Ist Shisha-Rauchen schädlich?
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Ist Shisha-Rauchen schädlich?

Shishas und E-Shishas werden beliebter in Deutschland, besonders bei Jugendlichen. Die schädliche Wirkung der Wasserpfeife wird aber oft unterschätzt. Mehr erfahren Sie hier.

Ist Shisha-Rauchen schädlich?

Shisha-Rauchen gilt als entspannte, gesündere Variante des Rauchens. Hier ist aber Vorsicht geboten: Jede Form von Tabak ist ungesund. Es heißt zwar, dass das Wasser in der Pfeife die Schadstoffe herausfiltert. Das stimmt allerdings so nicht. Das Wasser kühlt den Rauch zwar ab, sodass er im Hals weniger kratzt. Schadstoffe filtert das Wasser aber nur in geringem Maß heraus.

Außerdem zieht sich Shisha-Rauchen meist über den Abend hinweg. Der Körper nimmt daher sehr viel Nikotin auf, was die größte Gefahr der Wasserpfeife ist. Durch das Verschwelen des Tabaks gelangt beim Shisha-Rauchen auch schädliches Teer in die Lunge, besonders beim Aufenthalt in einer Shisha-Bar. Auch der Anteil von Kohlenmonoxid ist in der Regel höher als bei einer Zigarette.

Nicht alle der geschätzt 4.000 verschiedenen Inhaltsstoffe im Shisha-Rauch sind auf ihre gesundheitlichen Auswirkungen hin erforscht. Bislang gelten aber bereits rund 200 Stoffe als toxisch, beispielsweise Arsen, Formaldehyd oder giftige Schwermetalle wie Blei, Chrom oder Nickel. Etwa 70 Inhaltsstoffe sind zudem krebserregend, darunter zum Beispiel Benzpyren.

 So appetitlich eine Shisha – hier mit Orangenfruchtkopf – auch aussieht: Der Rauch enthält zahlreiche Giftstoffe.
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So appetitlich eine Shisha – hier mit Orangenfruchtkopf – auch aussieht: Der Rauch enthält zahlreiche Giftstoffe.

Shisha oder Zigaretten: Was ist gefährlicher?

Genau lässt sich nicht sagen, ob Shishas oder Zigaretten gefährlicher sind. Das liegt einerseits daran, dass noch zu wenig über die Schädlichkeit der zahlreichen Inhaltsstoffe bekannt ist. Andererseits aber auch daran, dass an einem Abend in der Shisha-Bar viel mehr Rauch eingeatmet wird als beim Konsum einiger Zigaretten im gleichen Zeitraum.

Den schädlichen Nebenwirkungen des Rauchens, besonders für die Atemwege, entkommen Sie durch das Ausweichen auf die Shisha definitiv nicht. Shisha-Rauch kann zum Beispiel ebenfalls Lungenkrebs und andere sonst mit dem Rauchen in Verbindung stehende Krankheiten auslösen. Die WHO schätzte in einer Studie zur Schädlichkeit von Wasserpfeifen bereits im Jahr 2005, dass der Rauch einer Shisha-Sitzung dem Rauch von 100 Zigaretten entspricht.

 Während einer Shisha-Sitzung entsteht etwa so viel Rauch wie beim Konsum von 100 Zigaretten.
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Während einer Shisha-Sitzung entsteht etwa so viel Rauch wie beim Konsum von 100 Zigaretten.

Raucher greifen zwar häufiger und regelmäßiger zur Zigarette als Wasserpfeifennutzer zur Shisha, doch verwenden Letztere die Shisha für längere Zeit am Stück. Durch die hohe Schadstoffbelastung beim Aufenthalt in einer Shisha-Bar wird der vermeintliche Vorteil der selteneren Anwendung also wieder aufgehoben. Zumal der Shisha-Rauch dabei nicht nur aktiv, sondern auch passiv eingeatmet wird.

Dadurch, dass der Shisha-Rauch weniger im Hals kratzt und durch die enthaltenen Aromastoffe besser duftet als Zigarettenqualm, wird seine Schädlichkeit außerdem leicht unterschätzt. Alles in allem kann Shisha-Rauchen also tatsächlich gefährlicher sein als der Konsum von Zigaretten.

Im Vergleich: Shisha und E-Shisha

E-Shishas ohne Tabak und Nikotin gelten mittlerweile als die gesunde Alternative. Es stimmt zwar, dass tabakfreie Produkte gesünder sind als solche mit Tabak. Das heißt aber keineswegs, dass E-Shishas insgesamt gesund sind.

Im Gegenteil: Forscher warnen davor, dass auch E-Shishas schädlich sind. Meist handelt es sich hier um E-Zigaretten, die einen Chemie-Cocktail enthalten, der die Atemwege reizt und Allergien auslösen kann. Mitunter enthalten sie sogar ebenfalls Stoffe, die als krebserregend gelten.

Es bleibt also dabei: Rauchen ist ungesund. Egal, was Sie rauchen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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