harmlos ansieht. Vor hundert Jahren wären Eltern kaum zu einer solchen Ansicht gekommen. Die Erkrankungen trugen wesentlich zur hohen Kindersterblichkeit bei und sind bis heute alles andere als ungefährlich. 

Komplizierte Verläufe mit oft tödlichen Hirnhautentzündungen treten bei den häufig als unproblematisch dargestellten Masern auf. Für lebenslange körperliche Beeinträchtigungen sorgte die bei uns mittlerweile ausgerottete Kinderlähmung. Mumps kann zu Hörschäden und bei Jungs zu Sterilität führen.

Vorbeugen ist die beste Medizin!

Impfungen sind in den letzten Jahren in Verruf gekommen. Obwohl sich über den Wert vieler Impfmaßnahmen streiten lässt, bei Kinderkrankheiten sind sie durchweg sinnvoll. Im Vergleich zu den möglichen Folgen einer Erkrankung sind die Nebenwirkungen einer Impfung überschaubar. Effekte wie Hautrötungen oder vorübergehendes Krankheitsgefühl sind ein Zeichen dafür, dass sich das Immunsystem mit dem Impfstoff beschäftigt und seine Abwehrmaßnahmen aufbaut.

Letztlich ähneln solche Nebenwirkungen den Erstverschlimmerungen homöopathischer Arzneimittel: Sie gelten ebenfalls als Zeichen für die Aktivierung von Selbstheilungskräften - werden aber von vielen Impfskeptikern gerne in Kauf genommen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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